Letztes Update:
20211119174506

Berlinale 2022: Festivalleitung plant mit 2G-Regel

14:40
19.11.2021
Die Berlinale hält trotz verschärfter Infektionslage in Deutschland an ihren Plänen für das kommende Jahr fest. Das Filmfestival soll im Februar 2022 wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden - gelten soll dann die 2G-Regel. Das heiße, dass der Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene möglich sein werde, teilte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek am Freitag mit. «Die eventuelle Erweiterung auf 2G plus haben wir im Auge.»

Weil sich zuletzt immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben, greifen vielerorts wieder strengere Regeln, auch um eine Überlastung der Kliniken zu verhindern. «Die rasante Entwicklung der Infektionszahlen ist natürlich beunruhigend», teilte Rissenbeek der Deutschen Presse-Agentur mit. Die soeben beschlossenen weiteren Maßnahmen zur Eindämmung seien daher sehr wichtig.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Tausende Besucher kommen normalerweise nach Berlin. Vor der Pandemie waren für die Filmvorführungen mehr als 300 000 Tickets verkauft worden. In diesem Jahr wurde die Berlinale wegen der Pandemie geteilt: Im Frühjahr konnten Fachleute online Filme schauen, erst verspätet im Sommer liefen Filme fürs Publikum.

Diesmal soll es im Februar wieder ein Festival am Potsdamer Platz geben. «Trotz der anhaltenden Infektionslage rechnen wir mit einer regen Teilnahme von Branche, Presse und Publikum», hieß es in dem schriftlichen Statement der Festivalleitung. Dies sei zumindest an den ersten Reaktionen auf den Akkreditierungsaufruf an die Fachbesucherinnen und Fachbesucher abzulesen.

Selbstverständlich erwarteten sie nicht wieder die Zahlen von 2020 - nicht zuletzt wegen der Einschränkungen, die sich aus Reisebedingungen und Quarantänevorgaben ergäben, hieß es. Ob das Publikum angesichts der aktuellen Infektionszahlen eher zögerlich sein werde, könnten sie noch nicht einschätzen.

Eine Möglichkeit ist auch das Modell «2G plus». Was das genau bedeuten könnte - bei welchen Veranstaltungen es etwa gelten könnte -, werde geprüft. Die Option «2G plus» umfasse «diverse Erweiterungsoptionen» wie Maske, Abstand, Tests. «Wie welche Option eingesetzt wird, werden wir in enger Abstimmung mit den Behörden entscheiden und umsetzen», teilte Rissenbeek mit. Sie hofften, dass sich die Lage durch die nun bevorstehende Verschärfung der Maßnahmen und Vorgaben verbessern werde.

(dpa)

Bayern will Corona-Welle mit harten Gegenmaßnahmen brechen

14:39
19.11.2021
Bayern reagiert mit harten Gegenmaßnahmen auf die außer Kontrolle geratene Corona-Pandemie: Von nächsten Mittwoch (24. November) an sollen für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Alle Clubs, Diskotheken und Bars müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es in diesem Jahr nicht geben. Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden: mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern und mit einer Testpflicht auch für Geimpfte. In extremen Hotspots werden zudem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren. Schulen und Kitas sollen aber in ganz Bayern offen bleiben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition in München an.

«Wir handeln rasch, konsequent und sofort - und hoffen sehr, dass es wirkt», sagte Söder. Endgültig soll das neue Paket allerdings erst am Dienstag im Kabinett beschlossen und anschließend im Landtag beraten werden - dies sei bei derartigen Einschnitten nötig, sagte Söder. Alle Maßnahmen sollen dann in der Nacht auf Mittwoch in Kraft treten.

Die Schritte, auf die sich CSU und Freie Wähler am Freitag verständigten und die ab Mittwoch gelten sollen, im Überblick:

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte: Es dürfen sich ab Mittwoch nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen - lediglich Kinder unter 12 werden dabei ebenso wie Geimpfte nicht mitgezählt.

Clubs und Bars: Alle Clubs, Diskotheken, Bars und Schankwirtschaften müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Bordelle ebenso.

Sperrstunde: In der Gastronomie gilt dann eine Sperrstunde ab 22 Uhr.

Weihnachtsmärkte: Einzelne Städte hatten schon die Reißleine gezogen - nun sollen Weihnachtsmärkte bayernweit komplett abgesagt werden.

2G quasi flächendeckend: Auch bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren soll künftig die 2G-Regel gelten, ebenso bei Hochschulen, in Musik- und Fahrschulen. Eine Ausnahme von 2G bleibt der Handel - aber mit einer Obergrenze: eine Person auf zehn Quadratmeter Fläche.

Kultur- und Sportveranstaltungen: Diese dürfen nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden: mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern. Zudem gilt dort die 2Gplus-Regel - Zugang also auch für Geimpfte und Genesene nur noch mit Test. Auch in Freizeiteinrichtungen und bei Messen wird 2Gplus eingeführt.

Extreme Corona-Hotspots: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 soll das öffentliche Leben in weiten Bereichen heruntergefahren werden. Gastronomie, Beherbergungsbetriebe aller Art, Sport- und Kulturstätten sowie körpernahe Dienstleistungen (etwa Friseure) müssen schließen, Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen aller Art werden untersagt. Hochschulen müssen auf digitale Lehre umstellen. Schulen und Kitas bleiben aber auch dort offen, der Handel ebenso - dort gilt aber dann eine Beschränkung auf eine Person auf 20 Quadratmeter.

Schule/Kita: In ganz Bayern bleiben Schulen und Kitas geöffnet, Schulen im normalen Präsenzunterricht. Allerdings muss nun auch im Sportunterricht wieder eine Maske getragen werden. In Kitas soll es nun flächendeckend PCR-Pooltests geben, und auch an Mittelschulen (insbesondere in der 5. und 6. Klasse) sollen sie angeboten werden. Ansonsten bleibt es beim bisherigen System mit den Schnelltests.

Söder, Kultusminister Michael Piazolo für die Freien Wähler und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bezeichneten die Gegenmaßnahmen angesichts der explodierenden Corona-Zahlen als alternativlos. «Wenn das so weiterläuft, dann ist unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps, definitiv», sagte Holetschek.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden