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20211221135056

Modellierer über Omikron: «Wir sehen eine relativ starke Wand kommen»

13:50
21.12.2021
Der Modellierer Thorsten Lehr sieht mit der Omikron-Variante des Coronavirus eine «Wand» auf Deutschland zukommen. Dem Fernsehsender ntv sagte der Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes: «Wir gehen in unseren Berechnungen davon aus, dass wir jetzt in den nächsten Tagen wirklich wieder einen Anstieg von den Fallzahlen sehen werden. Es wird erst langsam gehen, aber dann deutlich schneller zunehmen.»

Anfang des Jahres könnten die Inzidenzen um die 1000 liegen. Ob das wirklich eintrete, hänge davon ab, wie die Bevölkerung sich verhalte, und welche Maßnahmen ergriffen würden. «Aber da sehen wir wirklich eine relativ starke Wand auf uns zukommen», sagte Lehr. Auch wenn Omikron milder verlaufe, würden damit viele Menschen gleichzeitig krank. «Wir haben das auch mal versucht hochzurechnen und da kann es schon passieren, dass sie teilweise bis zu fünf, sechs Millionen gleichzeitig Erkrankte haben.» Das würde zu Problemen in der Versorgung im Gesundheitssektor und im öffentlichen Leben führen.

(dpa)

Patientenschützer kritisieren Kommunikation zu Corona-Maßnahmen

13:49
21.12.2021
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat angesichts der Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen eine teils widersprüchliche Kommunikation kritisiert. Vorstand Eugen Brysch sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: «Was zu Silvester vernünftig sein soll, kann zu Heiligabend nicht falsch sein.» Daher stelle sich die Frage nach dem Sinn, schärfere Maßnahmen erst nach Weihnachten einzuführen. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach sei noch vor wenigen Wochen «Chefmahner der Republik» gewesen und mache jetzt als Bundesgesundheitsminister eine «180-Grad-Wende».

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) zeichneten sich für die Weihnachtstage voraussichtlich keine neuen staatlichen Beschränkungen ab. Vor Zusammentreffen mit anderen sollten aber Tests gemacht werden, hieß es in einem Beschlussentwurf. Schärfere Regeln könnten demnach spätestens ab 28. Dezember kommen. Im Gespräch waren unter anderem Obergrenzen für private Zusammenkünfte und Schließungen von Clubs und Diskotheken.

(dpa)

Familienministerin Spiegel warnt vor Kontaktbeschränkungen für Kinder

13:49
21.12.2021
Kurz vor Beginn der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Pandemie hat Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) vor zusätzlichen Einschränkungen für Kinder und Jugendliche gewarnt. «Über neue Einschränkungen für Kinder und Jugendliche dürfen wir nicht zuerst, sondern erst zuletzt sprechen, wenn dies unvermeidbar ist», sagte Spiegel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Wenn über «dringend notwendige strikte Kontaktbeschränkungen» gesprochen werde, dann müsse es «um den Alltag von Erwachsenen gehen: um das Arbeitsleben, um Freizeit und private Kontakte», erklärte die Grünen-Politikerin weiter.

Es sei richtig, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren von privaten Kontaktbeschränkungen auszunehmen. «Gerade jetzt brauchen Kinder und Jugendliche Weihnachten im engen Kreis ihrer Familien ganz besonders, um wieder Kraft zu tanken», sagte Spiegel. Kinder hätten in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren «besonders gelitten». Ihr Alltag in Kitas und Schulen sei «viel stärker eingeschränkt» gewesen als der Arbeitsalltag von Erwachsenen, sagte sie. Das müsse bei den anstehenden Beratungen von Bund und Ländern berücksichtigt werden.

In einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Nachmittag über mögliche Verschärfungen im Kampf gegen die neue Virusvariante Omikron beraten. Das Robert Koch-Institut hatte zuvor angesichts der sich abzeichnenden fünften Pandemiewelle sofortige maximale Kontaktbeschränkungen gefordert.

Familienministerin Spiegel warb erneut dafür, die Corona-Impfungen für Kinder «in größtmöglichem Tempo» auszuweiten. «Gerade mit Blick auf Omikron ist es besonders wichtig, Kinder und Jugendliche durch die Impfung bestmöglich zu schützen.»

(dpa)

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