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Der Nikolaus kommt trotz Corona - aber mit Vorsichtsmaßnahmen

07:40
05.12.2021
Nach einer Zwangspause im vergangenen Jahr haben sich am Wochenende wieder Nikoläuse auf den Weg zu Familien in ihrer Region gemacht - allerdings oft nur, wenn diese geimpft oder genesen sind. «Es war von Anfang an klar, dass wir als ältere Herren kein Risiko eingehen», sagt der Organisator eines jährlichen internationalen Nikolaustreffens im Allgäu, Franz Horn. «Aber es ist wichtig, dass man auch als Geimpfter noch einen Schnelltest macht.»

Auch der Vorsitzende der Friedrichshafener Nikolausgilde, Berthold Erich Schwarz, sagt: «Wir gehören fast alle zur Risikogruppe, wir machen das nur unter 2G.» Auftritte in Kindergärten, wo die Kinder bisher nicht gegen Corona geimpft werden konnten, fänden im Freien statt. Auch sonst wollten die Darsteller von Nikolaus und Knecht Ruprecht darauf achten, Abstände einzuhalten. Größere Proteste gegen die 2G-Regel habe es nicht gegeben, sagt Schwarz. «Es gab nur bei einer Anfrage einen Elternteil, der nicht geimpft oder genesen war - aber da wollten wir das Risiko nicht eingehen.»

Im Oberallgäu gebe es sogar einige Nikolaus-Darsteller, die unter ihrem Bart zum Schutz noch eine Maske tragen würden, sagt Franz Horn, der in Missen-Wilhams und Umgebung seit fast 50 Jahren mit Bart und Bischofsgewand unterwegs ist. «Dann ist man allerdings oft auch schwerer zu verstehen.» 85 Adressen stünden in der Region dieses Jahr auf dem Zettel. In Friedrichshafen am Bodensee sind es laut Schwarz nur etwa 50, vor Corona hätten die Nikoläuse rund 140 Auftritte gehabt. «Das wird ein ganz abgespecktes Nikolausfest», sagt Schwarz.

Nikolaus von Myra, dessen Gedenktag am 6. Dezember gefeiert wird, soll um das Jahr 300 gelebt haben. Er soll armen Kindern goldene Äpfel geschenkt und hungernden Menschen mit Korn geholfen haben. Bundesweit gibt es Gilden, die sich dem Leben und Wirken des Heiligen verschrieben haben. Mit Weihnachtsmann-Darstellungen wollen die Mitglieder in der Regel nichts zu tun haben.

(dpa)

Polen und die Schweiz jetzt Corona-Hochrisikogebiete

07:40
05.12.2021
Seit Mitternacht gelten Polen und die Schweiz wie schon fast 60 weitere Staaten als Hochrisikogebiete für eine Corona-Ansteckung. Die Einstufung nahm die Bundesregierung am Freitag vor. Das erschwert die Einreise aus diesem Ländern - auch für Deutsche, die von einem Geschäfts-, Familien- oder Urlaubsaufenthalt zurückkehren. Neu auf der Liste sind auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius. Schon vorher standen darauf die deutschen Nachbarländer Niederlande, Belgien, Österreich und Tschechien.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Man kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Die Bundesregierung will damit auch angesichts der neuen Virusvariante Omikron die Ausbreitung des Virus verhindern.

Winterurlaub in der Schweiz wird für Deutsche zusätzlich auch teuer. Denn die Schweiz hat am Samstag selbst überraschend die Einreiseregeln verschärft. Jeder, der in die Schweiz reist, muss einen negativen PCR-Test vorweisen. Dies gilt auch für Genesene und Geimpfte. Zudem muss nach Einreise ein zweiter Test gemacht werden. Ausnahmen gibt es für grenznahe Regionen. Dazu gehören in Deutschland die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern.

Der Hotelverband HotellerieSuisse findet die Einstufung als Hochrisikogebiet «verheerend». Eine Quarantäne von zehn Tagen für Ungeimpfte nach Rückkehr werde Gäste von einem Urlaub abhalten, sagte eine Sprecherin. Die Deutschen seien eine wichtige Gästegruppe. Der Schweizer Tourismus-Verband bedauerte die Schweizer Ausweitung der Testpflicht auf alle Einreisenden, weil dies einen Wettbewerbsnachteil für den Schweizer Tourismus bedeute.

In Polen kommentierte die Regierung die deutsche Einstufung als Hochrisikogebiet nicht. Wer aus Deutschland nach Polen einreist, muss entweder eine Impfung oder einen negativen Covid-19-Test vorweisen, um nicht in Quarantäne zu müssen. Die Behörden betonen, sie hätten die Pandemie-Lage trotz hoher Infektionszahlen im Griff. Der Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle sei erreicht, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Warschau.

Die polnischen Behörden meldeten am Samstag den zweiten Tag in Folge einen Rückgang der Neuinfektionen. Es waren 25 576 Fälle bei rund 38 Millionen Einwohnern. In der Schweiz wurden bei rund 8,6 Millionen Einwohnern am Freitag 9951 neue Infektionen gemeldet. Am Wochenende gibt es keine Zahlen. In Polen sind nach offiziellen Angaben gut 50 Prozent der Menschen vollständig geimpft, in der Schweiz 66 Prozent.

Mit der deutschen Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden. Das erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

(dpa)

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