Letztes Update:
20211217045003

WHO: Kein Problem bei Erst- und Zweitimpfung mit zwei Impfstoffen

00:57
17.12.2021
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht kein Problem darin, Patienten bei der Erst- und Zweitimpfung gegen das Coronavirus unterschiedliche Impfstoffe zu verabreichen.

Sie veröffentlichte am Donnerstag dazu in Genf spezifische Empfehlungen. Über Vor- und Nachteile einer Auffrischimpfung mit einem unterschiedlichen Präparat als in der Grundimpfung liegen nach Angaben der WHO noch nicht genügend Studien vor.

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet bei ihrer Empfehlung danach, welcher der drei Impstofftypen bei der ersten Impfung benutzt wurde: ein mRNA-Impfstoff wie der von Biontech/Pfizer oder Moderna, ein Vektorimpfstoff wie der von Astrazeneca oder Johnson & Johnson, oder ein inaktiver Impfstoff wie der der chinesischen Hersteller Sinovac und Sinopharm. Letztere haben eine Notfallzulassung der WHO, sind aber in der Europäischen Union nicht zugelassen.

Länder, die bei der ersten Impfdosis mRNA-Impfstoffe verwendet haben, könnten bei Folgeimpfungen Vektor-Impfstoffe in Betracht ziehen, empfiehlt der unabhängige Impfrat der WHO (SAGE). Länder, die zunächst Vektorimpfstoffe verabreicht haben, könnten anschließend mit mRNA-Mitteln impfen. Länder, die zuerst inaktive Impfstoffe verabreicht haben, könnten Vektor- oder mRNA-Impfstoffe einsetzen.

Generell lehnt die WHO bislang Auffrischimpfungen (Booster) ab, weil vorhandene Impfstoffe ihrer Meinung nach zuerst in ärmere Länder gehen sollten, bevor in reichen Ländern dritte Impfungen vorgenommen werden. «Weitreichende Auffrischimpfungen bergen das Risiko von Versorgungsengpässen im Rest der Welt», sagte der SAGE-Vorsitzende Alejandro Cravioto vergangene Woche.

Cravioto betonte auch, dass bei Erst- und Zweitimpfung der Einsatz des gleichen Impfstoffs immer noch am sinnvollsten sei. Die Kombination unterschiedlicher Impfstoffe sei dann relevant, wenn nicht genügend Material desselben Herstellers zur Verfügung stehe.

(dpa)

Politologe Merkel warnt vor Unterdrückung von Corona-Protesten

00:47
17.12.2021
Der Politik-Wissenschaftler Wolfgang Merkel sieht die Demokratie durch radikale Corona-Proteste nicht gefährdet und warnt vor deren Unterdrückung.

«Es verändert sich etwas in der politischen Kultur und in den Debatten im Land. Eine klare Krise der Demokratie ist das für mich aber nicht», sagte der Demokratieforscher vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung den «Badischen Neuesten Nachrichten» (Freitag). «Bei Krisen geht es um Leben und Tod. Deswegen sollte man den Begriff nicht auf alles anwenden, so wie es derzeit geschieht.»

Weiter sagte Merkel: «Diese ekelhaften und an den Nationalsozialismus erinnernden Fackelaufzüge sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der Demokratie. Das sind nicht 50 Prozent, die protestieren, sondern höchstens fünf bis zehn Prozent.»

Der Professor bezeichnete Meinungsfreiheit als zentrales Gut der Demokratie. «Wir dürfen nicht aus Ungeduld oder dem Bauch heraus agieren und sagen: Das ist eine demokratiefeindliche Position, das lassen wir vom Verfassungsschutz beobachten und verbieten es dann.»

Merkel mahnte: «Es ist für einen demokratischen Staat möglicherweise gefährlicher, wenn wir Liberale ihn selbst illiberalisieren, als wenn dies eine kleine radikale Gruppe von zehn Prozent versucht.»

Stattdessen plädierte Merkel für sogenannte Bürgerräte mit zufällig ausgewählten Menschen, die etwa die Impffrage zu lösen versuchen. «Die absoluten Ideologen wird man damit nicht bekommen. Aber es ist ein weites Geflecht: Es gibt Zauderer, Zögernde, Zweifler. Wenn diese Leute zuhören, steigen wir in einen Diskurs ein.»

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden