Letztes Update:
20211109103006

Virologe: Testpflicht für Geimpfte wäre kontraproduktiv

10:29
09.11.2021
Der Kieler Virologe Helmut Fickenscher sieht den Vorschlag einer Einführung verpflichtender Tests für Geimpfte kritisch. Diese sei kontraproduktiv, «weil sie den Ungeimpften vermittelt, dass es kein Argument mehr gibt, sich impfen zu lassen», sagte Fickenscher, der in Kiel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein das Institut für Infektionsmedizin leitet, dem «Flensburger Tageblatt» (Dienstag). Man müsse sich über diese Signalwirkung klar sein. «Viel sinnvoller ist es, wenn wir Ungeimpften noch besser deutlich machen, dass sie bei einer Impfung eine Schutzrate von deutlich über 90 Prozent erreichen.»

Mit Blick auf Impfdurchbrüche sagte Fickenscher, man müsse unterscheiden zwischen Geimpften, die trotz der Impfung erkrankten, und solchen, die sich zwar infizierten, aber keine Symptome entwickelten. «Ein Viertel der Infektionen trotz Impfung bleiben symptomlos, und nur selten kommt es zur Krankenhauseinweisung oder Intensivtherapie.» Geimpfte seien also durch die Impfung sehr gut, aber eben nicht vollständig geschützt.

Auf Forderungen nach einer Testpflicht für alle - auch für Geimpfte und Genesene - reagierte Fickenscher eher verhalten. «Der goldene Weg ist immer noch, die Impfquote zu erhöhen, darauf müssen wir uns konzentrieren.» Massentestungen seien die zweite Wahl. «Ihr Nutzen ist übersichtlich, die Kosten hingegen sind immens.» Sinnvoller wäre es aus Sicht des Virologen, über eine Impfpflicht nachzudenken,zumindest dort, wo enger Kontakt zu vulnerablen Bevölkerungsgruppen bestehe. «Da aber ein Impfpflicht politisch schwer durchzusetzen ist, kommen Testungen ganz besonders dort infrage, wo besonders hohe Inzidenzen beobachtet werden.»

(dpa)

Corona-Fall bei Nationalmannschaft: Fünf Spieler in Quarantäne

10:27
09.11.2021
Corona-Fall bei der Fußball-Nationalmannschaft: Wie der Deutsche Fußball-Bund am Dienstag bestätigte, wurde ein DFB-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet. Das Gesundheitsamt in Wolfsburg ordnete daraufhin Quarantäne für vier weitere Profis an, die als Kontaktpersonen eingestuft wurden. Bundestrainer Hansi Flick sagte das Mannschaftstraining am Vormittag ab.

«Diese Nachricht ist so kurz vor den abschließenden beiden Spielen in der WM-Qualifikation sehr bitter - für das Trainerteam wie für die gesamte Mannschaft. Aber die Gesundheit geht selbstverständlich vor», wurde DFB-Direktor Oliver Bierhoff in einer Mitteilung zitiert. Um welchen Spieler es sich handelt, war zunächst nicht bekannt. Laut DFB ist er geimpft und derzeit symptomfrei. Für 13.00 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt. Dann werden sich Bierhoff und DFB-Arzt Tim Meyer zu dem Vorfall und dem weiteren Vorgehen äußern.

Die Nationalmannschaft bestreitet am Donnerstag ihr letztes Heimspiel in der WM-Qualifikation in Wolfsburg gegen Liechtenstein. Anschließend steht noch die Partie am Sonntag in Eriwan gegen Armenien an. Inwiefern die Austragung dieser Partien gefährdet sein könnte, blieb zunächst offen. Zuletzt war es bei singulären Infektionen nicht mehr zu Spielabsagen gekommen. Die WM-Qualifikation hat die Nationalmannschaft bereits geschafft. Insgesamt hat Flick 28 Spieler in seinem Kader, so dass er momentan noch auf 23 zurückgreifen könnte.

Zuletzt hatte die Aussage von Bayern Münchens Joshua Kimmich, dass er nicht geimpft sei, für heftige öffentliche Diskussionen um die Vorbildfunktion von Fußball-Nationalspielern in der Corona-Krise gesorgt. «Die Zahl der Corona-Infektionen ist zuletzt bundesweit wieder stark gestiegen. Deshalb setzen wir während der letzten Länderspielmaßnahme des Jahres die Hygiene- und Verhaltensregeln konsequent weiter um, um auch im aktuellen Infektionsgeschehen so verantwortungsvoll wie möglich zu handeln», sagte Bierhoff.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden