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Müller hält Möglichkeiten der Politik beim Impfen für «ausgereizt»

14:11
07.09.2021
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hält die Möglichkeiten der Politik, bei den Corona-Impfungen noch nennenswerte Fortschritte zu erzielen, allmählich für erschöpft. «Wir haben sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet», sagte der SPD-Politiker am Dienstag und verwies auf Brief-, TV-, Radio- oder Social Media-Kampagnen ebenso wie auf niedrigschwellige Angebote in Einkaufszentren, auf Parkplätzen oder in Clubs. Doch alles laufe zäh und langsam. «Minimalste Schritte kommen wir nur voran», so Müller. «Ich komme jetzt an einen Punkt, wo ich denke, vielleicht haben wir das, was wir machen können als Politik, auch ausgereizt.»

Müller schließt daraus: «Ich glaube, wir brauchen dringend Bündnispartner jetzt, Bündnispartner, die noch mal mehr Menschen oder andere Menschen erreichen als wir.» Als Beispiele nannte er Gastronomen, Hotels, Theater, Sportarena, Kino - überall dort könne auf die Bedeutung des Themas Impfen hingewiesen werden.

Allen müsse bewusst sein, dass mit der aktuellen Impfquote von gut 60 Prozent viel erreicht worden sei, aber Richtung Winter 75, 80 oder noch besser 85 Prozent nötig seien. «Wir haben es in der Hand, es in den nächsten Monaten abzusichern», sagte Müller. Ziel müsse sein, mit deutliche höherer Impfquote in den Winter zu starten, «ohne dass wir wieder zu einschränkenden Maßnahmen kommen, ohne dass wieder Betriebe, Sportveranstaltungen, Kultureinrichtungen geschlossen werden müssen».

(dpa)

Experten: Corona-Impfstoffe decken bald weltweiten Bedarf

14:10
07.09.2021
Die Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen steigt nach Einschätzung von Experten weiter deutlich an. Bis Ende 2021 werden zwölf Milliarden Dosen produziert sein, wie die auf Unternehmens- und Wissenschaftsdaten spezialisierte Firma Airfinity am Dienstag in Genf mitteilte. Rund die Hälfte davon gehe auf das Konto chinesischer Vakzine, die andere Hälfte produzierten westliche Hersteller, hieß es. Aktuell sei fast jeder dritte Mensch auf der Erde vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Auch jüngste Daten zeigten, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Infektion und vor allem gegen schwere Verläufe sehr hoch sei. Dies gelte auch für die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus.

Die USA, Kanada, die EU und Großbritannien würden Ende September über so viele Impfdosen verfügen, dass sie ohne weiteren Schaden für eigene Impfkampagnen rund 500 Millionen Dosen an andere Staaten weitergeben könnten, so Airfinity-Chef Rasmus Bech Hansen.

Für 2022 rechnet Pfizer-Vorstandschef Albert Bourla mit einer weiteren Produktionssteigerung auf vier Milliarden Dosen des Impfstoffes von Pfizer/Biontech. Ein großer Teil davon werde bereits in ärmere Länder geliefert. 2022 werde die Versorgung mit Impfstoffen zum Beispiel für Afrika so gut sein, dass sich nicht mehr die Frage stellen werde, ob man sich impfen lassen könne, sondern - analog zu Europa und den USA - ob sich die Menschen impfen lassen wollten, meinte Bourla.

Im Schatten der Impfdiskussion hätten sich auch große Fortschritte bei der Behandlung von Covid-19 etabliert, so Bech Hansen. Habe es zu Beginn nur eine allgemein anerkannte Therapie gegeben, seien es nun acht, hieß es. Diese Entwicklung habe Millionen Leben gerettet.

(dpa)

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