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Corona-Inzidenz in Sachsen sackt ab - Aber starke Zweifel an Zahlen

10:08
07.12.2021
Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist nach einer am Dienstag vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Statistik deutlich gesunken.

Demnach betrug die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner am Dienstag 1082,1, nachdem sie am Montag bei 1234,4 gelegen hatte. Allerdings gibt es starke Zweifel an den Zahlen, weil offensichtlich nicht alle Daten aus dem Freistaat an das RKI übermittelt werden konnten.

Der Grund sei bisher unbekannt, teilte das Sozialministerium in Dresden auf Anfrage mit. Bei der Übertragung habe es keine Fehlermeldung gegeben. Die Daten seien am Dienstagfrüh noch einmal per Mail an das RKI geschickt worden.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hatte wiederholt klargestellt, dass wegen Überlastung der Ämter womöglich nicht alle Infektionszahlen pünktlich gemeldet werden können. Das Landratsamt Zwickau räumte am Dienstag auf Anfrage ein, dass es einen «Erfassungsrückstand» im Gesundheitsamt gebe. Auch in der Behörde falle Personal aus, wegen Infektionen und Quarantäneanordnungen.

Sachsen hat seit längerem die höchste Inzidenz in Deutschland. Am Dienstag folgten die Nachbarländer Thüringen (1023,1) und Sachsen-Anhalt (907,7) auf den Plätzen. Bundesweit lag die Inzidenz am Dienstag laut RKI bei 432,2.

Von Montag auf Dienstag meldeten die Gesundheitsämter für Sachsen 949 Neuinfektionen. Auch diese Angabe gibt einen Hinweis darauf, dass nicht alle Fälle vom RKI erfasst sein können. Am Montag lag die Anzahl der Neuinfektionen noch bei 4242. Zuletzt war die Zahl mehrmals sogar fünfstellig.

Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2380,9 beziehungsweise 1606,8 die höchsten Inzidenzen auf. Der niedrigste Wert in Sachsen wurde mit 627,5 in der Stadt Leipzig registriert.

(dpa)

Wegen Umgang mit Corona: Handball-Funktionäre kritisieren Politik

09:49
07.12.2021
Mit scharfen Worten haben die Handball-Funktionäre Andreas Michelmann und Bob Hanning die deutsche Politik für den Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert.

«Die Politik hat in diesem Punkt in meinen Augen versagt. Die Unsicherheiten in 2020 konnte man noch verstehen - 2021 fehlt mir jedoch jedes Verständnis», sagte DHB-Präsident Michelmann in einem Interview der Fachzeitschrift «Handballwoche» (Dienstag). Die Pandemie sei durch Fehler beschleunigt worden, die unter anderem der Sport nun ausbaden müsse.

Ähnlich groß ist der Ärger bei Hanning. «Wie sich unsere Regierenden während des Wahlkampfs im Kampf gegen das Virus für Monate aus der Verantwortung genommen haben, bestürzt mich», schrieb der Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin und langjährige Vizepräsident des Deutschen Handballbundes am Dienstag in einer Kolumne für den «Tagesspiegel». Beim Thema Corona sei «gemauschelt und gelogen» worden. «Es ging schlicht darum, gewählt zu werden», kritisierte Hanning.

Die Leidtragenden seien vor allem die Kinder und Jugendlichen. Für diese dürfe es trotz der bedrohlichen Corona-Lage keine erneuten Einschränkungen geben, forderte Hanning. «Ein weiterer Shutdown für unsere Kinder und Jugendlichen ist im Kampf gegen das Virus nicht die letzte Option, es ist schlicht KEINE Option», appellierte der 53-Jährige. Aus seiner Sicht stehe «nicht weniger als die körperliche und seelische Gesundheit von Millionen von Kindern und Jugendlichen auf dem Spiel.»

Um diese vor tiefgreifenden Folgen der Pandemie zu schützen, würde Hanning sogar tiefe Einschnitte im Profibereich akzeptieren. «Ich würde eher die Meisterschaft und die Champions League opfern, als die Jugendligen wieder dauerhaft auszusetzen. Schließt Fußballstadien und Weihnachtsmärkte, sagt Konzerte und Weihnachtsfeiern ab, aber lasst die Kinder und Jugendlichen dieses Mal in Frieden! Vieles kannst du mit Geld retten - die Jugend nicht.»

(dpa)

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