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20211114100531

Divi-Präsident fordert Corona-Prämie für Intensiv-Pflegekräfte

10:04
14.11.2021
Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat eine «kräftige Corona-Prämie» für Pflegekräfte im Intensivbereich gefordert, um ihnen die Belastungen durch die vierte Corona-Welle erträglich zu machen. «Es braucht eine Art Corona-Prämie für die vierte Welle, und zwar eine kräftige, von der die Intensivpflege-Beschäftigten auch wirklich etwas haben», sagte Marx der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Sonntag).

«Wir wünschen uns, dass für die Monate mit hoher Belastung der Bruttolohn netto ausgezahlt wird. Auch Nacht- und Wochenendarbeit sollte steuerfrei gestellt werden», schlug Marx vor. «Das würde sofort bei den Leuten ankommen und ihnen zeigen, dass ihre Arbeit gewürdigt und belohnt wird.» Damit ändere man noch nichts an den Strukturen - daran müsse auch dringend gearbeitet werden. Aber so eine Prämie würde einen Motivationsschub geben.

Es brauche «jetzt und gleich ein wirklich akutes und starkes Signal der Wertschätzung», denn schon vor Corona hätten Tausende Pflegekräfte gefehlt, und nach 22 Monaten Pandemie seien die Leute einfach erschöpft. Viele Beschäftigte im Intensivbereich könnten schlicht nicht mehr, manche hätten inzwischen kapituliert und ganz aufgehört, sehr viel mehr hätten ihre Arbeitszeit verkürzt. Unter dem Strich seien deswegen 4000 Intensivbetten weniger belegbar, sagte Marx.

Die Gewerkschaft Verdi warnte angesichts der hohen Belastungen auf den Intensivstationen vor einem drohenden Exodus in der Pflege. «Viele Beschäftigte aus der Pflege haben ihrem Beruf massenhaft den Rücken gekehrt, obwohl sie ihn lieben», sagte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler der «Bild am Sonntag». Die vierte Corona-Welle habe angesichts der jahrelangen hohen Belastung «das Fass zum Überlaufen gebracht».

Neben den Berufsaussteigern beobachtet Bühler auch eine hohe Zahl von Pflegekräften, die ihre Arbeitszeit reduzierten und Auszubildende, die ihre Ausbildung abbrächen. «Uns droht ein regelrechter Exodus in der Pflege. Die Krankenversorgung in Deutschland ist gefährdet, nicht nur in der Pandemie, nicht nur in den Krankenhäusern, sondern auch darüber hinaus», sagte sie.

(dpa)

Sächsische AfD reicht Klage gegen 2G-Regeln ein

09:18
14.11.2021
Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag geht gerichtlich gegen die neue Corona-Schutzverordnung vor. Die Abgeordneten wollen vom Verfassungsgerichtshof die 2G-Regel überprüfen lassen, wie die Fraktion am Sonntag mitteilte. Sachsen hatte am Montag (7. November) als erstes Bundesland die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens eingeführt. Dies bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene in Restaurants, Kneipen oder Diskotheken dürfen, ein negativer Test reicht nicht mehr.

«Die 2-G-Regel läuft auf einen Impfzwang hinaus. Dieser
Impfzwang ist verfassungswidrig», sagte Fraktionschef Jörg Urban.
Da die Corona-Impfstoffe bisher nur eine bedingte Zulassung hätten,
kollidiere die 2G-Regel mit dem Recht auf körperliche
Unversehrtheit. Darüber sei die Regelung eine inakzeptable
Ungleichbehandlung der Bürger und stelle eine Diskriminierung
der Ungeimpften dar. «Ministerpräsident Michael Kretschmer
(CDU) spaltet damit unsere Gesellschaft. Unsere Klage soll dazu
beitragen, diesen Riss wieder zu kitten», betonte Urban.

(dpa)

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