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Corona-Zahlen in Neuseeland sinken - Lockdown weitgehend aufgehoben

06:29
08.09.2021
Neuseeland hat den landesweiten Corona-Lockdown nach drei Wochen weitgehend wieder aufgehoben. Die Zahl der Neuinfektionen war in den vergangenen Tagen im Vergleich zum August deutlich gesunken. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden zum vierten Mal in Folge etwa 20 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Vor einigen Wochen lag die Zahl kurzzeitig bei über 80. Lediglich in der Millionenstadt Auckland, dem Epizentrum des derzeitigen Ausbruchs, sollen die Beschränkungen zunächst weiter gelten.

Geschäfte und Schulen durften in allen anderen Landesteilen wieder öffnen. Einige Regeln sollen aber überall weiter bestehen bleiben. So müssen die Bürger jetzt in Innenräumen Masken tragen. Zudem dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal 50 Personen versammeln, im Freien bis zu 100 Personen.

Der Inselstaat im Südpazifik hat, ebenso wie der Nachbar Australien, lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt. Die Menschen lebten weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet, dadurch aber trotz der Pandemie weitgehend normal weiter - monatelang auch ohne Masken. Die hochansteckende Delta-Variante habe «das Spiel aber verändert», betonte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zuletzt. Die meisten Bürger wünschen sich laut einer in der Zeitung «New Zealand Herald» veröffentlichten Umfrage von Ende August dennoch weiter den «Zero Covid»-Ansatz.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Bislang wurden nur rund 3800 Infektionen bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Allerdings sind bisher nur etwa 25 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

(dpa)

Ärztepräsident Reinhardt fordert Neustart der Corona-Impfkampagne

06:28
08.09.2021
Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert einen Neustart der Corona-Impfkampagne. «Die Impfquote ist in ganz Deutschland zu niedrig, insbesondere aber in den östlichen Bundesländern», sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das sei mit Blick auf den Herbst und Winter bedenklich.

Viele Ungeimpfte seien keine überzeugten Impfverweigerer. «Um diese Unentschlossenen zu erreichen, muss die Impfkampagne in Deutschland komplett neu aufgestellt werden», sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Die Aufforderung «Ärmel hoch» habe anfangs genützt. «Jetzt aber brauchen wir viel zielgenauere Kommunikationsmaßnahmen und niedrigschwellige Impfangebote.» Gefragt seien kreative Konzepte.

Darauf setzen auch die Landesregierungen in Sachsen und Thüringen, die sich gegen schwache Impfzahlen stemmen. «Wir sehen, dass Aufklärung und Gespräche wichtig sind, um die Menschen zu überzeugen, die noch zögern», sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) der dpa. Man nutze alle verfügbaren Kanäle.

Die thüringische Sozialministerin Heike Werner (Linke) appellierte an die Bürger, Angebote zu nutzen. «Wir betreiben viel Aufwand, um die Impfungen so nah wie möglich zu den Menschen zu bringen», sagte Werner der dpa. Sie verwies auf Impfaktionen in Einkaufszentren, bei Sportveranstaltungen und ohne Termin.

In allen ostdeutschen Bundesländern liegen die Corona-Impfraten unter dem Bundesdurchschnitt. Schlusslicht ist Sachsen. Dort waren nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bis einschließlich Montag 52,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - bundesweit 61,4 Prozent. Brandenburg erreichte eine Quote von 55,6 Prozent, Thüringen 56,5 und Sachsen-Anhalt 58,4 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern schaffte 60,0 Prozent und damit fast den Durchschnitt.

Der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz (CDU) hatte vor «dramatischen Verhältnissen» mangels ausreichender Impfungen in den östlichen Bundesländern gewarnt.

(dpa)

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