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Landesweit höchste Inzidenz mit über 400 im Kreis Biberach

15:48
08.11.2021
Der Landkreis Biberach weist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 467,7 das landesweit höchste Corona-Infektionsgeschehen auf. Dies geht aus den Daten des Landesgesundheitsamts von Montag (Stand: 16.00 Uhr) hervor. Damit liegt der Kreis Biberach mit Abstand an der Spitze. Eine ähnlich hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche wies der Kreis Rottweil auf mit 412,4.

Gründe für die hohe Zahl an Neuansteckungen zu nennen, sei schwierig, sagte ein Sprecher des Landratsamts Biberach am Montag. Es gebe ein diffuses Infektionsgeschehen im Landkreis und keine klaren Infektionsherde.

Um der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken, setzt die Kommune auf das Impfen. Am Wochenende ging in der Stadthalle in Biberach ein vom Deutschen Roten Kreuz betriebenes Impfzentrum an den Start, wie eine Sprecherin der Stadt am Montag sagte. Dieses traf auf eine große Nachfrage. Es hätten sich Schlangen vor der Stadthalle gebildet, so die Sprecherin. In Zusammenarbeit mit einem mobilen Impfteam sollen dort nun an sechs Tagen in der Woche Corona-Impfungen angeboten werden.

(dpa)

Karl Lauterbach: Karneval kann Superspreader-Event werden

15:01
08.11.2021
Karl Lauterbach rät von Karnevalsfeiern in Innenräumen dringend ab. «Der Karneval kann zum Superspreader-Event werden», sagte der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Köln.

«Wir stehen vor einer sehr massiven Welle», warnte Lauterbach. Für den Karneval gelte deshalb: «Wenn möglich: Draußen feiern! Falls es drinnen ist, muss striktes 2G gelten. Mit Kontrollen. Aber auch dann sind Veranstaltungen in Innenräumen eine Riesengefahr. Deshalb ist jede abgesagte Karnevalsveranstaltung im Innenraum eine gute Veranstaltung. Denn sie schützt Leben.»

Auch wenn für Saalveranstaltungen 2G gelte - wenn also nur Geimpfte und Genesene zugelassen würden -, schaffe das keine wirkliche Sicherheit, weil der Impfschutz bei vielen schon nachlasse. «Jeder, der in einen Innenraum geht, muss mit einem Impfdurchbruch rechnen», sagte Lauterbach. «Diese Impfdurchbrüche darf man nicht unterschätzen. Zum Glück ist es so, dass die ganz schweren Verläufe nicht so häufig sind. Aber dennoch sind viele Impfdurchbrüche schwerer, als der Laie sich das vorstellt. Sie können auch zu Long Covid führen.»

Die Pandemie sei zurzeit wie eine Kerze, die von zwei Enden her brenne. «Von unten brennt sie, weil viele immer noch nicht geimpft sind. Von oben brennt sie, weil die bereits Geimpften den Impfschutz verlieren. Das ist die Lage, in der wir uns derzeit befinden.»

Lauterbach schloss sich ausdrücklich nicht dem Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, an, der bei «Anne Will» von einer «Tyrannei der Ungeimpften» gesprochen hatte. «Das kann man so nicht sagen. Wir haben keine Impfpflicht verabredet, und dementsprechend üben die Ungeimpften nur ihre Rechte aus. Ich halte nichts davon, die Geimpften und Ungeimpften gegeneinander auszuspielen», sagte Lauterbach.

Was man brauche, sei eine konsequente Umsetzung von 2G - nicht nur im Karneval, sondern in allen vergleichbaren Situationen. «Wir brauchen bundesweit 2G, je schneller, desto besser.» Dies werde letztlich zu einer erhöhten Impfbereitschaft führen, weil man von einem zu großen Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen sei. «Und natürlich ist es auch so, dass der Anteil der Ungeimpften, die sich infiziert haben und über die Infektion die Immunität erworben haben, leider zunimmt.»

(dpa)

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