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Magdeburg weiter makellos - Corona-Fälle in Berlin

17:10
05.12.2021
Der SC Magdeburg steuert in der Handball-Bundesliga auch nach seiner Corona-Zwangspause weiter auf Meisterkurs. Das Team von Trainer Bennet Wiegert kam am Sonntag gegen Pokalsieger TBV Lemgo Lippe zu einem 29:25 (12:13) und baute seine bisher makellose Saisonbilanz auf 26:0 Punkte aus. Erster Verfolger bleibt Rekordmeister und Titelverteidiger THW Kiel, der nach einem souveränen 32:23 (15:6) beim Aufsteiger HSV Hamburg jetzt 22:6 Zähler auf dem Konto hat.

Tabellendritter sind weiter die Füchse Berlin (20:6), die wegen mehrerer Corona-Fälle am Samstag kurzfristig nicht zum Gastspiel bei den Rhein-Neckar Löwen antreten konnten. Ob neben den positiv getesteten Spielern die ganze Mannschaft in Quarantäne muss, war zunächst offen. «Wir hoffen, dass keine positiven Fälle dazukommen, was leider durchaus möglich ist», sagte Sportvorstand Stefan Kretzschmar.

Nach Angaben der Berliner waren am Freitag alle Schnelltests der Mannschaft noch negativ ausgefallen - geimpft ist das gesamte Team. Die weitere Testung am Samstag habe dann drei positive Fälle ergeben. Diese seien durch PCR-Tests bestätigt worden.

Erneute Schnelltests vor Ankunft in der Spielstätte hätten am Abend schließlich weitere positive Befunde im Kader ergeben. Insgesamt sollen sieben Akteure infiziert sein. «Eine Kettenreaktion mit weiteren Infektionen» sei nicht auszuschließen gewesen, die Partie gegen die Löwen wurde kurzfristig abgesagt. «Es ist die einzig richtige Entscheidung, das Spiel nicht anzupfeifen. Die Gesundheit aller Spieler auf dem Spielfeld inklusive der Rhein-Neckar Löwen hat hier absolute Priorität», sagte Stefan Kretzschmar, Vorstand Sport der Füchse.

Weil der Lemgoer Teambus auf der Autobahn liegenblieb, begann die Partie in Magdeburg eine Viertelstunde später. Als es endlich los ging, legten die Hausherren einen sportlichen Stotterstart hin und lagen schnell mit 1:5 hinten. Erst in der zweiten Halbzeit drehte der SCM auf und kam zum 13. Sieg im 13. Spiel.

Keine Anlaufschwierigkeiten hatte Kiel in Hamburg. Schon zur Pause war das Nordduell entschieden. In der einseitigen Partie war Domagoj Duvnjak mit sechs Toren bester Werfer für den THW, bei dem Torwart Niklas Landin mit 13 Paraden herausragte.

(dpa)

Landtag stimmt über epidemische Lage ab - Demo vor dem Parlament

17:09
05.12.2021
Der Sächsische Landtag will am Montag (13.00 Uhr) über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden. In der Begründung ihres Antrages macht die sächsische Regierung auf die dramatische Lage aufmerksam. Bei einer Fortdauer der derzeitigen Dynamik könne sich die ohnehin schon hohe Inzidenz bis Jahresende auf bis zu 2800 erhöhen. Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut für Sachsen eine Corona-Wocheninzidenz von 1224,7 ermittelt. Das ist der mit Abstand höchste Wert in Deutschland. Er gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche an.

Mit der Feststellung der epidemischen Lage will die Landesregierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Schutzmaßnahmen und ihre mögliche Erweiterung erlangen. Parallel zur Landtagssitzung wird ein Protest von Kritikern der Schutzmaßnahmen erwartet. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, da auch Extremisten über die sozialen Netzwerke zur Teilnahme aufriefen.

(dpa)

Demonstrationen gegen Corona-Regeln - Entsetzen über Fackelaufzug

14:48
05.12.2021
Gegner der Corona-Politik haben laut rufend und mit Fackeln vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) protestiert und damit parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Politiker sprachen von einem Einschüchterungsversuch. Unterdessen demonstrierten am Samstag mehrere tausend Menschen in verschiedenen Städten gegen die Corona-Regeln. Allein in Hamburg gingen nach Angaben der Polizei etwa 5000 sogenannte Querdenker und Impfskeptiker auf die Straße. Proteste gab es unter anderem auch in Berlin, Potsdam, Hannover, Frankfurt am Main und Trier.

Im sächsischen Grimma versammelten sich nach Angaben der Polizei am Freitagabend etwa 30 Menschen vor Köppings Wohnhaus. Die Polizei erstattete Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und prüft Verstöße gegen die Corona-Verordnung. Zurzeit sind nur ortsfeste Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern in Sachsen erlaubt. Das Bundesland ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans schrieb am Samstag bei Twitter: «Was sich gestern vor dem Haus von Petra Köpping zugetragen hat, hat mit Sorge und Freiheitsdrang nichts zu tun. Das ist in Art und Auftritt faschistoid.» Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte mit Blick auf die Kampforganisation der NSDAP: «Das sind Methoden, die hat die SA erfunden.» Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte der «Bild am Sonntag»: «Dieser Fackelumzug ist organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin. Das erinnert mich an die dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte.» Köpping selbst verurteilte den Protest vor ihrem Haus als «widerwärtig und unanständig».

Am Montag wird vor dem Landtag in Dresden eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen erwartet. Das Parlament will an dem Tag über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden. Damit will die Regierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Schutzmaßnahmen und ihre mögliche Erweiterung erlangen.

In Berlin nahmen am Samstag laut Polizei Hunderte Gegner der Corona-Maßnahmen an mehreren zum Teil illegalen Demonstrationen und Versammlungen teil. Dabei gab es auch Festnahmen.

Im Wien nahmen mehr als 40 000 Menschen an Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen teil. In teils aufgeheizter Stimmung kam es laut österreichischer Polizei zeitweise zu Auseinandersetzungen. Fünf Menschen wurden demnach festgenommen.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl (CDU) warnte, im Fall einer Impfpflicht könnten sich die Proteste weiter radikalisieren. Nach den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes könne man davon ausgehen, dass «eine Impfpflicht die aggressive Haltung der Querdenker-Bewegung noch verstärkt», sagte der baden-württembergische Innenminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Kampf gegen Corona sei es aber richtig, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen.

(dpa)

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