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EU-Impfnachweise ohne Booster künftig nur noch neun Monate gültig

12:29
21.12.2021
EU-Impfnachweise ohne Booster künftig nur noch neun Monate gültig
Die digitalen EU-Nachweise über Corona-Impfungen, -Tests und Genesung gelten als Erfolgsgeschichte: Sie werden auch außerhalb der Union in vielen Ländern verwendet. Auf Menschen ohne Auffrischungsimpfung kommt aber eine Änderung zu.

Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig. Die Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Theoretisch können die EU-Länder noch ein Veto einlegen, was aber so gut wie ausgeschlossen ist. Die Regelung sei mit den EU-Staaten abgestimmt worden und werde auch im jüngsten Gipfelbeschluss erwähnt, so ein Kommissionssprecher.

Auffrischungsimpfungen werden demnach spätestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung empfohlen. Das Impfzertifikat soll aber drei weitere Monate gültig sein, bevor es abläuft, damit man genug Zeit hat, sich eine Auffrischungsimpfung zu holen.

Der EU-Impfnachweis besteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Impfung in Praxen und Impfzentren erstellt wird oder nachträglich in Deutschland etwa in Apotheken erhältlich ist. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU erkannt und erleichtern auf Reisen Nachweise über Impfungen, frische Tests und kürzlich überstandene Infektionen mit dem Coronavirus.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits nach dem EU-Gipfel vergangene Woche angekündigt, dass ihre Behörde zeitnah eine Regelung mit Blick auf den EU-Impfnachweis vorlegen werde. Vor der diesjährigen Sommersaison hatten sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf die letzten Details der europaweiten Zertifikate geeinigt. Sie werden mittlerweile in zahlreichen Ländern auch außerhalb der EU anerkannt.

(dpa)

Freiberg wehrt sich gegen Vereinnahmung durch Corona-Proteste

12:28
21.12.2021
Mit einer Kampagne «#WirliebenFreiberg» will sich die Stadt gegen die Vereinnahmung durch Corona-Proteste stärker zur Wehr setzen. «Es kann nicht sein, dass eine ganze Stadt wegen einer Minderheit in Verruf gerät», erklärte Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) am Dienstag. «Denn das Ausmaß ist entsetzlich: Freiberger Produkte werden jetzt schon gemieden, Urlaubsreisen zu uns in Größenordnung storniert.» Dem müsse gemeinsam etwas entgegengesetzt werden. Details der Kampagne sollen am Mittwoch vorgestellt werden.

Die Universitätsstadt gehörte in den vergangenen Wochen zu den Brennpunkten der Proteste von Gegnern der Corona-Politik in Sachsen. Angeheizt werden diese vermeintlichen Spaziergänge, mit denen vielerorts die Corona-Regeln unterlaufen werden, von den rechtsextremen «Freien Sachsen». Auch am Montag versuchten nach Angaben der Polizei wieder mehrere Hundert Menschen in der Stadt einen illegalen Aufzug zu veranstalten.

Anfang des Monats hatten deswegen bereits engagierte Bürger einen Offenen Brief verfasst, den inzwischen mehr als 5000 Menschen unterzeichnet haben. «Lasst Freiberg nicht zum Abenteuerspielplatz der Rechtsextremen und Corona-Leugner werden!», heißt es darin. «Wir fordern die Spaziergänger auf, dieses weitere Befeuern der Pandemie zu unterlassen. Von der Politik erwarten wir, diese illegalen Demonstrationen nicht länger zu dulden.»

Ähnliche Initiativen gibt es auch andernorts in Sachsen. Den Vorstoß aus Freiberg nahm etwa ein Demokratie-Bündnis in Zwickau zum Anlass für eine ähnliche Initiative, die inzwischen Hunderte Unterzeichner gefunden hat. Eine Online-Petition aus Bautzen hat im Internet sogar weit mehr als 13 000 Unterstützer gefunden. «Die Corona-Protestler nutzen die Pandemie als Vorwand, um Krawall zu stiften, die Demokratie zu gefährden und die Gesellschaft zu spalten», heißt es darin. «Der Bruch geht durch Familien und Freundeskreise (...) Wir können es nicht zulassen, dass diese kleine, viel zu laute Gruppe noch lauter wird. Bautzen ist und soll auch fortan kein Aufmarschplatz der Rechtsextremen und Corona-Leugner sein.»

(dpa)

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