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Mehrheit der Mittelständler trotz anhaltender Pandemie mit Zuversicht

12:12
07.12.2021
Lieferengpässe und die anhaltende Corona-Pandemie trüben die Zuversicht bei Deutschlands Mittelständlern. «Die Geschäftserwartungen der mittelständischen Unternehmen für die nächsten sechs Monate sind in diesem Herbst deutlich gesunken und weit hinter ihren langjährigen Durchschnittswert zurückgefallen», stellten der Bankenverband BVR und die DZ Bank in ihrer jüngsten Mittelstandsumfrage fest, die am Dienstag veröffentlicht wurde. «Trotz der aktuellen Verschlechterung bleibt aber eine kleine Mehrheit der von uns befragten mittelständischen Unternehmen weiterhin optimistisch, was die Entwicklung der nächsten sechs Monate anbelangt.»

Die Ergebnisse der Umfrage unter 1000 Firmen zeigten, «dass der Post-Corona-Boom auch negative Auswirkungen hat», analysierte DZ-Bank-Firmenkundenvorstand Uwe Berghaus. «Energie- und Rohstoffpreise sind deutlich nach oben geklettert, und manche Vorprodukte wie etwa Halbleiter werden immer mehr zur Mangelware, so dass die Produktion in vielen Bereichen nur eingeschränkt läuft und weit hinter den Auftragseingängen zurückbleibt.»

Der deutsche Mittelstand habe jedoch «in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen, wie gut er mit Krisen umgehen kann», bekräftigte Berghaus. Ein Beleg dafür sei die nach wie vor hohe Bereitschaft der Unternehmen, in Digitalisierung, die Automatisierung von Prozessen sowie Umweltmanagement/Nachhaltigkeit investieren zu wollen.

Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), bilanzierte, vielen Unternehmen sei es gelungen, die Folgen der Corona-Krise abzufedern: etwa mit Kosteneinsparungen oder verstärkten Aktivitäten im Online-Handel. «Daneben trugen auch die langjährigen Bestrebungen zur Erhöhung der Eigenkapitalpuffer sowie die umfangreichen Hilfen des Staates wirksam zur Milderung der Krisenfolgen bei», sagte Martin.

(dpa)

WHO Europa: Kampf gegen Delta nützt auch gegen Omikron

11:47
07.12.2021
Jeder zehnte Europäer wird nach Angaben des Europa-Büros der Weltgesundheitsorganisation WHO bis Ende dieser Woche eine nachgewiesene Corona-Infektion hinter sich haben. Das sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag auf einer aus Kopenhagen übertragenen Online-Pressekonferenz. Die Neuinfektions- und Todesfallzahlen hätten sich in den vergangenen zwei Monaten mehr als verdoppelt. Zugleich bleibe die Zahl der Todesfälle deutlich unter vorherigen Höchstständen, unterstrich Kluge. Ohne die Impfungen gegen Covid-19 wäre die Sterblichkeit erheblich schlimmer gewesen.

Die WHO zählt 53 Länder zur Region Europa, darunter neben der EU auch weiter östlich gelegene Staaten wie Russland, die Ukraine und Türkei. Den jüngsten WHO-Zahlen zufolge sind fast 90 Millionen Infektionen in dieser Region nachgewiesen worden, es gab fast 1,6 Millionen damit in Verbindung stehende Todesfälle. Die Zahl der Neuinfektionen steigt laut Kluge in allen Altersgruppen, während die höchsten Zahlen derzeit in der Gruppe der Fünf- bis 14-Jährigen beobachtet werden.

Kluge berichtete, dass es bis Montag 432 bestätigte Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in insgesamt 21 Mitgliedstaaten der Region gegeben habe. «Omikron ist in Sicht und auf dem Vormarsch, und wir sind zurecht besorgt und vorsichtig», sagte der Belgier. Das jetzige Problem sei jedoch die weiterhin dominierende Delta-Variante.

«Wie wir heute gegen Delta erfolgreich sind, ist ein Sieg über Omikron morgen», sagte Kluge. Es gehe jetzt vor allem darum, die Lage in der Pandemie zu stabilisieren - und dies bedeute, nicht nur gegen eine Variante, sondern gegen alle Varianten auf einmal vorzugehen. Impfraten müssten gesteigert, Auffrischdosen verabreicht werden. Mehr Masken müssten in Innenräumen getragen, Räume gelüftet werden. Kluge wies zugleich darauf hin, dass Pflichtimpfungen nur «ein absoluter letzter Ausweg» seien, wenn alle machbaren Optionen zur Verbesserung der Impfzahlen ausgeschöpft seien.

(dpa)

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