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Nach Kimmich: Vier weitere Bayern-Profis in Quarantäne

13:10
21.11.2021
Nach Joshua Kimmich haben sich beim FC Bayern auch Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric-Maxim Choupo-Moting und Michael Cuisance in Corona-Quarantäne begeben müssen. Das Quartett habe Kontakt gehabt «zu einer Person im unmittelbaren Umfeld der Mannschaft des FC Bayern, die positiv auf das Coronavirus getestet worden ist», teilte der Fußball-Rekordmeister am Sonntag mit. Der nicht geimpfte Kimmich hatte sich zum Wochenende in Quarantäne begeben, weil er Kontakt zu einem Corona-Verdachtsfall im privaten Umfeld gehabt hatte.

Gnabry, Musiala und Choupo-Moting wurden von Trainer Julian Nagelsmann am Freitagabend bei der 1:2-Niederlage in Augsburg noch eingesetzt. Cuisance saß über die gesamte Spieldauer auf der Bank. Die Bayern spielen an diesem Dienstag in der Champions League bei Dynamo Kiew, für die nächste Runde sind die Münchner bereits qualifiziert. Am kommenden Wochenende steht die Bundesligapartie gegen Arminia Bielefeld an, ehe am 4. Dezember das Topspiel bei Borussia Dortmund gespielt wird.

Die Nationalspieler Kimmich, Gnabry und Musiala sowie auch Choupo-Moting mussten zuletzt bereits während der Länderspielphase in Quarantäne, nachdem Abwehrspieler Niklas Süle beim DFB-Team positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

(dpa)

Schärfere Corona-Töne bei Bayern: Kimmichs hoher Quarantäne-Preis

13:09
21.11.2021
Der Corona-Ton wird rauer beim FC Bayern. Die lästige Impfproblematik um Leitfigur Joshua Kimmich versuchte Julian Nagelsmann nach dem erstaunlichen Aussetzer der Münchner Fußballstars in Augsburg noch möglichst kurz abzuhandeln. Als Ausrede für das frustrierende 1:2 (1:2) war ihm der Ausfall des als Kontaktperson erneut in Quarantäne geschickten Impf-Zauderers Kimmich «zu plump». Genervt ist Nagelsmann dennoch von den vielen Störgeräuschen nur zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen in Dortmund. Die Borussia rückte am 12. Spieltag bis auf einen Punkt an den patzenden Bundesligaprimus heran.

«Ich bin tatsächlich den ersten Tag als Bayern-Trainer richtig sauer auf uns, weil wir es deutlich besser machen müssen», bekannte Nagelsmann übellaunig. Sein Hauptkritikpunkt war das von ihm nicht zum ersten Mal angeprangerte «sorglose» Defensivverhalten seiner Mannschaft: «Wir bekommen zu viele Tore auf die gleiche Art und Weise in dieser Saison.» Die Dauerbaustelle geht ihm auf den Keks.

Größtes Aufregerthema ist aber der Impfstatus einzelner Profis - und die Konsequenzen für Verein und Team. Der Club wirbt offensiv für eine Impfung, dringt aber bei einer kleinen Zahl von Spielern wie Kimmich nicht durch. «Es ist eine schwierige Situation», bekannte Sportvorstand Hasan Salihamidzic in Augsburg.

Und nun? Die durchs Land rasende vierte Welle erfasst auch das Bayern-Personal, mit Infektionen wie gerade bei den geimpften Abwehrspielern Niklas Süle und Josip Stanisic, aber eben auch den vermeidbaren Quarantänekonsequenzen für ungeimpfte Kollegen.

Die «Bild am Sonntag» enthüllte nun eine «knallharte Konsequenz» der Bayern-Bosse um Oliver Kahn. Die als Kontaktpersonen in häusliche Isolation geschickten Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting sollen für die Ausfallzeit auf Teile der üppigen Gehälter verzichten. Der Verein gab zu dem Bericht auf Anfrage keine Stellungnahme ab.

«Wenn das stimmt, was die Bild-Zeitung vermeldet, ist das sicherlich auch als Zeichen zu verstehen, dass der Verein jetzt reagiert», sagte am Sonntag der frühere Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei «Sky90». «Das wird ihm nicht gefallen», bemerkte Rummenigge zur Reaktion von Kimmich. Kahn und Co. stecken in einem Dilemma. Ein Ausfall wie von Kimmich gefährdet die Saisonziele des Rekordchampions. Gleichzeitig sollen die geimpften Kimmich-Kollegen zum dritten Piks schreiten.

Corona, Impfen, Spiele mit nun wieder weniger Zuschauern, die zu einem weiteren Millionenverlust führen - all das wird in der Münchner Kabine und auf der Vorstandsetage diskutiert. «Es ist eine Debatte, die den Verein langsam auch nervt. Alle haben versucht, das Thema Nichtimpfen zu bereinigen oder eine Lösung zu finden. Das ist nicht geglückt bis dato», berichtete Immer-noch-Insider Rummenigge.

Kapitän Manuel Neuer äußerte in Augsburg einen Satz, der diplomatisch klang, aber Interpretationsspielraum beinhaltete: «Einen Jo Kimmich wollen wir immer in der Mannschaft und auf dem Platz haben.»

Der Mittelfeldchef - ein Eckpfeiler im Münchner Team wie Torwart Neuer, Torjäger Robert Lewandowski oder Anführer Thomas Müller - saß jedoch am Freitagabend gesund daheim. In die Kimmich-Rolle sollte Neuzugang Marcel Sabitzer schlüpfen - und verzweifelte an der Aufgabe. «In Sabi steckt viel, viel mehr», rätselte Nagelsmann.

Sein Wunschtransfer, den er aus gemeinsamen Zeiten bei RB Leipzig extrem schätzt, leitete mit einem Ballverlust auch noch das 0:2 ein. Nagelsmann nahm Sabitzer dafür in Schutz, tadelte den ausgewechselten Österreicher aber auch: «Es war eigentlich ein Topspiel für ihn. Auf dieser Position hat er in Leipzig schon viele Topspiele gemacht.»

Nagelsmann wollte die Niederlage verständlicherweise nicht auf Kimmichs Fehlen kaprizieren. Andere Vereine dürften bei Ausfällen eher jammern: «Wir bei Bayern München sollten es nicht tun.» Anders bewertete das Rummenigge mit Blick auf das Augsburg-Spiel: «Kein Club auf der Welt kann solche Spieler wie Joshua Kimmich ersetzen.»

Und wenn der Taktgeber am 4. Dezember gegen Borussia Dortmund fehlt? Dazu vielleicht Gnabry und/oder Musiala? Wie sollen Ungeimpfte - trotz PCR-Tests - rund um die Uhr privat und am Arbeitsplatz vor Corona-Kontakten bewahrt werden, die sie auch ohne eigene Infektion zum Zuschauen zwingen?

Kimmich ist nun schon seit zwei Wochen aus dem Trainings- und Wettkampfrhythmus. Er fehlt auch am Dienstag in der Champions League bei Dynamo Kiew. Nagelsmann selbst bezeichnete es als «Fakt», dass die Gefahr der ungeimpften Akteure deutlich größer sei, mehr Spiele und Trainingseinheiten zu verpassen als die geimpften. «Das liegt auf dem Präsentierteller», sagte er - vor der prompten Bauchlandung gegen ein komplett durchgeimpftes FCA-Team.

(dpa)

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