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Stuttgarter Weihnachtsmarkt findet statt

13:50
18.11.2021
Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt soll trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen und der sich zuspitzenden Lage in den Kliniken stattfinden. Darauf haben sich Vertreter von Stadt und Veranstalter am Donnerstag in Stuttgart geeinigt. «Wir standen vor einer extrem schweren Entscheidung, wir haben lange mit uns gerungen», sagte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) bei einer Pressekonferenz in Stuttgart.

Zugleich setzt die Stadt auf verschärfte Maßnahmen wie eine 2G-plus-Regelung für Stände mit Speisen und Getränken zum sofortigen Verzehr. Damit müssen Geimpfte und Genesene dort zusätzlich einen Test vorweisen. Auf dem Markt soll es dazu mehrere Teststände geben. Die Zahl der Buden soll zudem von 280 auf rund 190 reduziert werden und die Stände sollen mit mehr Abstand zueinander aufgestellt werden, wie es hieß. Der Zugang zum Markt wird demnach streng kontrolliert. Man halte eine Durchführung des Stuttgarter Weihnachtsmarkts 2021 mit diesen Auflagen für durchführbar und vertretbar, so OB Nopper.

Der Weihnachtsmarkt soll am kommenden Mittwoch beginnen und bis zum 30. Dezember andauern.

(dpa)

Viele Kreise ohne freies Intensivbett - Wieler noch nie so beunruhigt

13:34
18.11.2021
Viele Intensivstationen sind derzeit am Anschlag. In rund jedem vierten Land- und Stadtkreis in Deutschland gibt es derzeit maximal noch ein freies Intensivbett für Erwachsene. Das ging am Donnerstag aus den aktuellen Zahlen der Intensivmedizinervereinigung Divi hervor. In etwa 50 von rund 400 Kreisen sind demnach sogar alle Betten belegt, besonders häufig in Bayern und Baden-Württemberg. Allerdings können sich die Kreise in gewissem Rahmen untereinander aushelfen, wenn es Engpässe gibt.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, äußerte sich am Mittwochabend mit Blick auf die Kliniken besorgt. «Wir waren noch nie so beunruhigt wie jetzt», sagte der RKI-Chef. Die Zahl der schwerkranken Covid-Patienten steige, für Menschen mit Schlaganfall und andere Schwerkranke müsse mancherorts bis zu zwei Stunden nach einem freien Intensivbett gesucht werden. «Die Versorgung ist bereits in allen Bundesländern nicht mehr der Regel entsprechend.» Und das werde noch zunehmen.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen äußerte sich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) gegenüber zurückhaltender. Die Krankenhäuser seien zwar ebenso wie die Praxen seit Monaten stark belastet. «Es besteht aber derzeit wohl nicht die Gefahr, dass die Kliniken in ihrer Gesamtheit an ihre Leistungsgrenze stoßen.» Es gebe insgesamt noch ausreichend Reserven, meinte er. «Wenn die Krankenhäuser jetzt wieder planbare Operationen verschieben, dann ist das eine reine Vorsichtsmaßnahme, um mehr freie Betten bereit zu stellen.»

Die Zahl der von den Gesundheitsämtern gemeldeten Neu-Infektionen steigt derzeit rasant, am Donnerstag meldete das RKI einen Höchstwert von 65 371 binnen eines Tages. Entsprechend steigt auch die Zahl der Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung brauchen - in den vergangenen sieben Tagen um etwa 600.

Die Gesamtzahl der erwachsenen Corona-Patienten auf Intensivstation ist mit rund 3400 derzeit noch deutlich niedriger als auf dem Höhepunkt der zweiten (rund 5700) und dritten (rund 5100) Welle. Allerdings gibt es laut Intensivmedizinern wegen Personalmangels weniger betreibbare Betten als vor einem Jahr.

Im Bundesdurchschnitt sind derzeit etwa 11 Prozent aller betreibbaren Intensivbetten für Erwachsene frei, wie aus den Divi-Zahlen hervorgeht. Es gibt aber große regionale Unterschiede. Besonders gering ist der Anteil freier Betten in Bremen (2 Prozent), Berlin (rund 7 Prozent), Hessen (rund 9 Prozent) und Bayern (rund 9 Prozent).

Zur Einordnung: Laut Divi sind 15 Prozent freie Betten «regional in einzelnen Intensivbereichen zu bestimmten Zeitpunkten nichts Ungewöhnliches». Problematisch werde jedoch ein freier Bettenanteil von unter 15 Prozent oder sogar unter 10 Prozent. «Insbesondere wenn dies in mehreren Regionen und Häusern gehäuft und über längere Zeiträume auftritt. Standardmäßige Verlegungsmöglichkeiten, die manchmal als Puffer dienen können, sind dann in aller Regel aufgrund vieler schwerer Fälle oft nur noch sehr eingeschränkt möglich.»

(dpa)

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