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Experte: Diabetes-Patienten doppelt von Corona belastet

14:01
12.11.2021
Die Corona-Pandemie stellt für die Millionen Diabetes-Patienten nach Experteneinschätzung eine doppelte Belastung dar. «Das eine ist ein höheres Risiko für einen schlechteren Verlauf einer Corona-Infektion. Andererseits kann es in den Extremphasen der Pandemie zu einem eingeschränkten Zugang zur Regelversorgung kommen», sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer und Vorstand des Deutschen Diabetes-Zentrums, Michael Roden, der dpa.

«Wenn man Diabetes hat, ist das Risiko, einen schweren Covid-Verlauf zu haben oder an Covid zu versterben, deutlich höher», betonte er mit Verweis auf internationale Studien vor dem Weltdiabetestag am 14.11. Ein 35-jähriger Mensch mit Diabetes, erheblichem Übergewicht und Diabetesfolgen besitze etwa dasselbe Risiko für einen schweren Covid-Verlauf wie ein gesunder Mensch mit 65 Jahren. Diabetes und weitere Risikofaktoren höben daher die Gefahr einer schweren Covid-Erkrankung um etwa 30 Jahre an, so Roden.

Zu den Folgen der Notfall-Mechanismen der Krankenhäuser, planbare Behandlungen von Patienten wegen vieler Covid-Patienten zu verschieben, lägen dem Diabetes-Zentrum zwar keine Daten vor. Aus der Praxis wisse man aber, dass Kliniken in der Ambulanz zeitweise keine Patienten annehmen konnten und dass Regeltermine über längere Zeit ausfallen können. Diabetiker, die normalerweise von engen Kontrollen profitierten, könnten dann nicht mehr so engmaschig betreut werden.

Auch die Behandlung einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation könne wegen der Wirkung der Medikamente auf den Stoffwechsel zur Folge haben, dass sich die sogenannte Diabeteseinstellung eines Patienten verschlechtere. Roden, der Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf ist, sieht aber auch in der Pandemie keine Versorgungsengpässe mit Insulin in Deutschland. «Mir ist kein relevanter Engpass bekannt, unsere Patienten kommen zu ihrem Insulin», unterstrich Roden. 

(dpa)

Island verschärft Corona-Maßnahmen nach kurzer Zeit weiter

14:00
12.11.2021
Rekordhohe Neuinfektionszahlen sorgen auf Island dafür, dass die erst vor wenigen Tagen ergriffenen Corona-Maßnahmen weiter verschärft werden. Das teilte die isländische Regierung am Freitag mit. Die Teilnehmerobergrenze für Veranstaltungen und Versammlungen wird von 500 auf 50 gesenkt. Bis zu 500 Menschen dürfen künftig nur noch dabei sein, wenn sie einen negativen Schnelltest vorlegen. Restaurants und Kneipen müssen abends eine Stunde früher als bislang schließen. Gelten sollen die neuen Regeln ab Samstag und vorläufig bis zum 8. Dezember.

Erst vor wenigen Tagen waren auf der Nordatlantik-Insel mehrere Maßnahmen verschärft oder wiedereingeführt worden, darunter die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, wenn kein Mindestabend von einem Meter eingehalten werden kann.

Die Isländer unterscheiden zwischen einer Inzidenz im Inland und einem Inzidenzwert an der Grenze. Die inländische 14-Tage-Inzidenz ist mittlerweile auf knapp 470 angestiegen. Der Wert an der Grenze liegt derzeit für die vergangenen 14 Tage bei 27,5. Mit Auffrischungsimpfungen erhofft sich das kleine Land der Vulkane, Gletscher und Geysire, die Corona-Welle wieder unter Kontrolle bringen zu können.

(dpa)

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