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Omikron: China sieht sich als «uneinnehmbare Festung»

09:20
29.11.2021
Vor dem Hintergrund der sich weltweit verbreitenden neuen Coronavirus-Variante Omikron sieht China sich in seiner strikten Null-Covid-Strategie bekräftigt. China sei eine «uneinnehmbare Festung» für das Virus, kommentierte am Montag die parteinahe Staatszeitung «Global Times». Der Null-Corona-Ansatz des Landes sei zwar im Westen auf viel Kritik gestoßen. Doch die neue «Angriffswelle» von Omikron zeige, dass China am besten dafür gerüstet sei, eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

Die chinesische Regierung verfolgt eine strikte Strategie, mit der Corona-Infektionen möglichst komplett unterbunden werden sollen. Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Virus weitgehend im Griff. Bislang hat das rigorose Vorgehen tatsächlich stets dazu geführt, dass die meist kleinen Ausbrüche nach wenigen Wochen wieder unter Kontrolle gebracht werden konnten. Jedoch haben sich neue Wellen seit dem Auftreten der deutlich ansteckenderen Delta-Variante gehäuft. Am Montag meldeten die Behörden landesweit 21 neue lokale Infektionen. 

(dpa)

Krankenhausgesellschaft: Laufen in Katastrophen-Medizin hinein

09:20
29.11.2021
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnt vor harten Triage-Entscheidungen in Krankenhäusern. Mit Blick auf die zahlreichen Covid-Patienten auf den Intensivstationen sagte er am Montag im Deutschlandfunk: «Das findet jetzt auch aktuell statt, um sich auf noch schwierigere Lagen vorzubereiten. Wir laufen langsam, aber sicher in eine Art Katastrophen-Medizin hinein.» Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, welchen Patienten sie zuerst helfen.

Schon jetzt würden Intensiv-Patienten früher «als medizinisch vertretbar» auf Normalstationen verlegt werden, erklärte Gaß. «Man weiß: Wir können nicht mehr allen Patienten die bestmögliche Behandlung ermöglichen, (...) die wir im Regelfall zur Verfügung haben.» Das sei schon eine Art von Triage.

«Wenn wir von Triage sprechen, ist das ein schleichender Prozess, der nach und nach immer härter Realität wird», sagte Gaß. So müssten sich Patienten und Kliniken darauf einstellen, dass auch «medizinisch kompliziertere Fälle» beispielsweise mit einer Verschiebung ihrer Operationen rechnen müssten.

Angesichts der Situation in manchen Bundesländern sei ein harter Lockdown nun «zwingend erforderlich». In Bayern, Sachsen oder Thüringen sei «längst der Punkt überschritten, wo man noch irgendwie zuwarten könnte». Hier müsse dringen gehandelt werden, forderte Gaß. «Hier brauchen wir nicht nur ein Brechen des Trends. Wir brauchen hier dringend einen wirklichen Rückgang der Infektionszahlen - und das wird man nur über einen weitgehenden Lockdown dann auch realisieren können, der wohl auch nicht nur die Ungeimpften treffen wird, sondern auch die Geimpften treffen wird.»

Verlegungen von Corona-Patienten aus Hotspot-Gebieten in andere Regionen Deutschlands werde es auch in den kommenden Wochen weiterhin und vermehrt geben. Auch Verlegungen ins Ausland schloss Gaß nicht mehr aus. «In der Summe werden sicherlich Hunderte von Patienten verlegt werden. Das ist aber keine Zahl, die wir täglich erleben, sondern das ist eine Zahl, die sich dann aufsummiert.»

Die Patienten, die sich in den vergangenen zehn Tagen mit Corona angesteckt haben, würden in den kommenden zehn, zwölf Tagen in die Krankenhäuser kommen, warnte Gaß. «Das heißt: Egal, was wir jetzt machen an Lockdown - in den nächsten zehn, zwölf Tagen werden weitere Tausende von Patienten in die Krankenhäuser kommen und auch auf die Intensivstationen. Das können wir jetzt schon gar nicht mehr verhindern.»

(dpa)

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