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20211113075638

Appell: 35 Wissenschaftler fordern Umsteuern in Corona-Politik

07:56
13.11.2021
35 führende Mediziner und andere Fachleute aus ganz Deutschland haben die Regierungen von Bund und Ländern zu einem Umsteuern in der Corona-Politik aufgefordert. Statt mit «passivem Abwarten» die Verantwortung für ein Brechen der vierten Welle zunehmend «in den Ermessensspielraum jedes einzelnen Menschen zu verlagern», müsse die Politik endlich «ihrer Verantwortung umfassend gerecht werden», schreiben die Forscher und Forscherinnen in einem dreiseitigen Aufruf, den der «Kölner Stadt-Anzeiger» und das «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (Samstagausgaben) veröffentlichten.

«Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben», heißt es in dem Text unter Federführung des Kölner Internisten Michael Hallek und der Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann. «Wir empfinden eine tiefe Enttäuschung über die Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und über den wiederholt nachlässigen Umgang mit dem Wohlergehen der Menschen, die auf den Schutz des Staates angewiesen sind.» Die Forscher fordern die Einrichtung eines nationalen Krisenstabs mit Fachleuten aus Virologie, Medizin und Öffentlicher Gesundheit, aber auch Praktikern mit Leitungserfahrung, etwa aus Kliniken oder Unternehmen.

(dpa)

Nach der Corona-Pause: Oberammergau rüstet sich für Passion

07:56
13.11.2021
Entstanden vor fast 400 Jahren aus einem Pestgelübde, im vergangenen Jahr an Corona gescheitert: Die berühmten Passionsspiele in Oberammergau sollen nächstes Jahr nachgeholt werden. In einem halben Jahr, am 14. Mai 2022, soll Premiere sein - zwei Jahre später als geplant.

Jetzt startet der oberbayerische Ort wieder in die Vorbereitungen. Derzeit werden die Requisiten ausgepackt, in der Schneiderei laufen Anproben: Die Kostüme müssen angepasst werden.

Noch im November sollen Chorproben beginnen, wegen Corona vorerst ausschließlich in kleiner Besetzung. Die textlichen Proben sollen im Januar starten.

Im März 2020 hatte Spielleiter Christian Stückl die berühmte Passion, die nur alle zehn Jahre stattfindet, wegen der Corona-Pandemie auf 2022 verschoben.

Man sei sehr zuversichtlich für die Premiere, der Vorverkauf laufe gut, sagt eine Sprecherin der Passionsspiele. Rund 70 Prozent der Karten für die rund 100 Vorstellungen seien verkauft.

Die Passion geht auf ein Pestgelübde zurück. Im Jahr 1633 versprachen die Oberammergauer, alle zehn Jahre die Passion aufzuführen, wenn niemand mehr an der Seuche sterbe - was der Legende nach eintrat.

(dpa)

Seehofer fordert einheitliche Corona-Regeln für Deutschland

07:54
13.11.2021
Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle hat Innenminister Horst Seehofer eine gemeinsame Kraftanstrengung von scheidender Bundesregierung und möglicher Ampel-Koalition gefordert. «Wir müssen jetzt alle zusammen Regierungskunst beweisen - diejenigen, die noch in der Regierung stehen, und diejenigen, die kurz davor stehen. Das Thema ist viel zu ernst und viel zu gefährlich, als dass wir darüber wochenlang streiten könnten», sagte der CSU-Politiker der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). Der Wahlkampf sei vorbei. «Parteipolitisch gibt es hier für niemanden etwas zu gewinnen, aber für alle viel zu verlieren. Fundamentalopposition kann es in so einer schwierigen Situation nicht geben.»

Mit Blick auf das Bund-Länder-Treffen kommenden Donnerstag sagte Seehofer: «Ich hoffe sehr, dass es kommende Woche zu einer bundeseinheitlichen Regelung kommt. Wir dürfen die Bevölkerung nicht länger verwirren.» Das ganze Durcheinander könne doch niemand mehr verstehen. «Impfzentren auf, Impfzentren zu - Lohnfortzahlung bei Quarantäne ja, dann wieder nein - Test kostenfrei, Test kostenpflichtig. Ja, hat denn im Ernst jemand geglaubt, dass noch jemand sich auf eigene Rechnung testen lässt, wenn er danach in Quarantäne keine Lohnfortzahlung bekommt?» In Richtung Jens Spahn sagte Seehofer: «Der schwerste Fehler des Bundesgesundheitsministers war, das Ende der epidemischen Lage ins Spiel zu bringen. Auch wenn er es nicht so gemeint hat - es kommt darauf an, wie es ankommt.»

(dpa)

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