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20211209165526

Stiko-Chef: Zu wenig Daten für generelle Kinder-Impfempfehlung

16:53
09.12.2021
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) hat die eingeschränkte Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige mit fehlenden Daten begründet. «Die Datengrundlage für eine generelle Empfehlung ist im Augenblick aus Sicht der Stiko nicht gegeben», sagte der Virologe Thomas Mertens am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt zwar keinen direkten Hinweis auf ein Risiko der Impfung in dieser Altersgruppe, aber es gibt eben auch keine ausreichend sichere Datenbasis, um die Sicherheit abschließend zu bewerten.»

Die Zulassungsstudie für den geringer dossierten Kinder-Impfstoff sei viel zu klein gewesen, um sehr seltene Nebenwirkungen auszuschließen. «Das ist ein Problem, vor dem wir stehen», sagte Mertens. An der Wirksamkeit des Kinder-Impfstoffs vom Hersteller Biontech/Pfizer gebe es keine Zweifel.

Die Stiko hat am Donnerstag eine Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten angekündigt. Aber auch gesunde Kinder sollen demnach auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können. Der spezielle Impfstoff soll in Deutschland ab 13. Dezember ausgeliefert werden.

«Auch wenn die Empfehlung formal erst nach Ende des Stellungnahmeverfahrens nächste Woche gültig ist, können Ärzte mit dem Impfen beginnen, sobald sie den Kinder-Impfstoff erhalten haben», stellte Mertens klar. «Es können auch Hausärzte Kinder impfen, Beschränkungen auf Facharztgruppen gibt es nicht mehr.»

Der Stiko-Chef betonte zu der Möglichkeit individueller Entscheidungen für die Impfung auch bei gesunden Kindern: «Es ist nicht die Absicht der Stiko - und auch nie gewesen - einen gesellschaftlichen Dissens zu befördern. Wir haben deshalb bewusst eine Aussage eingefügt, dass die Impfung bei Wunsch der Eltern oder der Kinder auch möglich sein kann.»

(dpa)

Wieder mehr Corona-Impfungen im Südwesten - wenig neue Erstimpfungen

15:03
09.12.2021
Die Zahl der verabreichten Corona-Impfungen im Südwesten ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen - die Zahl der Erstimpfungen stagniert dagegen. Die inzwischen 155 mobilen Impfteams hätten in der vergangenen Woche mehr als 120 000 Impfungen verabreicht, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Donnerstag mit. Auch in den Praxen wurde demnach deutlich mehr geimpft. Zusammen hätten alle impfenden Stellen im Südwesten in der vergangenen Woche deutlich mehr als eine halbe Million Impfungen verabreicht. Das waren demnach fast viermal so viele Impfungen wie in der letzten Oktoberwoche.

Den mit Abstand größten Anteil an der Zunahme der Impfungen haben die sogenannten Auffrischimpfungen, die sechs Monate nach der Zweitimpfung aufgrund des nachlassenden Impfschutzes empfohlen werden, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Auch die Zahl der Erstimpfungen in Baden-Württemberg stieg Ende November demnach kurz an, stagniert nun aber wieder.

Auf der Auffrischimpfung habe in den vergangenen Wochen das Hauptaugenmerk der Impfungen in Baden-Württemberg gelegen, sagte die Sprecherin. «Parallel hierzu müssen jetzt die Erstimpfungen im Land wieder verstärkt angegangen werden.» Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) habe dazu beim Bund erneut um genügend Impfstoff gebeten. Die beste Infrastruktur nütze nichts, wenn Menschen mangels Impfstoff weggeschickt werden müssten.

(dpa/lsw)

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