Letztes Update:
20211223163759

Merz: «Bevölkerung nicht in Angst und Schrecken versetzen»

16:39
23.12.2021
Der designierte CDU-Chef Friedrich Merz hat in der aktuellen Corona-Lage dazu geraten, die Bevölkerung «nicht in Angst und Schrecken» zu versetzen. «Es gibt in unserem Land leider eine gewisse Neigung, immer denen besonders viel Gehör zu schenken, die die Situation besonders dramatisch darstellen», sagte er im Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Die Pandemie müsse den politischen Entscheidungsträgern Respekt gebieten, «aber sie sollten nicht in Angst erstarren».

Mit Blick auf befürchtete Belastungen der kritischen Infrastruktur wegen möglicher Personalknappheit durch Arbeitsausfälle wegen Corona oder Quarantäne sagte Merz, man müsse «die Frage eines systemischen Versagens» natürlich «ernsthaft prüfen». «Aber wir wissen auch, dass wir gerade bei den Geimpften viel mildere Verläufe haben werden, selbst bei Durchbrüchen von Virusvarianten. Wir sollten die Bevölkerung jetzt nicht in Angst und Schrecken versetzen.» Das Problem sei lösbar. «Und ich glaube, in einem Jahr werden wir sagen: Vieles, was manche Ende 2021 befürchtet haben, hat sich – Gott sei Dank – so nicht realisiert.»

In der Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht wies Merz auf Vorschläge hin, möglicherweise stufenweise vorzugehen und die einrichtungsbezogene Impfpflicht beispielsweise auf Polizei, Sicherheitskräfte oder Beschäftigte in Betrieben der sogenannten «kritischen Infrastruktur» auszuweiten. «Bei jeder staatlichen Impfanordnung muss man ja auch immer fragen, ob unser Staat das auch durchsetzen kann.»

(dpa)

Reiseverband: Geänderte Risiko-Einstufung führt zu Verunsicherung

16:38
23.12.2021
Nach der Einstufung Spaniens und Portugals als Corona-Hochrisikogebiete befürchtet die deutsche Reisewirtschaft eine zusätzliche Verunsicherung der Kunden. «Grundsätzlich führen Veränderungen bei der Risiko-Einstufung von Zielgebieten fast automatisch zu Verunsicherung bei den Reisewilligen und bei den Unternehmen, die Reisen anbieten», sagte eine DRV-Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage. Sie wies zugleich darauf hin, dass sich durch die Einstufung als Hochrisikogebiet für vollständig Geimpfte oder von Corona Genesene fast nichts ändere.

Sie müssten lediglich eine digitale Einreiseanmeldung für die Rückreise ausfüllen und die entsprechenden Nachweise dort hochladen. Urlauber, die weder geimpft noch genesen sind, müssen dagegen nach der Rückkehr nach Deutschland zehn Tage in Quarantäne. Diese kann frühesten am fünften Tag mit einem negativen Testergebnis beendet werden.

Im Gegensatz zum wichtigen Sommerreisegeschäft ist die Bedeutung von Portugal und Spanien mit Ausnahme der Kanaren im Winter für Veranstalter und Reisebüros deutlich geringer. Urlauber zieht es in der kalten und dunklen Jahreszeit vor allem in Sonnengebiete auf der Fernstrecke oder in Wintersportgebiete, die trotz wachsender Angebote der Veranstalter nach wie vor als klassische Individualreiseziele gelten.

(dpa)

Berlin und Hamburg lassen weiter Zuschauer zu Sportveranstaltungen zu

16:38
23.12.2021
Sowohl in Berlin als auch in Hamburg sind trotz der jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie auch nach Weihnachten weiterhin Zuschauer bei Sportveranstaltungen erlaubt. Der Berliner Senat beschloss am Donnerstag, vom 28. Dezember an bis zu 3000 Zuschauern im Freien sowie 2000 Zuschauern in geschlossenen Räumen den Eintritt zu ermöglichen, wie die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nach einer Senatssitzung mitteilte.

Die deutschen Meister Alba Berlin, Eisbären Berlin und BR Volleys können somit auch nach dem 28. Dezember vor Zuschauern in heimischer Halle auflaufen. «Wir haben uns entschlossen, hier maßvoll vorzugehen in Abwägung der Risiken und Schutzmaßnahmen», sagte Giffey. Ziel sei, Aktivitäten in Kultur, Sport oder Wirtschaft soweit wie möglich aufrechtzuerhalten, wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen. «Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das immer noch besser ist als eine komplette Absage.»

Bund und Länder hatten am Dienstag vereinbart, dass «überregionale Großveranstaltungen» spätestens ab 28. Dezember ohne Zuschauer stattfinden müssen. Allerdings wurde nicht definiert, was genau unter diesen Begriff fällt.

Voraussetzung in Berlin ist ein von den Behörden vorgegebenes Hygienerahmenkonzept, das mindestens eine maschinelle Belüftung in geschlossenen Räumen vorsieht. Außerdem müssen solche Veranstaltungen grundsätzlich nach 2G-plus-Regeln stattfinden: Sie stehen also nur Geimpften und Genesenen offen, die obendrein einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Auch das Tragen einer FFP2-Maske ist verpflichtend.

Die BR Volleys begrüßten die Maßnahmen und freuen sich darüber, im Spitzenspiel am 6. Januar gegen die powervolleys Düren vor Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle spielen zu dürfen. Die Füchse Berlin bestreiten nach dem 28. Dezember keine Heimspiele, da die Liga wegen der Handball-EM pausiert. Die Fußball-Bundesliga startet erst am 7. Januar in ihre Rückrunde, die 2. Liga eine Woche später.

In Hamburg dürfen unter freiem Himmel und unter 2G-Bedingungen auch weiterhin Sportveranstaltungen mit weniger als 5000 Teilnehmern stattfinden. Das sieht die neue Corona-Eindämmungsverordnung des rot-grünen Senats vor, die am Donnerstagnachmittag unterzeichnet wurde, wie der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das gelte auch für Fußballstadien. In Innenräumen sind demnach unter 2G-Regeln, also nur für Geimpfte und Genesene, Veranstaltungen mit bis zu 2500 Teilnehmern möglich.

Inwieweit die Vereine von der neuen Regel Gebrauch machen werden, war zunächst noch unklar und damit auch, ob ein Heimspiel der Hamburg Towers gegen die Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga am
zweiten Weihnachtsfeiertag und ein Handballspiel des HSV Hamburg gegen den Bundesliga-Rivalen Bergischer HC einen Tag später vor Publikum stattfinden.

In Schleswig-Holstein sind bei Sport-Großveranstaltungen künftig drinnen und draußen noch 1000 Zuschauer erlaubt, allerdings haben in nächster Zeit weder die Handball-Topclubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt sowie Fußball-Zweitligist Holstein Kiel Heimspiele. Die Verordnung gilt bis zum 18. Januar.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden