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Corona-Impfungen: Klarheit für Schwangere und Stillende verlangt

15:35
07.09.2021
Baden-Württemberg hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, bei Corona-Impfungen von Schwangeren und Stillenden eine klare Empfehlung abzugeben. Der Amtschef des Stuttgarter Sozialministeriums, Uwe Lahl ,schreibt in einem Brief an den Stiko-Vorsitzenden Thomas Mertens, es gebe leider nach wie vor keine eindeutige Empfehlungslage zur Impfung von Schwangeren.

«Dies führt bei der Ärzteschaft, aber auch unter den Schwangeren selbst zu Unsicherheiten. Diese werden dadurch noch verstärkt, dass andere Gremien und Fachgesellschaften im In- und Ausland sich mittlerweile klar für eine Impfung von Schwangeren aussprechen», zitierten die «Heilbronner Stimme» und der «Südkurier» (Mittwoch) aus dem Schreiben.

Darin erklärte Lahl, dass in Baden-Württemberg nach Schätzungen von Intensivmedizinern rund fünf Prozent der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten Schwangere seien. Am vergangenen Montag wurden auf den Südwest-Intensivstationen 172 Covid-19-Fälle behandelt. «Wir sehen auch, dass die vierte Welle derzeit insbesondere in den jungen Altersgruppen an Fahrt aufnimmt und auch immer mehr junge Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, darunter auch zunehmend Schwangere.»

Laut Lahl gebe es bei einer Covid-19-Infektion während der Schwangerschaft ein sechsfach höheres Risiko für eine intensivmedizinische Behandlung im Vergleich zu Nicht-Schwangeren – und eine 26-fach erhöhte Sterblichkeit von Schwangeren mit Covid-19 im Vergleich zu Nicht-Schwangeren im selben Alter. Neugeborene von während der Schwangerschaft mit Corona infizierten Frauen müssten zudem dreimal häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden.

(dpa)

Mehr als 2000 neue Corona-Fälle im Südwesten binnen eines Tages

15:34
07.09.2021
Die Zahl der neuen Corona-Infektionsfälle im Südwesten ist im Vergleich zum Vortag um 2142 gestiegen. Die Fälle verteilen sich jedoch weiter sehr ungleich auf Geimpfte und Ungeimpfte. So beträgt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen mit abgeschlossener Impfserie 17,6, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Bei Menschen ohne jegliche oder mit unvollständiger Impfung sowie ohne Angaben zum Impfstatus stieg der Wert auf 202,7. Die landesweite Inzidenz beträgt derzeit 91,0.

Von den in Baden-Württemberg verfügbaren Intensivbetten sind aktuell 7,2 Prozent mit Covid-19-Patienten belegt. Die Zahl der Covid-Fälle auf den Intensivstationen fiel im Vergleich zum Vortag um 4 auf 168. Die Auslastung der Krankenhäuser ist ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Pandemielage und für einschränkende Maßnahmen, die bei steigenden Zahlen nach den Plänen der Regierung vor allem Ungeimpfte betreffen.

Die Impfquote mit Bezug auf die vollständig Geimpften beträgt derzeit 60,3 Prozent. Als mindestens einmal geimpft gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 63,2 Prozent der Menschen im Land. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis, bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

(dpa)

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