Letztes Update:
20211122163615

THW Kiel verärgert über Handhabung von coronabedingten Spielabsagen

16:36
22.11.2021
Handballmeister THW Kiel beklagt in der Bundesliga eine Ungleichbehandlung. Die jüngsten Spiele der Rivalen SC Magdeburg und SG Flensburg-Handewitt waren wegen mehrerer Corona-Fälle abgesagt worden. Der THW Kiel musste jedoch vor wenigen Wochen trotz zweier positiver Fälle und der anschließenden 14-tägigen Quarantäne für die Spieler alle Partien bestreiten. «Wir mussten weiterspielen und haben es teuer bezahlt», sagte Trainer Filip Jicha den «Kieler Nachrichten» (Montag).

Ohne die Nationalspieler Sander Sagosen und Steffen Weinhold büßte der THW in der Liga Punkte in Lemgo (21:21) und gegen den SC Magdeburg (27:29) ein und kam auch in der Champions League gegen Szeged (32:32) nicht zum Erfolg.

Geschäftsführer Frank Bohmann von der Handball-Bundesliga (HBL) sieht allerdings Unterschiede zu den Spielabsagen für Magdeburg und Flensburg-Handewitt. Dort habe eine Tendenz bestanden mit der Gefahr, «dass weitere Spieler infiziert sind. Darum haben die spielleitende Stelle und ich diese Entscheidung getroffen, weil wir eine erhebliche Gesundheitsgefahr gesehen haben», sagte Bohmann. Beim THW hingegen seien die beiden Spieler früh isoliert worden, dort habe es keine negative Entwicklung gegeben.

(dpa)

Spahn: Eine Million Biontech-Dosen zusätzlich

16:35
22.11.2021
Das Mainzer Unternehmen Biontech will nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der kommenden Woche eine Million zusätzliche Corona-Impfdosen ausliefern. Das sagte der
geschäftsführende Minister am Montag vor der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), wie die Deutsche Presse-Agentur aus GMK-Kreisen erfuhr. Zuerst berichtete die «Rheinische Post» (Dienstag) darüber.

Damit sollen in der kommenden Woche statt zwei Millionen dann drei Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Zuvor war bekannt geworden, dass die Biontech-Mengen in diesem Jahr begrenzt sind. Spahn hatte mit einer entsprechenden Ankündigung Unmut hervorgerufen. Er hatte daraufhin auch angekündigt, dass sich die Regierung um eine Vergrößerung der Mengen bemühe. Biontech hatte mitgeteilt, man prüfe die Kapazität.

(dpa)

Studie: «Querdenker» im Südwesten sind anders als in Ostdeutschland

16:34
22.11.2021
Wissenschaftler sehen die Wurzeln der «Querdenken»-Bewegung in Baden-Württemberg im linksalternativen Milieu. Demnach ticken die sogenannten Querdenker im Südwesten ganz anders als im Osten der Republik. Der Anteil von AfD-Wählern ist dort in der Bewegung viel höher als in Westdeutschland, so die Studie. Dafür gibt es im Südwesten doppelt so viele ehemalige Grünen- und Linke-Wähler unter den Protestlern wie im Osten. In Sachsen seien die Proteste stärker von der extremen Rechten geprägt und trügen deutlich weniger esoterische Züge, heißt es in der Studie.

Soziologen der Uni Basel haben im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung die Verbindungen der «Querdenker» in ihrem Ursprungsland Baden-Württemberg zu früheren Protestbewegungen untersucht und die Rolle bestimmter sozio-kultureller Milieus bei ihrer Entstehung.

Die Wissenschaftler bewegten 1150 Mitglieder von Telegram-Gruppen zum Ausfüllen eines Fragebogens. Man habe eher Vernünftige erreicht und keine harten Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger, räumte Wissenschaftler Oliver Nachtwey, der hinter der Studie steht, am Montag in Stuttgart ein. Es handle sich nicht um eine repräsentative Befragung, aber man habe dennoch zielgenaue Erkenntnisse.

Rund 30 Prozent der Befragten gaben an, früher mal die Grünen gewählt zu haben, sagte Nachtwey. Viele Studienteilnehmer hätten angegeben, noch bei der Bundestagswahl 2017 für die Grünen gestimmt zu haben.

Nachtwey erklärte, dass das alternative und anthroposophische Milieu bei der Entstehung der Grünen eine Rolle gespielt habe. Aber viele Teilnehmer der Bewegung hätten sich nicht nur von den Grünen entfremdet, sondern allgemein von den Kerninstitutionen der liberalen Demokratie. Sie wählten heute die AfD oder gar nicht mehr.

Die «Querdenker» stellten sich als kritische Experten und heroische Widerstandskämpfer dar, erklärte die Soziologin Nadine Frei. Sie verstünden sich als wahre Verteidiger von Demokratie und Freiheit und als Teil eines «Kerns der Eingeweihten». Als Eingeweihte glaubten sie, über ein höheres Wissen zu verfügen und die wirklichen Beweggründe der staatlichen Maßnahmen zu kennen.

Die Forscher sehen nur eine schwache Verbindung zum christlich-evangelikalen Milieu und noch weniger Zusammenhang zum Milieu rund um die Protestbewegung gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Stattdessen führt die Studie die Corona-Proteste vor allem auf das anthroposophische Milieu zurück. Individualität und Naturverbundenheit seien darin starke Bezugspunkte.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden