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20211102052908

Städte kritisieren Debatte über Reaktivierung von Impfzentren

05:29
02.11.2021
Die Städte haben die Debatte über eine kurzfristige Reaktivierung von Impfzentren für Corona-Auffrischungsimpfungen kritisiert. Ein Impfzentrum sei «keine Taschenlampe», die je nach Stimmungslage aus- und wieder angeknipst werden könne, heißt es in einem Schreiben des Deutschen Städtetags an die Gesundheitsminister der Länder, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Strukturen seien verändert, Flächen anderweitig genutzt, Personal umgeschichtet worden. Ein derartiger Richtungsumschwung sei nicht nachvollziehbar.

Bund und Länder hatten vereinbart, die zum Impfstart eingerichteten zeitweise mehr als 400 regionalen Impfzentren zum 30. September zu schließen oder die Kapazitäten zurückzufahren. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) brachte nun ins Gespräch, dass die Länder die Impfzentren wieder startbereit machen, um mehr Impf-Auffrischungen als Schutz im Winter zu ermöglichen. Mehrere Länder reagierten bereits reserviert auf den Vorstoß. Kritik gibt es aber weiterhin auch an stockendem Impftempo im Netz der Arztpraxen.

«Auch in der Pandemie braucht es ein Mindestmaß an Kalkulierbarkeit von Entscheidungen», mahnte der Städtetag. Dabei sei es angesichts dynamisch steigender Infektionszahlen richtig, die Frage von Auffrischungsimpfungen rechtzeitig zu thematisieren. Zunächst seien die Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Organisation gefordert. Diese hätten «stets signalisiert, ein Massenimpfgeschäft im Herbst und Winter ohne die kommunalen Impfzentren leisten zu können». Die Städte stünden selbstverständlich bereit, ihre niedrigschwelligen Impfangebote aufrechtzuerhalten und bei Bedarf auch zu erweitern.

Zum Vorgehen in der Corona-Krise im Winter wollen sich am Dienstag unter anderem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, in Berlin äußern. Impf-Verstärkungen («Booster») sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Angeboten werden sie Älteren ab 60 Jahre, Corona-Risikogruppen, aber auch Geimpften mit Astrazeneca und Johnson & Johnson. Die Stiko empfiehlt Auffrischungen vorerst unter anderem für Menschen ab 70. Grundsätzlich sind sie laut Impfverordnung für alle anderen Menschen ebenfalls möglich.

(dpa)

Ministerin: Inzwischen 14 Tote nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim

05:28
02.11.2021
Die Zahl der Toten nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Brandenburg hat sich auf 14 erhöht. Das teilte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Montagabend in der RBB-Sendung «Brandenburg Aktuell» mit. «Das ist ein ganz, ganz schlimmer Befund», sagte sie. «Das ist genau das, was wir nicht noch einmal erleben wollten.» Am Nachmittag hatte der Landkreis Barnim die Zahl der Toten auf elf beziffert. Zudem seien 44 Bewohner und 15 Mitarbeitende der Einrichtung an Covid-19 erkrankt.

(dpa)

Corona-Warnstufe sehr wahrscheinlich - Intensivstationen unter Druck

05:27
02.11.2021
Die Warnstufe ist kaum mehr aufzuhalten. Zu deutlich steigt die Zahl der Corona-Kranken, die auf den Intensivstationen behandelt werden müssen. Wie seit langem angekündigt, muss das Land nun auf die Bremse treten - auf Ungeimpfte kommen wieder Einschränkungen zu.

Um die Intensivstationen in der anhaltenden Corona-Krise zu entlasten, wird der Druck auf ungeimpfte Menschen in Baden-Württemberg bereits von Mittwoch an erhöht. Das scheint mit Blick auf die seit Wochen steigende Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern geradezu sicher. Sollte die Zahl der am Virus erkrankten Menschen auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg auch am Dienstag und somit am zweiten aufeinanderfolgenden Werktag weiter über der Marke von 250 Infizierten liegen, wird automatisch die sogenannte Warnstufe für den folgenden Tag ausgerufen.

Am Freitag hatte sie den Wert bereits überschritten, am Montag lag dieser laut Landesgesundheitsamt (Stand 16.00 Uhr) bei 276. Allerdings werden Wochenenden und Feiertage nicht mitgezählt, deshalb ist nach Freitag erst der Dienstag relevant.

Ungeimpfte dürfen öffentliche Veranstaltungen, Museen, Theater, Kinos oder Restaurants dann nur noch mit negativem PCR-Test besuchen - und müssten diesen auch selbst bezahlen. Die günstigeren PCR-Pooltests sind laut Gesundheitsministerium nicht gültig, das gilt auch für einen Antigen-Schnelltest. Zudem sollten dann erneut Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und nicht nachweislich genesene Personen gelten. Ein Haushalt darf sich in der Warnstufe nur mit fünf weiteren Personen treffen. Ausgenommen von den Verschärfungen wären Genesene und Geimpfte, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Menschen, die sich zum Beispiel aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Aufgehoben werden die Regelungen der «Warn-» und der ebenfalls möglichen späteren «Alarmstufe» mit weiteren Einschränkungen, wenn die Zahl der belegten Intensivbetten an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter dem Schwellenwert liegt.

Nach wie vor ist in Baden-Württemberg fast jeder Dritte nicht vollständig geimpft. Die Impfquote liegt laut Robert-Koch-Institut bei 64,9 Prozent. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg lag am Montag bei 189,3 nach 195,7 am Sonntag. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche den Behörden gemeldet wurden. 

(dpa)

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