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Landesregierung weitet Impfangebote erneut aus - 155 Teams geplant

14:29
11.11.2021
Die Landesregierung weitet angesichts der stark steigenden Intensivbettenbelegung mit Covid-Patienten die Corona-Impfkapazitäten erneut aus. Die Zahl der mobilen Impfteams soll auf 155 erhöht und in jedem Stadt- und Landkreis ein «Impfstützpunkt» eingerichtet werden, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) teilte mit, es stünden schwierige Wochen bevor. Die vierte Welle treffe vor allem die Nicht-Geimpften mit voller Wucht. «Deshalb appelliere ich noch einmal eindrücklich an alle Menschen in Baden-Württemberg, sich gegen das Virus impfen zu lassen», so Kretschmann.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) teilte zudem mit, die Lage in den Kliniken sei angespannt, das Pflegepersonal am Limit. Setze sich der derzeitige Trend mit dieser Geschwindigkeit fort, müsse man Patientinnen und Patienten bald in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland verlegen.

Die «Impfstützpunkte» in den Kreisen seien effektiver und schneller umsetzbar als große dezentrale Impfzentren, sagte Lucha. Gerade für ältere Menschen seien die Wege dadurch kürzer. An den Stützpunkten sollen täglich jeweils bis zu 130 Impfungen möglich sein. In Summe rechnet die Landesregierung auf diese Weise mit bis zu 23 000 Impfungen am Tag, die zusätzlich zu den niedergelassenen Ärzten möglich sein sollen. Zuletzt hatte die Regierung die Zahl der mobilen Impfteams auf bis zu 130 aufgestockt.

(dpa)

Notärztin Federle: Dringend mehr mobile Impfteams einsetzen

13:59
11.11.2021
Um der vierten Coronawelle schneller Herr zu werden, fordert die Tübinger Notärztin Lisa Federle einen massiven Ausbau mobiler Impfteams. «Die vom Land geplanten 130 reichen in der jetzigen Situation keinesfalls aus», sagte Federle. Notfalls könnten auch die Impfzentren wieder hochgefahren werden. «Dies ist aber so schnell nicht machbar», erklärte Federle.

Da 87 Prozent der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Ungeimpften belegt seien, forderte Federle weitere Einschränkungen für diese Gruppe. «In allen Betrieben sollte die 2G-Regel eingeführt werden. Außerdem sollten Ungeimpfte verpflichtet werden, jeden zweiten Tag einen PCR-Test zu machen.» Wegen der vorhersehbaren weiter steigenden Infektionszahlen sollte rigoros das 2G-Modell - also der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - bundesweit eingeführt werden. Für Menschen, die mit vulnerablen Gruppen arbeiteten, müsse es dringend eine Impfpflicht geben.

Federle, die mit dem Deutschen Roten Kreuz seit November 2020 in Tübingen kostenlose Testangebote anbietet, plädierte auch dringend dafür, die Gesundheitsämter wieder stärker mit ins Boot zu holen. «Es ist für mich ein Unding, dass man nicht mehr vom Gesundheitsamt benachrichtigt wird, wenn man positiv ist. So fehlt einfach der Nachdruck», sagte Federle. Die Menschen seien schwer verunsichert. Dies merke sie täglich in ihrer Praxis. «Was ich deutlich merke ist auch, dass sich viele Angstpatienten nicht impfen lassen.»

Viele Menschen versuchen derzeit, sich bei mobilen Impfteams gegen Corona impfen zu lassen. Die Kapazitäten reichen aber nach Auskunft von Federle nicht aus. Deshalb sei vor einer Woche in Tübingen ein «Pop-Up-Impfszentrum» eingerichtet worden in der Universitätsapotheke hinter der Frauenklinik.

(dpa)

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