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Zwei Dutzend Corona-Todesopfer in Rudolstädter Pflegeheim

17:33
07.12.2021
Die registrierte Zahl der Todesopfer nach einem Corona-Ausbruch in einem Rudolstädter Pflegeheim steigt und steigt. Mittlerweile sind 28 Menschen betroffen. Der Großteil davon war nicht vollständig geimpft.

Der verheerende Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Rudolstadt in Thüringen nimmt immer größere Dimensionen an. Mit Stand Dienstag wurden dort 28 Todesopfer registriert, wie eine Sprecherin des Betreibers mitteilte. Insgesamt 22 von ihnen hätten keinen vollständigen Impfschutz gehabt. Insgesamt waren nach Angaben des Landratsamts ein Drittel der über 140 Bewohner nicht geimpft. In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Nachmeldungen: So hatte das Landratsamt am Freitag erst 18 Todesfälle gemeldet.

Der Fall hatte am Wochenende bundesweit für Reaktionen gesorgt. Der designierte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte entsetzt reagiert und von «völliger Unvernunft» gesprochen. Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums hatte es ausreichend Impfangebote in dem Heim gegeben. Die tragischen Ereignisse hätten ihren Ursprung in der bewussten Ablehnung der Impfung durch Bewohner und deren Angehörigen, hatte eine Sprecherin mitgeteilt.

Die im Bund geplante Impfpflicht für Personal in Pflegeheimen betrachtet die FDP-Gruppe im Thüringer Landtag indes kritisch. «Wir riskieren dadurch, dass sich die besonders gefährdeten Menschen in falscher Sicherheit wiegen», erklärte der Sprecher Thomas Kemmerich am Dienstag. Derzeit seien 83 Prozent der über 60-Jährigen in Thüringen geimpft. Dort gelte es anzusetzen. «Die Devise muss lauten: Impft die Richtigen! Das sind zuallererst die gefährdeten Menschen selbst.»

(dpa)

CDU-Fraktionschef: «2G plus wäre Lockdown durch Hintertür gewesen»

16:57
07.12.2021
CDU-Fraktionschef Manuel Hagel hat die nachträgliche Änderung der Corona-Regeln am Wochenende gerechtfertigt. «2G plus wäre ein faktischer Lockdown durch die Hintertür gewesen», sagte Hagel am Dienstag bei der Sondersitzung des Landtags in Stuttgart mit Blick auf Gastronomie und Einzelhandel. Noch dazu hätte es keine Hilfen für die betroffenen Branchen gegeben. Man sei sich zwischen Grünen und CDU deshalb «schnell einig» gewesen, dass es nicht bei der ursprünglich geplanten Testpflicht für Geimpfte und Genesene (2G plus) etwa in Restaurants bleiben konnte.

Hagel räumte aber ein: «Da wird manches mit heißer Nadel gestrickt, das ist so.» Er ergänzte: «Die Kommunikation hätte besser laufen können.» Man wolle da besser werden, brauche aber keine «Beschimpfungen» aus der Opposition. Man werde nicht zulassen, dass die Opposition einen «Spaltpilz» in die Koalition treibe. Das Hin und Her am Wochenende hatte auch Kritik aus Kommunen, Gastronomie und Handel hervorgerufen.

Aus Sicht von Regierungschef Winfried Kretschmann hat das Wirrwarr am Wochenende aber auch kein gutes Licht auf die grün-schwarze Koalition geworfen. «Was da geschehen ist, ist nicht gut», hatte der Grüne am Dienstag vor Journalisten gesagt. Aus den Reihen der Union hatte es auch über die sozialen Medien erheblichen Druck gegeben, die ursprünglich geplante Testpflicht für Geimpfte und Genesene nochmal aufzuweichen. Der Ministerpräsident sagte dazu: «Was nicht normal ist, dass rumgepostet wird.» Das werde ein Nachspiel haben: «Das wird mit dem Koalitionspartner besprochen.»

(dpa)

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