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Höchste Tageszahl an Corona-Toten in Polen seit April

10:29
29.12.2021
In Polen ist die höchste Zahl an Corona-Toten an einem Tag seit April vermeldet worden. Innerhalb von 24 Stunden starben 794 Menschen mit oder an dem Virus, wie das Gesundheitsministerium in Warschau am Mittwoch bekanntgab. Im selben Zeitraum wurden 15 571 bestätigte Neuinfektionen registriert.

In Polen gelten nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC nur 55,1 Prozent der Bevölkerung als vollständig gegen Covid-19 grundimmunisiert (Deutschland: 70,3 Prozent). Nur 16,1 Prozent der Bevölkerung haben eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Nach Einschätzung der polnischen Behörden geht die derzeitige Corona-Welle noch fast vollständig auf die Delta-Variante zurück. Inzwischen wurden landesweit mindestens 25 Fälle der neuen Omikron-Variante nachgewiesen. Die neue Mutante gilt als besorgniserregend, weil sie sich sehr schnell ausbreitet.

Dennoch dürfen die seit Mitte Dezember geschlossenen Diskotheken und Clubs an Silvester ausnahmsweise öffnen. Die Zahl der ungeimpften Besucher ist dabei auf 100 begrenzt. Deutschland hat Polen zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt.

(dpa)

Polizeipräsident nach Protesten: Beamte können nicht überall sein

09:01
29.12.2021
Nach den erneuten Protesten gegen die Corona-Politik und Unmut über unangemeldete Demonstrationen hat der Ravensburger Polizeipräsident Uwe Stürmer um Verständnis für die Beamten gebeten. «Wir agieren im Bereich des Polizeipräsidiums mit einer begrenzten Zahl von Polizeibeamten auf 3500 Quadratkilometern», sagte er der «Schwäbischen Zeitung» (Mittwoch). «Wir können nicht überall gleichzeitig sein. Wer alles schützen will, schützt nichts.» Derzeit werde das Recht nicht im gewünschten Umfang auf der Straße durchgesetzt, räumte er ein. Die Polizei könne nicht an 200 Stellen im Land gleichzeitig sein, sondern müsse polizeiliche Schwerpunkte setzen. «Und das tun wir auch.»

Ravensburg sei ein deutlicher Hotspot, sagte Stürmer. «Wir zählen relativ viele Teilnehmer und registrieren speziell in Ravensburg einfach ein völliges Ignorieren der Regeln. Und das mehrfach.» Es seien zwar Antikonfliktteams unterwegs, um den Dialog mit den Demonstranten zu suchen. Das habe bislang auch noch einigermaßen geklappt. «Die sind aber an den beiden letzten Montagen zurückgekommen: "Wir erreichen die Leute nicht mehr"», erzählt Stürmer.

Härtere Mittel gegen die Demonstranten sollten dennoch nicht eingesetzt werden: «Ich warne davor, jetzt aus bloßer Unzufriedenheit und aus bloßem Unmut den Teilnehmerkreis, der bis jetzt einfach nur seine Meinung äußern will, das leider nicht anmeldet, mit dem Schlagstock von der Straße zu treiben», sagte er der Zeitung. «Das bringt uns, glaube ich, noch eine weitere Emotionalisierung.» Es sei aber wichtig, nach Wegen zu suchen, wieder besser Herr der Lage zu werden.

In den vergangenen Wochen hatte die Zahl der Proteste gegen die Corona-Politik in zahlreichen Städten des Landes angezogen. Nach einer Protestaktion am Montagabend in Ravensburg mit 1200 Teilnehmern hatte eine Polizeisprecherin gesagt, ein solches Aggressionspotenzial habe es bislang nicht gegeben. Auch in anderen Städten war es zu Zwischenfällen und Angriffen auf Beamte gekommen.

(dpa)

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