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20211208140131

Handel wirbt für bundesweite «Bändchenlösung» beim Einkauf

14:01
08.12.2021
Der Handel in Deutschland wirbt für eine bundesweite «Bändchenlösung» beim Einkauf in den Innenstädten und Einkaufszentren, um die vorgeschriebenen 2G-Kontrollen zu erleichtern. «Es gibt aktuell ein buntes Durcheinander bei den Regelungen zur Kontrolle von 2G im Einzelhandel mit Gütern des nicht-täglichen Bedarfs. Das muss dringend vereinheitlicht werden», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der etwa in Mainz bereits praktizierten «Bändchenlösung» wird jeder Kunde nur einmal auf 2G kontrolliert und erhält dann ein Bändchen, mit dem er an diesem Tag Zutritt zu allen Geschäften hat. Das sei für den Handel eine große Erleichterung, betonte Genth. «Die Kontrolle jedes Kunden in jedem Geschäft führt zu erheblichem Aufwand und zu Schlangenbildung vor den Ladentüren. Deshalb wäre es aus Sicht des Handels gut, die in einigen Bundesländern gültige Bändchenlösung auf das ganze Bundesgebiet auszuweiten.»

Bei den erforderlichen 2G-Kontrollen brauche der Einzelhandel allerdings dringend Unterstützung. Denn an dieser Stelle übernähmen die Unternehmen staatliche Aufgaben. Deshalb sollten hier entweder die Kommunen unterstützend tätig werden oder finanzielle Beiträge an die betroffenen Händler fließen, verlangte Genth.

Grundsätzlich müsse die 2G-Regelung im Einzelhandel wieder abgeschafft werden, verlangte Genth. Denn sie leiste keinen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie. Der Einkauf mit Maskenpflicht und Hygienekonzept sei sicher.

Bei 2G haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu den Läden. Ausgenommen von der Verschärfung der Corona-Regeln sind Läden des täglichen Bedarfs, also etwa Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Drogerien.

(dpa)

Steinmeier ruft neue Regierung zu entschiedenem Corona-Kurs auf

14:00
08.12.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die neue Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem entschiedenen Vorgehen gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. «Die Menschen hoffen darauf, dass Sie Führung zeigen und – gemeinsam mit den Ländern – die notwendigen Maßnahmen ergreifen», sagte das Staatsoberhaupt bei der Ernennung des künftigen Kabinetts am Donnerstag in Berlin. «In der akuten Notlage kommt es darauf an, nicht auf die Lautesten zu hören, sondern dafür zu sorgen, dass uns die Pandemie nicht ein weiteres Jahr fest im Griff hält und öffentliches Leben wieder selbstverständlich werden kann.»

Steinmeier sagte, die Realität im Herbst 2021 sei «bitterernst». Er wisse, dass die neue Regierung die große Verantwortung ernst nehme, die jetzt auf ihren Schultern laste. Er appellierte zugleich an alle Bürgerinnen und Bürger: «Diese Krise fordert nicht nur Politik, sie fordert uns alle. Es kommt auf jeden von uns an.» Es gelte jetzt ganz konkret, Kontakte zu reduzieren und sich impfen zu lassen.

Der Bundespräsident sagte mit Blick auf diskutierte Maßnahmen wie eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und eine allgemeine Impfpflicht: Sie erhöhten auch Druck auf ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger.» Niemand in Regierung und Parlament werde sich die Entscheidung leicht machen. «Umso mehr bitte ich alle: Gerade in dieser angespannten Lage sollten gute Argumente sprechen, nicht Verachtung, nicht Wut, schon gar nicht Hass.»

Bei allem Streit, allen Zweifeln und allen Wunden, die die Pandemie geschlagen habe, gelte: «Wir wollen uns auch nach der Krise noch in die Augen schauen können.» Auch wenn es zu einzelnen Maßnahmen unterschiedliche Meinungen gebe: «Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie uns dauerhaft auseinandertreibt», mahnte Steinmeier.

(dpa)

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