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20211102111702

Praxisärzte fordern klare Voraussetzungen für Auffrischimpfungen

11:16
02.11.2021
Die Praxisärzte in Deutschland sehen sich für deutlich mehr Corona-Auffrischungsimpfungen im Winter gewappnet, dringen aber auf klare Voraussetzungen. «Das ist machbar, wir können das», sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Dienstag in Berlin. Seit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungen unter anderem für ältere Menschen ab 70 Jahren sei die Zahl der impfstoffbestellenden Praxen auf mehr als 30 000 angestiegen. Abweichende nicht-ärztliche Impfempfehlungen verwirrten da, was auch Praxisabläufe erschwere.

Nötig seien geordnete Einladungsverfahren zu Impfungen. Gassen forderte zudem flexiblere Möglichkeiten für Praxen beim Bestellen von Impfstoff und bei der Handhabung größerer Impfstoff-Fläschchen.

Impfverstärkungen («Booster») sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Die Stiko empfiehlt sie vorerst unter anderem für Menschen ab 70. Angeboten werden können sie nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern aber auch Älteren ab 60 Jahre, Corona-Risikogruppen sowie Geimpften mit Astrazeneca und Johnson & Johnson. Grundsätzlich sind sie laut Impfverordnung für alle anderen Menschen ebenfalls möglich.

(dpa)

Klinikum Görlitz verhängt wegen Corona-Belastung Besuchsverbot

11:14
02.11.2021
Das Klinikum Görlitz hat wegen einer steigenden Zahl von Corona-Patienten ein weitgehendes Besuchsverbot verhängt. Aktuell versorge man 21 Frauen und Männer mit einer Covid-19-Erkrankung, zwei davon auf der Intensivstation, teilte das sächsische Klinikum am Dienstag mit. Zudem gebe es mehrere Verdachtsfälle. Aus Gründen des Schutzes von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern gelte daher nun ein Besuchsverbot. Ausnahmen gebe es nur für Begleitpersonen bei Geburten, stationär betreuten Kindern und Schwerstkranken in einer besonders schwierigen Situation. Besucher müssten einen negativen Testnachweis mitbringen. Das gelte auch für Geimpfte und Genesene, hieß es.

Das Robert Koch-Institut (RKI) wies am Dienstag für den Freistaat eine Sieben-Tages-Inzidenz von 284,4 aus. Das war nach Thüringen der zweithöchste Wert aller Bundesländer. Am Montag hatte die Inzidenz noch bei 291,6 gelegen.

(dpa)

Corona-Impfungen - Verein fordert doppelte Vergütung für die Praxen

11:13
02.11.2021
Die Ärzteorganisation Medi fordert bessere Bedingungen für die Corona-Impfungen in Praxen. Vor allem die Vergütung für die Aufklärung der Patienten, ihre Impfung und Überwachung in der Praxis seien nicht ausreichend bezahlt. «Das Honorar deckt in keiner Weise unseren Aufwand. Im Gegenteil: Insbesondere kleine Praxen legen bei diesen Preisen noch drauf», betonte Medi-Vorstandschef Werner Baumgärtner am Dienstag in Stuttgart.

Derzeit werde die Impfung für die niedergelassenen Ärzte mit 20 Euro vergütet, während die Impfzentren pro Piks rund 200 Euro erhalten hätten. Aus Sicht Baumgärtners wären mindestens 40 Euro erforderlich, um die Impfkampagne sicherzustellen. Aus wirtschaftlichen Gründen böten viele kleine Praxen keine Corona-Impfungen mehr an. Weitere Medi-Forderungen: Abbau bürokratischer Hürden und Verfügbarkeit von Einzelimpfdosen.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, können die Booster-Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten vorgenommen werden. Sie hätten dafür die Erfahrung und Kapazitäten. «Falsch dagegen wäre es, jetzt wieder auf Impfzentren zu setzen», fügte er hinzu.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ländern hingegen vorgeschlagen, die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, jetzt für die Booster-Impfungen wieder startbereit zu machen.

Medi Baden-Württemberg ist ein Zusammenschluss von rund 5000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten aller Fachrichtungen.

(dpa)

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