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20211206165919

Wissenschaft ruft Journalismus zu Sachlichkeit in Krisen auf

16:27
06.12.2021
Eine Allianz von Wissenschaftsorganisationen hat zu mehr Sachlichkeit in der Berichterstattung über die Corona-Pandemie aufgerufen. «Gerade in Krisensituationen und einem ohnehin schon emotionalisierten Themenfeld ist Sachlichkeit in Diskussion und Berichterstattung in besonderer Weise geboten und weitaus zielführender», hieß es in dem am Montag veröffentlichten Appell. Zu den Organisationen zählen unter anderen die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz.

Die Organisationen gingen in ihrem Appell konkret auf einen Bericht der Boulevardzeitung «Bild» mit der Überschrift «Die Lockdown-Macher» ein, der vor wenigen Tagen erschien. Die Allianz kritisierte, dass darin einzelne Forscherinnen und Forscher «zur Schau gestellt und persönlich für dringend erforderliche, aber unpopuläre Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung verantwortlich gemacht werden». Das könne zu einem Meinungsklima beitragen, das an anderer Stelle bereits dazu geführt habe, dass Wissenschaftler sich demnach physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt sahen oder bedroht wurden.

Ein Sprecher der zum Axel Springer Konzern gehörenden «Bild»-Zeitung teilte auf Anfrage in einem Statement mit: «Wir können die Kritik verstehen und nehmen sie ernst. Wissenschaftler verdienen unseren Respekt.» Kritik an Wissenschaftlern und ihren Vorschlägen müsse möglich sein, «aber immer angemessen geübt werden».

Der Sprecher verwies auch auf ein Statement des «Bild»-Chefredakteurs Johannes Boie, das in der Montagausgabe und zuvor online veröffentlicht wurde. Darin heißt es: Wer dieses Land regiere, verändere und über das Leben der Menschen bestimme, müsse Kritik aushalten. Gerade auch von Journalisten. «Umgekehrt muss Kritik angemessen geübt werden. Das gilt ausdrücklich auch für "Bild".»

(dpa)

Von der Leyen: EU hat mehr als 350 Millionen Impfdosen gespendet

16:09
06.12.2021
Die EU-Staaten haben bislang mehr als 350 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an anderer Länder gespendet. Der Staatenbund sei damit der größte Spender weltweit, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag. Ein Großteil - rund 300 Millionen Dosen - sei an die UN-Initiative Covax gegangen. Covax verteile sie nun an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. Zusammen mit der UN-Initiative, den Herstellern, den Spendern und den Empfängern arbeite man daran, das Tempo der Lieferungen zu erhöhen.

Von der Leyen stellte zudem klar, dass mehr Anstrengungen notwendig sind. Bislang seien 44 Prozent der Weltbevölkerung geimpft. Die Unterstützung für Afrika wolle man noch ausbauen, weil die Impfquote dort geringer sei als in anderen Teilen der Welt. Von der Leyen bekräftigte das Ziel, dass bis Mitte kommenden Jahres 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sein sollen.

(dpa)

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