Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat das Bekenntnis von Bund und Ländern zur Intensivierung der Corona-Impfungen begrüßt, vermisst aber eine Entscheidung über den Umfang einer vollständigen Impfung.
«Die vom neuen Bundesgesundheitsminister aufgeworfene Frage, ob für den 2G-Status zukünftig drei Impfungen erforderlich sind, wurde nicht entschieden», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Freitag) nach den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) vom Donnerstagabend. «Das ist bedauerlich, denn so hätte ein deutlicher Anreiz für die Booster-Impfung gesetzt werden können.»
Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, der bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), sagte dem Fernsehsender Welt: «Im Moment spricht viel dafür, dass man erst nach drei Impfungen vollständig geimpft sein wird. Für die Zukunft, um sich zumindest für Omikron gut aufzustellen. Aber wir wollen da schon noch mal eine gemeinsame Diskussion führen, nächsten Montag oder Dienstag, wenn wir uns wieder in der Konferenz der Minister treffen.»
Lauterbach hatte am Mittwoch im ZDF gesagt: «Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde.» Das sei die neue Realität, um vor der neuen Virusvariante Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit würden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, «und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen».
Allerdings gab es am Abend einen Bericht über Omikron-Infektionen trotz dritter Impfung. Dies soll nach einer Untersuchung bei sieben Deutschen in Südafrika der Fall gewesen sein, wie Wolfgang Preiser, Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Variante entdeckt hat, dem Berliner «Tagesspiegel» (Freitag) sagte. «Das darf man natürlich nicht falsch verstehen, dass die Impfung nicht helfe. Im Gegenteil: Das zeigt nur, dass auch die bestmögliche Impfung offensichtlich nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern – was wir ja schon geahnt haben.»