Letztes Update:
20211213100524

Hunderte Impfpässe gefälscht - Mann in Untersuchungshaft

10:04
13.12.2021
400 gefälschte Impfausweise und Tausende Chargenaufkleber für Corona-Impfstoffe hat die Polizei bei einem Mann in Nürnberg gefunden. Mindestens 34 Kunden des 31-Jährigen sollen in Apotheken der Region versucht haben, mit gefälschten Pässen ein digitales Impfzertifikat zu bekommen, wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Montag mitteilte. Der Mann sitzt nun wegen des Verdachts auf «gewerbsmäßige Vorbereitung der Herstellung von unrichtigen Impfausweisen» in Untersuchungshaft.

Bereits im September hatten Ermittler die Wohnung des 31-Jährigen durchsucht und neben Blanko-Impfpässen und Stempeln von Arztpraxen auch mehrere Tausend Chargenaufkleber entdeckt. Im Dezember fand die Polizei abermals Fälschungsutensilien bei dem Mann. Auch gegen die mutmaßlichen Kunden wird ermittelt.

(dpa)

Klinikverband: Beschränkungen für Ungeimpfte nötig, kein Lockdown

07:37
13.12.2021
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hält ein völliges Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vorerst nicht für nötig, um eine Überlastung der Kliniken in der Corona-Pandemie zu verhindern. «Ein Lockdown für alle ist in der jetzigen Situation zumindest aus unsere Sicht nicht erforderlich, aber konsequente Kontaktbeschränkungen insbesondere für die Ungeimpften», sagte der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». «Das hat auch nichts mit Schikane zu tun, sondern es geht wirklich darum, Vorsorge zu treffen, und deswegen ist das richtig.»

Die bereits beschlossene Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen hält Gaß für eher unproblematisch. Die Impfquote in den Krankenhäusern sei mit über 90 Prozent sehr hoch, sagte er. Man sei zuversichtlich, dass die anderen durch Aufklärung noch zu überzeugen seien. «Wir hoffen, dass es nur sehr wenige sind, die am Ende sich wirklich nachhaltig verweigern und die wir dann in letzter Konsequenz vielleicht auch verlieren werden.» Neues Personal sei dann aber nicht so schnell zu rekrutieren, weil Intensiv-Pflegekräfte eine zweijährige Weiterbildung durchlaufen müssten.

Die Notwendigkeit einer derzeit politisch erst angestrebten allgemeinen Impfpflicht machte Gaß von der Entwicklung des Virus abhängig. «Die allgemeine Impflicht wäre eine logische Konsequenz aus unserer Sicht, wenn sich tatsächlich zeigt, dass (die Virus-Variante) Omikron so ansteckend ist, dann brauchen wir eben eine noch viel höhere Impfquote, als wir sie ganz am Anfang für (die Variante) Alpha prognostiziert haben.»

(dpa)

Gesundheitspsychologin: Vor Impfpflicht muss es mehr Angebote gegen

07:36
13.12.2021
Vor einer Impfpflicht müsste nach Ansicht der Heidelberger Gesundheitspsychologin Monika Sieverding versucht werden, unentschlossene Menschen durch weitere Impfangebote zu überzeugen. Es mangele an ausreichenden Gelegenheiten, sagte sie. Teils gebe es bei Ärzten keine zeitnahen Termine, teils müsse man bei Pop-up-Angeboten vier Stunden lang Schlange stehen und werde womöglich weggeschickt, weil der Impfstoff aufgebraucht sei. «Wer jetzt eine Erstimpfung will, hat es schwer», sagte Sieverding der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Montag).

Für Ungeimpfte müsse es spezielle, niedrigschwellige Angebote geben, «Pop-up-Impfstationen ohne Schikane und Wartezeit», sagte sie weiter. Es müsse an Wochenenden mehr geimpft werden, Apotheken und auch Supermärkte müssten mehr Angebote machen. «Auf jeden Fall muss das Angebot dramatisch erhöht werden», sagte sie. «Im Augenblick können sich ja gar nicht alle impfen lassen, die es wollen.» Könne hingegen jeder kurzfristig in den nächsten Wochen eine Impfung bekommen, dann könne man - zum Beispiel Anfang nächsten Jahres – Bilanz ziehen. «Es gibt die Chance, um eine Impfpflicht herumzukommen, wenn die politisch Verantwortlichen die Impfangebotspflicht ernst nehmen.»

Nach Angaben des Landesapothekerverbands bietet bereits jede vierte Apotheke in Baden-Württemberg in ihren Räumlichkeiten Tests an - also 600 der 2400 Apotheken. Zudem wird vor dem Hintergrund der aktuellen Impftermine auch die Schließung der Impfzentren im vergangenen September kritisiert. Allerdings beziffert das Sozialministerium die landesweite Auslastung für den vergangenen August mit nur etwa 30 Prozent. Auch die Städte sprachen im Sommer wiederholt von einer sehr niedrigen Nachfrage bei ausreichendem Angebot und boten Impfungen ohne Termin an. Die Zahl der mobilen Impfteams und Impfstützpunkte ist zuletzt deutlich erhöht worden.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden