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Hans: Radikalisierung von Impfgegnern ist inakzeptabel

08:18
18.12.2021
Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sieht sich und seine Familie von radikalen Impfgegnern und Corona-Leugnern bedroht. «Dass vor allem in den sozialen Netzwerken, und nicht nur auf der Straße, der Ton rauer wird, das bekomme ich auch zu spüren», sagte Hans der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Bedrohungen seien für ihn nicht neu: «Aber dass es bis hin zu übelsten Äußerungen auch mit Blick auf die Familie geht, das ist schon eine neue Qualität», sagte Hans.

Nachdem das russische Staatsfernsehen «RT Deutsch» eine Aussage von Hans zur 2G-Regel (Zutritt für Geimpfte und Genesene) in einer ZDF-Talkshow «isoliert in seinen Netzwerken geteilt» habe, habe es «einen ganz massiven Anstieg von Bedrohung, die auch meine Familie mit beinhaltet», gegeben. «So etwas ist nicht hinnehmbar», sagte er. Es habe «Eruptionswellen» gegeben, «die bis zur Radikalisierung und Gewaltandrohung reichen». Dies sei «einfach nicht mehr tolerabel». Der Staatsschutz werde die Vorgänge prüfen.

Mit Blick auf eine insgesamt zunehmende Radikalisierung sagte er: «Wir müssen ohne Frage sehr wachsam sein, was diese Entwicklung anbelangt.» Eine «kleine, aber laute Minderheit» radikalisiert sich zunehmend. «Es ist nicht zu akzeptieren, wenn beispielsweise Politiker zu Hause in ihren Wohnungen mit Fackelmärschen aufgesucht, beschimpft und Drohbriefe gesendet werden.» Versammlungen, bei denen gegen geltendes Recht verstoßen werde, müssten aufgelöst werden.

«Da, wo teilweise militant mit Gewalt vorgegangen wird, muss das nachverfolgt werden. Das können wir, das kann unser Rechtsstaat nicht akzeptieren.» Friedlicher Protest gegen die Corona-Regeln sei legitim und ein Grundpfeiler der Demokratie, gewalttätiger Protest nicht. Innerhalb der Gruppe der Ungeimpften seien die radikalen Kräfte aber eine kleine Minderheit. Von einer Spaltung durch die Mitte der Gesellschaft könne angesichts der Zahlenverhältnisse keine Rede sein.

(dpa)

Städtetag: Kommunen brauchen verlässliche Impfstofflieferungen

08:17
18.12.2021
Der Deutsche Städtetag hat den Bund aufgefordert, für ausreichend Impfstoff zu sorgen. «Wir brauchen verlässliche Impfstofflieferungen vor Ort», sagte Städtetagspräsident Markus Lewe der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Impfkampagne für die Erwachsenen müsse ihren Schwung behalten: «Es ist eine gute Botschaft: Nie wurden so viele Menschen täglich geimpft und geboostert wie derzeit. Wir impfen ohne Unterlass, auch an den Wochenenden in vielen kommunalen Impfstellen und Arztpraxen. Dieses Tempo muss nahtlos auch im neuen Jahr weitergehen.» Der Bund sei gefordert, für ausreichend Impfstoff zu sorgen.

Lewe sagte weiter: «So schwer es fällt, wir müssen weiter die Kontakte reduzieren. Das ist gerade zu den Weihnachtstagen für viele Menschen hart und schwer zu ertragen. Dennoch unsere Bitte: Übernehmen Sie Verantwortung für sich und andere. Bleiben Sie zu Hause oder feiern Sie mit der Familie nur in kleinem Kreis.»

Die nächste Corona-Welle sei nicht mehr aufzuhalten, so Lewe, der Oberbürgermeister von Münster ist. «Aber wir alle können helfen, dass sie uns nicht überrollt. Die Städte appellieren deshalb an die Eltern, die Möglichkeit, die eigenen Kinder impfen zu lassen, verantwortlich zu prüfen. Die Städte und Kinderärzte bieten dafür vielfältige Angebote.»

Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Donnerstag gesagt, für eine sehr offensive Booster-Strategie brauche man viel Impfstoff - und das schnell. Er versuche, Lieferungen so weit nach vorne zu ziehen, wie es gehe. Nach Einschätzung von Lauterbach steht Deutschland vor einer massiven fünften Corona-Welle mit der neuen Omikron-Variante.

(dpa)

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