Letztes Update:
20211202114706

Gymnasiallehrer: Schulschließungen dürfen jetzt kein Tabuthema sein

10:54
02.12.2021
In der Debatte über Verbote und Einschränkungen wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen sollten aus Sicht der Lehrkräfte an baden-württembergischen Gymnasien auch Schulschließungen nicht mehr ausgeschlossen werden.

 «Jede Überlegung zur Sicherung des Schulbetriebs muss jetzt auf den Tisch», forderte der Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW), Ralf Scholl, am Donnerstag.«

Auch Schulschließungen dürfen angesichts der Corona-Infektionslage kein Tabu mehr sein.» Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 9000 Gymnasiallehrerinnen und -lehrer in Baden-Württemberg.

Das Kultusministerium versuche allerdings, die Schulen auf Biegen und Brechen bis zu den Weihnachtsferien offen zu halten, sagte Scholl. Das sei sträflicher Leichtsinn. «Man hat den Zeitpunkt für sanftere Maßnahmen längst verpasst und scheut die Verantwortung für die jetzt notwendigen, harten Maßnahmen», kritisierte Scholl.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will Schulen und den Präsenzunterricht nach eigenen Angaben so lange offen halten «wie nur irgendwie vertretbar und möglich». Das hatten zuletzt auch die Landkreise und der Städtetag gefordert.

(dpa)

Bund organisiert zusätzliche Impfdosen für Dezember

10:35
02.12.2021
Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen bis zum Jahresende organisiert der Bund zusätzliche Impfdosen.

Nach Verhandlungen mit dem Hersteller Moderna kann eine Lieferung von zehn Millionen Dosen aus dem dritten Quartal 2022 auf Dezember vorgezogen werden, wie aus Informationen des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag hervorgeht.

Dies entspricht 20 Millionen «Booster»-Dosen, da bei Moderna dafür eine halbe Dosis gespritzt wird. Zudem sollen acht Millionen Moderna-Dosen zusätzlich im Dezember kommen - weil die Abgabe zugesagter Dosen an andere Länder über die internationale Initiative Covax langsamer läuft.

Nachjustiert werden sollen nun auch Lieferungen des Impfstoffes von Biontech. Nach einer Vereinbarung mit dem Hersteller könne ein Teil der wochenweise aufgeteilten Lieferungen für Dezember vorgezogen werden, erläuterte das Ministerium.

Nach 2,9 Millionen Dosen in der kommenden Woche könnten die Lieferungen an die Impfstellen in der Woche vom 13. Dezember dadurch auf fünf Millionen Dosen aufgestockt werden. Die Menge der Folgewochen reduziere sich dann entsprechend.

Das Ministerium verhandelt zudem mit anderen EU-Ländern, die ihre Biontech-Dosen aktuell nicht komplett benötigen. Ziel sei, zwei bis drei Millionen zusätzliche Dosen im Dezember übernehmen zu können, heißt es in den Informationen, die der geschäftsführende Minister Jens Spahn (CDU) an die Ministerpräsidentenkonferenz sandte. Bei vielen Ärzten und anderen Impfstellen hatte es Proteste ausgelöst, dass der Bund für den meistgenutzten Impfstoff von Biontech kürzlich Bestell-Obergrenzen eingeführt hatte - da sich die Lager sonst zu schnell zu leeren drohten.

Das Ministerium betonte zugleich, dass das bestehende Verteilsystem sich insgesamt bewährt habe - mit «eingespieltem Zusammenwirken» von Herstellern, Zentrallager bei der Bundeswehr, Pharma-Großhandel und Apotheken. Kein anderes System hätte in so kurzer Zeit diese Mengen bei einem so sensiblen und extrem temperaturabhängigen Produkt binnen vier Wochen ohne Qualitätseinbußen im Handling verzehnfachen können.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden