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Frankreich verschärft Corona-Regeln - 2G und Homeoffice-Pflicht

20:17
27.12.2021
Frankreich macht angesichts einer Rekordzahl von Corona-Infektionen eine vollständige Impfung zur Voraussetzung für den Besuch von Veranstaltungen, Restaurants oder für Fernreisen. Vom 15. Januar an soll ein negativer Test für den landesweiten Corona-Pass nicht mehr anerkannt werden, wie Premierminister Jean Castex am Montagabend in Paris sagte. Es gehe darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens sowie eine gravierende Störung der Wirtschaft zu verhindern. Das Parlament muss der Verschärfung noch zustimmen.

Die geplante Umstellung bedeutet für die Mehrzahl der Menschen die Notwendigkeit einer Auffrisch-Impfung. Diese kann ab sofort drei Monate nach der Immunisierung erfolgen. Spätestens nach sieben Monaten war sie bereits Pflicht für den Corona-Pass. Die meisten Geschäfte in Frankreich sind allerdings anders als in Deutschland weiterhin ohne einen Impfnachweis zugänglich.

Als weitere Schritte gegen die erwartete Welle von Corona-Infektionen mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante kündigte Castex eine Maskenpflicht in den Innenstädten an. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen wird die Zuschauerzahl drinnen auf 2000 und draußen auf 5000 begrenzt. Eine Homeoffice-Pflicht greift in den Betrieben, wo die Arbeit von zu Hause möglich ist, während der ersten drei Januarwochen an drei Tagen in der Woche - wo es möglich ist, auch an vier Tagen. Der Konsum von Getränken und Essen im Nahverkehr, in Sportstätten und in Kinos wird untersagt, in Restaurants darf nur noch im Sitzen getrunken und gegessen werden.

«Wir werden alles tun, um die Impfung zu beschleunigen und Ungeimpfte zu erreichen und zu überzeugen», sagte Castex. Die Impfung sei das entscheidende Mittel im Kampf gegen die Pandemie, da sie vor schweren Verläufen und einer Überlastung der Kliniken schütze.

Neun von zehn Menschen, die für eine Impfung in Frage kommen, sind in Frankreich geimpft. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz, das heißt die Zahl der registrierten Infektionen auf 100 000 Einwohner binnen einer Woche, bei 712. Die Zahl der Erkrankten stieg, wenn auch moderat, weiter an.

Die Schulen sollen in Frankreich unterdessen wie geplant am 3. Januar wieder öffnen, Distanzunterricht sei nicht geplant. Auch in der Silvesternacht werde es keine Ausgangsbeschränkungen geben, sagte der Premierminister. Bis Ende der Woche werde über ein Verkürzen der Quarantäne-Pflicht entschieden, damit Infektions- und Kontaktfälle das Wirtschaftsleben nicht mehr als nötig ausbremsten.

(dpa)

81 Stunden Weihnachts-Impfmarathon: Gäste aus den Niederlanden

20:17
27.12.2021
Nach 81 Stunden und weit über 800 Impfungen ist am Montagabend in Duisburg ein Weihnachts-Impfmarathon zu Ende gegangen. Initiator war der Neurologe Ahmad-Mujtaba Mostakiem, der mit seinem Team im Drei-Schicht-System in einem Hotel in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs zu der Aktion eingeladen hatte. Er spricht von einem vollen Erfolg. Impflinge konnten ohne Anmeldung kommen.

«Am Ende war uns der Impfstoff von Biontech ausgegangen», sagte Mostakiem der Deutschen Presse-Agentur. Der Mediziner zeigt sich stolz. «Selbst in der Nacht haben wir durchgehend geimpft.» Unter den Gästen seien ganze Familien gewesen, die über Weihnachten bei Verwandten in Duisburg waren. «Zu 90 Prozent kamen Menschen, die es aus Zeitgründen wegen des Berufs oder Studiums bislang nicht geschafft haben, sich impfen zu lassen», sagte der Neurologe. Die Menschen hätten sich zum Teil mit Pralinen, Schokolade, Sekt und Obstkörben für die Möglichkeit bedankt.

Unter den Gästen waren seit Heiligabend auch über 100 Erstimpflinge. «Die Quote war deutlich höher als üblich. Verwirrt war der Mediziner über viele Impfwillige aus den Niederlanden, die er trotz der langen Anfahrt wieder wegschicken musste. «Ich darf hier nur Niederländer mit Wohnsitz in Deutschland impfen oder mit einer Krankenversicherung in Deutschland. In einem Interview mit dem holländischen Fernsehen musste ich das klarstellen», sagte Mostakiem, nachdem sich das Angebot bis in das Nachbarland herumgesprochen hatte.

(dpa)

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