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Intensivmediziner: Corona-Lage sehr besorgniserregend

11:59
22.11.2021
Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi hat an die Politik appelliert, sich für den Fall einer weiter ungebremsten Corona-Ausbreitung zu wappnen. Falls das vorige Woche beschlossene Paket nicht ausreichend greife, sollten für den 9. Dezember zusätzliche Maßnahmen gegen die vierte Welle vorbereitet werden, sagte Gernot Marx am Montag in einer Videoschalte.

«Die Corona-Lage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle», sagte Marx. Man mache sich große Sorgen. Mehr als 3670 Covid-19-Patienten würden nun auf Intensivstationen in Deutschland versorgt, knapp 1200 seien vergangene Woche hinzugekommen. Regional, etwa in Bayern, Thüringen, Sachsen und einigen Ballungszentren gebe es bereits akute Überlastungssituationen, so dass Patienten verlegt und planbare Operationen verschoben werden müssten.

Wenn die Infektionsdynamik in den nächsten Tagen und Wochen weiter anhalte und es weiter einen ungebremsten Anstieg an schwerkranken Covid-19-Patienten gebe, werde eine Priorisierung von Eingriffen und Umorganisation in weiten Teilen Deutschlands notwendig. Die allgemeine Gesundheitsversorgung stehe dann nicht mehr auf sehr hohem, gewohntem Niveau zur Verfügung. Jeder Notfall und jeder Covid-19-Patient werde jedoch versorgt, betonte Marx.

Bund und Länder wollen die Wirksamkeit der Maßnahmen in dem vom Bundestag verabschiedeten Infektionsschutzgesetz im Dezember überprüfen. Spätestens am 9. Dezember soll bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz geprüft werden, ob die Maßnahmen ausreichen.

(dpa)

Merkel: Aktuelle Maßnahmen gegen Corona-Welle nicht ausreichend

11:35
22.11.2021
Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält angesichts der dramatischen Entwicklung bei den Corona-Infektionen die aktuellen Maßnahmen nicht für ausreichend. «Wir haben eine hoch dramatische Situation. Was jetzt gilt, ist nicht ausreichend», wurde Merkel am Montag aus Teilnehmerkreisen der hybriden Beratungen des CDU-Vorstands in Berlin zitiert. Merkel war aus dem Kanzleramt zugeschaltet. Sie warnte demnach: «Wir haben eine Lage, die alles übertreffen wird, was wir bisher hatten.» Auch die 2G-Regel mit Zugängen für Geimpfte und Genesene werde jetzt nicht mehr ausreichen.

Impfen sei wichtig und richtig, sagte Merkel nach diesen Informationen weiter. Aber Impfen helfe jetzt nicht, die Entwicklung zu stoppen, sondern nur langfristig. Intensivmediziner würden von einer hochdramatischen Situation sprechen. Nachdem die epidemische Lage von nationaler Tragweite am 25. November ausläuft, müssten die Bundesländer nun bis zum 24. November Maßnahmen beschließen, die dann wirken müssten. Der Unterschied sei nun aber: In den Ländern könne man nicht mehr flächendeckend Maßnahmen ergreifen.

Merkel sprach von einer Verdoppelung der Fallzahlen alle zwölf Tage. Auch diese Woche gehe man von steigenden Zahlen aus. Man müsse den exponentiellen Anstieg schnell stoppen, sonst komme man an die Grenze der Handlungsfähigkeit, sagte die Kanzlerin nach diesen Informationen. Sie habe den Eindruck, viele Menschen seien sich nicht bewusst, wie ernst die Lage sei.

(dpa)

Großer Andrang bei mobilen Impfteams und Impfstützpunkten

11:33
22.11.2021
Der Andrang bei mobilen Impfteams und Impfstützpunkten im Südwesten ist enorm und wird nach Einschätzung von Experten bis Ende November noch weiter steigen. Grund dafür sei die vom Bund ab dem Zeitpunkt angekündigte Rationierung des Impfstoffes Biontech/Pfizer, sagte Bernd Kühlmuß, medizinischer Leiter Mobile Impfteams Ulm, am Montag. Der Biontech-Impfstoff genieße sehr großes Vertrauen - «viele werden versuchen, sich damit impfen zu lassen, bevor die Beschränkung kommt.»

Danach bestehe dann die Gefahr, dass kurzfristig weniger Menschen impfbereit sind, weil sie dem ebenso guten Impfstoff Moderna skeptischer gegenüberstehen. «Es kann sein, dass Menschen dann auf Impfungen verzichten und der Impffortschritt konterkariert wird.»

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Begrenzungen bei Bestellmengen für den Biontech-Impfstoff angekündigt. Vorzugsweise soll dann mit Moderna geimpft werden, weil dieser Impfstoff im Februar zu verfallen droht.

Wegen der Beschränkungen fährt auch der am Montag eröffnete Impfstützpunkt Freiburg erstmal nur auf Sicht. Dort nämlich wird momentan nur der Biontech-Impfstoff eingesetzt. Rund 5000 Impftermine seien innerhalb von vier Stunden vergeben worden und würden in den kommenden zwei Wochen abgearbeitet, sagte ein Sprecher der Uniklinik Freiburg. Zunächst würden Boosterimpfungen verabreicht, später sollen auch Erst- und Zweitimpfungen - auch mit Moderna - eingeplant werden.

In den Landkreisen Alb-Donau, Göppingen, Heidenheim und dem Stadtkreis Ulm sind laut Kühlmuß inzwischen zehn mobile Impfteams unterwegs. «Ich schätze, wir werden die Zahl mehr als verdoppeln müssen.» In Einkaufszentren etwa werden von mobilen Impfteams zwischen 400 und 500 Menschen täglich geimpft - «die Termine sind schon in den ersten 30 Minuten nach Öffnung vergeben». Wer danach kommt, müsse vertröstet werden. Beschimpfungen seitens der Impfwilligen nehmen dabei seinen Worten zufolge zu. Vermehrt müsse inzwischen die Polizei gerufen werden. Das Land finanziere bei Bedarf auch Security.

(dpa)

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