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Niederlande im Lockdown - Kritik und Enttäuschung

11:59
19.12.2021
In den Niederlanden ist angesichts der sich schnell verbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus ein harter Lockdown in Kraft getreten. Viele Bürger reagierten enttäuscht, doch große Proteste blieben am Sonntag zunächst aus.

Seit 05.00 Uhr blieben fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure geschlossen. Ausgenommen sind etwa Supermärkte und Apotheken.

Vor allem Unternehmer und Gastwirte klagten über Einnahmeverluste. Sie forderten Kompensation für das Wegfallen des Weihnachtsgeschäftes. Gewerkschaften sprachen von «erneut einem schweren Schlag» für Arbeitnehmer in der Gastronomie und im Einzelhandel. Besorgt äußerten sich auch Schulen über die Folgen für die Schüler.

Etwa 6,9 Millionen Niederländer hatten die Ankündigung durch Premier Mark Rutte am Samstagabend live im TV verfolgt. Einige Städte hatten sich auf Unruhen vorbereitet, doch die blieben aus. Vor einigen Wochen hatte es in mehreren Städten zum Teil heftige Krawalle gegeben.

Enttäuscht zeigen sich viele Bürger, dass große Feiern zu Weihnachten und Silvester nun nicht möglich sind. Jeder Haushalt darf nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucher erlaubt. Auch im Freien dürfen höchstens zwei Menschen zusammen kommen.

Der Premier hatte den Lockdown mit der extrem schnellen Verbreitung der Omikron-Variante begründet. Nach Berechnungen der Gesundheitsbehörden würden ohne drastische Eingriffe Anfang Februar bis zu 4000 Covid-Patienten auf den Intensivstationen liegen. Zur Zeit sind es etwa 600 und die Krankenhäuser bereits an der Grenze der Belastbarkeit.

Bisher galt schon ein «Abend-Lockdown». Die meisten Geschäfte, Gaststätten sowie Kultur- und Sporteinrichtungen mussten um 17 Uhr schließen.

(dpa)

Corona-Regeln zwingen zu Programmänderungen in hessischen Theatern

10:36
19.12.2021
Wegen der erneuten Verschärfung der Corona-Maßnahmen haben Konzerthäuser und Theater in Hessen ihr für die bevorstehenden Festtage geplantes Programm erneut ändern müssen. Einige Veranstalter sagten Vorstellungen komplett ab. Tausende von Eintrittskarten verloren ihre Gültigkeit oder mussten umgetauscht werden, wie eine Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt ergab.

Die Alte Oper Frankfurt und BB Promotion strichen kurzfristig sämtliche Termine der Produktionen «Stomp» und «Winterzauber». Die seit Donnerstag geltenden Vorgaben der Coronavirus-Schutzverordnung ließen sich «organisatorisch, logistisch und wirtschaftlich in der Kürze der Zeit nicht umsetzen», begründete das Konzerthaus und der Veranstalter ihre Entscheidung.

Das Hessische Staatstheater in Wiesbaden schränkte seinen Spielbetrieb erneut drastisch ein und rief sämtliche für das Große und Kleine Haus bis Ende Januar ausgegebenen Tickets zurück. Zudem änderte es den Spielplan. An den Staatstheatern in Darmstadt und Kassel waren wegen der verringerten Saalkapazitäten fast keine Karten mehr für Vorstellungen an Weihnachten oder Silvester zu bekommen.

In Hessen dürfen seit Donnerstag bei Großveranstaltungen in Innenräumen nicht mehr alle Plätze verkauft werden. Denn ab dem 251. Platz hat das Land die Kapazität auf 25 Prozent begrenzt. Das heißt: Die ersten 250 Plätze können voll ausgenutzt werden. Bei allen weiteren Plätzen darf nur noch jeder vierte Platz belegt werden. Zudem gilt die 2G-plus-Regel und eine Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung.

(dpa)

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