Letztes Update:
20211106075156

Söder fordert Booster-Impfung und 3G-Pflicht am Arbeitsplatz

07:51
06.11.2021
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder macht Druck auf die Ständige Impfkommission (Stiko), weil sie Dritt-Impfungen gegen Corona erst für Menschen ab 70 Jahren empfiehlt. «Es würde helfen, wenn sich die Ständige Impfkommission zu einer allgemeinen Booster-Empfehlung durchringt», sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). «Eine Auffrischung muss für jeden möglich sein, der sie braucht und will.» Außerdem sollte sich der Ethikrat mit der Frage einer Impfpflicht für Pflegkräfte noch einmal grundlegend beschäftigen.

Zugleich legte Söder einen Forderungskatalog für die nächste Ministerpräsidentenkonferenz vor. «Es braucht verpflichtend 3G am Arbeitsplatz in ganz Deutschland», sagte er. Arbeitgeber müssten das Recht haben, zu fragen, ob die Angestellten geimpft oder getestet sind. «Die jetzige Situation des Datenschutzes ist nicht sachgerecht und erschwert die Corona-Bekämpfung.»

Eine 3G-Regel würde bedeuten, dass nur noch Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete Zugang zu ihrem Arbeitsplatz hätten. Bayern hat für eine solche Regelung bereits den Weg bereitet. Werden bestimmte Corona-Kennziffern überschritten, soll die 3G-Regel im Land künftig auch am Arbeitsplatz gelten. Bayern zählt zu den Bundesländern mit den aktuell höchsten Corona-Inzidenzen.

Söder verlangte, Schnelltests sollten in größerem Umfang wieder kostenlos angeboten werden. Außerdem sprach er sich für eine bundesweite Corona-Ampel aus. «Wo wir Hotspots haben und eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, ist deutlich mehr 2G als bislang nötig», sagte er. Vom Bund forderte er «massiv Mittel für einen Finanzausgleich bei den Krankenhäusern». Pflegekräfte brauchten «endlich eine angemessene Bezahlung».

(dpa)

Hessens Regierungschef fordert Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage

07:50
06.11.2021
Hessens Regierungschef Volker Bouffier macht sich wegen der steigenden Corona-Zahlen für ein Bund-Länder-Treffen stark. «Die neue Koalition hat ja verkündet, dass sie die epidemische Notlage nicht verlängern will», sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). «Das passt meines Erachtens nicht zu der Situation, in der wir uns zurzeit befinden. Deshalb bin ich der Auffassung, dass wir eine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung brauchen, um uns abzustimmen.»

Dabei müssten die Möglichkeiten erörtert und beschlossen werden, «dass wir notwendige Maßnahmen auch nach dem 24. November machen können», erklärte der Ministerpräsident. «Ich erwarte, dass der zukünftige Bundeskanzler dabei ist. Das ist eine der zentralen Fragen, die Millionen Menschen beschäftigen. Darauf brauchen wir jetzt auch klare Antworten.»

(dpa)

Österreich führt ab Montag bundesweit 2G-Regel ein

07:49
06.11.2021
Menschen ohne Corona-Impfung dürfen in Österreich ab Montag keine Lokale, Friseure und Veranstaltungen mehr besuchen. Auch für Tourismusbetriebe gibt es dann nur noch nach Impfung oder Genesung (2G-Regel) Zutritt. Das gab die Regierung in Wien am Freitagabend nach Beratungen mit den Chefs der neun Bundesländer bekannt. In Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen in der vierten Welle rasant.

Am Freitag stand die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen bei 9388 - nahe dem bisherigen Rekordwert von 9586, der vor etwa einem Jahr erreicht wurde. «Die Dynamik ist außergewöhnlich, und die Belegungen in den Intensivbetten steigen deutlich schneller als erwartet», sagte Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP). «Es ist schlicht und einfach unsere Verantwortung, die Menschen in unserem Land zu schützen», begründete der konservative Politiker die drastischen Schritte.

Als Anreiz, sich erstmals impfen zu lassen, plant die Regierung eine Übergangsphase. Noch vier Wochen lang wird die erste Dosis in Verbindung mit einem PCR-Test als 2G gelten. Zusätzlich wird auch der Druck auf bereits vollständig Immunisierte erhöht, damit sich möglichst viele Menschen eine dritte Dosis als Booster-Impfung holen: Impfpässe werden künftig nur mehr neun Monate lang nach der zweiten Teilimpfung gültig bleiben.

Ursprünglich hatte die Regierung geplant, einen Teil-Lockdown für Ungeimpfte erst einzuführen, wenn 500 Betten in Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt sind. Derzeit sind es zwar noch 362, doch die 500 würden schon in wenigen Tagen erreicht werden, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). «Deshalb haben wir uns mit den Bundesländern darauf verständigt, mit strengeren Maßnahmen für mehr Sicherheit zu sorgen.»

In Österreich haben 66,5 Prozent der Bevölkerung den vollen Impfschutz - leicht unter der deutschen Rate von 69 Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Alpenland stand zuletzt bei 522.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden