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Staatsrechtler für Impfpflicht: Auch Freiheitsstrafen möglich

17:17
23.11.2021
Der Göttinger Staatsrechtler Alexander Thiele hält zur Umsetzung einer möglichen allgemeinen Corona-Impfpflicht auch einen Zwang zur Impfung für denkbar. «Die Möglichkeiten gehen los bei einem Ordnungsgeld, aber auch Freiheitsstrafen oder die Zwangsimpfung sind möglich», sagte Thiele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei nicht das Ziel einer allgemeinen Impfpflicht, dass reiche Menschen sich aus dem Zwang herauskaufen könnten. «Der Staat ist nicht so wehrlos wie es klingt.»

Die Entscheidung, welche Konsequenzen eine Verweigerung der Impfung habe, sei eine politische, sagte der Jurist. Diese Debatte müsse im Parlament geführt werden. «Weil der Verlauf der vierten Welle von einer Impfpflicht nicht abhängt, haben wir auch die nötige Zeit, darüber nachzudenken und das zu debattieren.»

Geregelt werden müsse eine Corona-Impfpflicht, wie sie seit kurzem in Deutschland von manchen Politikern gefordert wird, im Infektionsschutzgesetz. In der aktuellen Lage ist eine solche Pflicht nach Einschätzung von Thiele auch mit dem Grundgesetz vereinbar. «Eine Impfpflicht kann verhindern, dass wir als Gesellschaft jedes Jahr wieder in dieselbe Situation geraten», sagte der Staatsrechtler. «Davon ist das Recht Dritter auf körperliche Unversehrtheit berührt, genauso wie die allgemeine Handlungsfreiheit, die Berufsfreiheit und andere Rechtsgüter.»

Der Staat habe auch die Verantwortung, dass das gesellschaftliche Leben in Freiheit durchgeführt werden kann. «Die Situation trägt aus meiner Sicht eine allgemeine Impfpflicht.»

(dpa)

Corona-Boom vorbei: Videodienst Zoom stürzt an der Börse ab

17:17
23.11.2021
Der Videokonferenzdienst Zoom war in der Corona-Krise zunächst einer der großen Börsengewinner - doch nun lässt das Wachstum immer stärker nach, Anleger wenden sich in Scharen ab. Am Dienstag sackten die Aktien des kalifornischen Unternehmens im US-Handel zeitweise um mehr als 18 Prozent ab und steuerten damit auf den größten Tagesverlust seit dem Börsengang im April 2019 zu. In den vergangenen drei Monaten ist der Kurs insgesamt um knapp 42 Prozent gesunken.

Zoom hatte in der Pandemie anfänglich einen Boom erlebt und stark vom Trend zum Homeoffice profitiert. Doch der jüngste Quartalsbericht offenbarte am Montag, wie sehr das Wachstum inzwischen abflaut. So stiegen die Erlöse in den drei Monaten bis Ende Oktober nach Angaben des Unternehmens um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf 1,1 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im vorherigen Vierteljahr hatte das Plus noch bei 54 Prozent gelegen, in dem davor bei 191 Prozent.

(dpa)

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