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Kinder- und Jugendärzte für allgemeine Impfpflicht für Erwachsene

17:21
21.11.2021
Angesichts der vierten Corona-Welle fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene. Dies sei auf der Delegiertenversammlung am Sonntag in einer Resolution beschlossen worden, teilte der Verband mit. «Impfungen tragen zu einer Rückkehr zur Normalität und zur Wiedereinsetzung der Grundrechte aller Bürger, aber insbesondere der Grundrechte der Kinder und Jugendliche bei», heißt es in der Mitteilung.

Verbandspräsident Thomas Fischbach sagte demnach, Kinder und Jugendliche hätten seit Beginn der Pandemie die größten Opfer gebracht. Unter den Lockdown-Maßnahmen hätten sie mehr gelitten als andere Gruppen. «Viele haben psychosoziale Störungen entwickelt, Adipositas, Spielsucht und Lernrückstände.» Vor allem Kinder aus sozial prekären Familien Geld hätten gelitten - und litten weiterhin. «Das können wir nicht länger hinnehmen als Gesellschaft, wenn wir nicht eine ganze Generation verlieren wollen.»

Zuvor hatte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der «Rheinischen Post» gesagt: «Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten.» Er verwies auf Untersuchungen, wonach die Ansteckung bei Kindern und Jugendlichen eher nicht in den Schulen, sondern hauptsächlich im familiären Umfeld erfolge. Die Schulen trügen im Gegenteil dazu bei, Infektionen bei Kindern zu kontrollieren – vor allem das regelmäßige Testen, Masketragen und die Hygienemaßnahmen seien dabei ausschlaggebend».

Dötsch begrüßte die klare Absage der Ampel-Parteien an erneute Schulschließungen. Es sei zu hoffen, dass sie sich auch dann noch daran erinnerten, wenn sich die Lage weiter verschärfe und weitergehende Maßnahmen notwendig werden sollten.

(dpa)

Wüst plädiert für höheren Kontrolldruck bei Corona-Auflagen

16:38
21.11.2021
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich für einen höheren Kontrolldruck zur Durchsetzung der verschärften Corona-Auflage ausgesprochen. «Wir brauchen deutlich regelmäßigere Stichpunktkontrollen – nicht nur im ÖPNV, auch in der Gastronomie und überall da, wo 2G und 3G oder 2G plus gilt», sagte der CDU-Politiker am Sonntag in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Nordrhein-Westfalen mache das im Regionalverkehr so, dass das Land den Betreibern der Züge Geld dafür gebe, zusätzliches Kontrollpersonal einzustellen.

«Wir haben jetzt einen faktischen Lockdown zunehmend für die Nichtgeimpften, um sie zu schützen – auch, um sie noch zu motivieren, sich vielleicht doch noch impfen zu lassen», stellte der NRW-Ministerpräsident fest. Doch ohne Kontrollen werde das nicht funktionieren. «Wir brauchen Kontrolldruck. Und wir brauchen dann – bei Verstößen – auch härtere Strafen, die wir beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mit einem neuen Bußgeldkatalog auch machen.»

Der Ministerpräsident plädierte bei der Bekämpfung der Pandemie ausdrücklich für Lösungen, die sowohl den unterschiedlichen Inzidenzraten in den Bundesländer als auch dem Impfstatus der Menschen Rechnung tragen. «Wir müssen, finde ich, auch aufpassen, dass wir jetzt nicht denen, die alles gemacht haben, was unsere Gesellschaft sich von ihnen gewünscht hat – nämlich aufgepasst haben, sich haben impfen lassen – gleich mit einem generellen Lockdown im Grunde wieder die Tür vor der Nase zuschlagen», betonte Wüst.

Er sehe aktuell auch keine Grundlage, in Regionen, wo sehr ordentlich geimpft wurde und wo die Menschen aufpassen, das Gleiche zu machen wie in Regionen, wo die Entwicklung komplett aus dem Ruder laufe.

An die Spieler der Ersten Bundesliga appellierte Wüst, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. «Sie sollen sich gefälligst impfen lassen. Das wäre jedenfalls meine dringliche Bitte. Wenn man dem nicht nachkommt – da gibt es ja prominente Beispiele dafür – dann müssen wir es versuchen, rechtlich zu regeln. Da sind wir jetzt gerade dabei.»

(dpa)

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