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Institut IW rechnet bei 2G-Regel mit großen Umsatzeinbußen im Handel

01:37
02.12.2021
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet in Einzelhandel und Gastgewerbe erhebliche Umsatzrückgänge, sollte dort bundesweit die 2G-Regel eingeführt werden.

«Wir gehen davon aus, dass 2G beim stationären Einzelhandel zu Umsatzeinbußen im Dezember von etwa 5,3 Milliarden Euro führen würde», sagte IW-Experte Christian Rusche dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag).

Dabei sei zu bedenken, dass die Betriebe bereits im zweiten Jahr im wichtigen Weihnachtsgeschäft unter Beschränkungen litten. «Eine flächendeckende Einführung von 2G würde vor allem kleinere Betriebe sehr hart treffen», meinte Rusche. 2G steht für den Zutritt zu Geschäften nur für Geimpfte und von Corona Genesene. Bund und Länder wollen am Donnerstag über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen entscheiden.

Nach Ansicht des IW-Experten würden es sich bei einer 2G-Vorschrift wohl zahlreiche Inhaber überlegen, «ob es sich noch lohnt, das Geschäft zu öffnen. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, die finanziellen Hilfen für die betroffenen Handelsunternehmen auszuweiten und bürokratische Hürden bei der Gewährung der Hilfen zu beseitigen.»

Rusche sieht für das Gastgewerbe ebenfalls eine prekäre Lage: «Die Einführung einer bundesweiten 2G-Regelung wird nach unseren Berechnungen die Einnahmen insgesamt um zusätzlich rund eine Milliarde Euro für den Dezember verringern.» Dabei müsse zudem einkalkuliert werden, dass für die Betriebe Mehraufwand durch Kontrollen entstehe.

Der Handelsverband Deutschland befürchtet bei Einführung einer 2G-Regel Umsatzverluste von bis zu 50 Prozent für die betroffenen Unternehmen. «Das ist nach den ohnehin schon kräftezehrenden Lockdowns der vergangenen Monate für viele nicht zu verkraften», sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Genth forderte die Politik auf, diese Maßnahmen zurückzunehmen oder gar nicht erst einzuführen, «ansonsten erlebt der Einzelhandel zum Jahresschluss ein Debakel».

(dpa)

Anne Spiegel: Schulen so lange wie möglich offen halten

01:12
02.12.2021
Die designierte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel hat vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie vor Schulschließungen gewarnt.

«Wir müssen alles daran setzen, dass die Bildungseinrichtungen so lange wie möglich offen bleiben», sagte die Grünen-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche müssten verstärkt werden. Sinnvoll wäre, das Tragen von Masken auszuweiten und mehr zu testen. «Ich wünsche mir dringend, dass wir nicht als erstes über die Schließung von Schulen und Kitas sprechen, sondern als allerletztes.»

«Es geht nicht nur um Lernrückstände. Schulen und Kitas sind ein wichtiges System, das den Kindern auch Halt, Geborgenheit und Sicherheit gibt in dieser schwierigen Zeit. Viele Kinder leiden psychisch unter der Pandemie», sagte Spiegel.

Die Grünen haben die rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt und Klimaschutz als Bundesfamilienministerin für die neue Ampel-Regierung in Berlin nominiert. Spiegel kündigte in den Funke-Zeitungen an, sich umgehend um die Förderung ärmerer Kinder kümmern zu wollen. «Für den Start ist wichtig, dass 2,7 Millionen Kinder in Deutschland einen Sofortzuschlag bekommen, der ein deutliches Plus im Geldbeutel bringt.»

Auch die geplante Kindergrundsicherung werde sie sofort angehen, sagte Spiegel - allerdings sei das «ein so großer Wurf, dass die Kindergrundsicherung nicht in den ersten 100 Tagen das Licht der Welt erblicken wird». Zu einem Schwerpunkt will sie zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen. «Es ist mir wichtig, dass wir die Betreuungssituation für Familien verbessern.»

Spiegel kündigte an, dass sie mit ihrer gesamten Familie von Speyer nach Berlin umziehen werde. «Nachdem klar war, wohin die Reise geht, habe ich erst mit meinem Mann und dann mit den Kindern gesprochen. Der Familienrat hat sich eindeutig dafür ausgesprochen, dass wir alle zusammen nach Berlin ziehen.»

(dpa)

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