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Spahn: Fünf Tage Quarantäne in Schulen - aber mit Schutzkonzepten

12:33
06.09.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulklassen ausgesprochen, pocht dafür aber auf Schutzkonzepte. In der Regel solle eine einheitliche Quarantäne von fünf Tagen möglich sein, die dann mit einem negativen Test beendet werden könne, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Gelten solle dies zudem nur für «umsitzende» Kinder und nicht die ganze Klasse. Voraussetzung dafür sei aber, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske tragen für alle im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte.

«Dann ist aus unserer Sicht diese alltagstauglichere und gleichzeitig Schutz bietende Lösung möglich», sagte Spahn vor Beratungen mit den Länder-Gesundheitsministern am Montagnachmittag. So sei es auch in einer Arbeitsgruppe zwischen Ländern, Bund und Robert Koch-Institut (RKI) schon miteinander diskutiert. Spahn sagte, er sehe die Chance, zu dieser einheitlichen Linie als Empfehlung zu kommen. Dabei könne es weiter auch Einzelfallsituationen geben, in denen Gesundheitsämter vor Ort abweichend vorgingen, etwa je nachdem, wie Kinder sitzen.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, eine große gemeinsame Linie der Länder würde für sehr viel Akzeptanz gerade bei Eltern sorgen. Präsenzunterricht sollte, so weit es gehe, dauerhaft möglich gemacht werden.

(dpa)

Covid-Medikamente: Bund fördert sechs Unternehmen mit 150 Millionen

11:55
06.09.2021
Das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium fördern sechs Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 arbeiten, mit 150 Millionen Euro. Wie beide Ministerien am Montag mitteilten, sollen entsprechende Forschungsprojekte der Firmen AdrenoMed AG, Apogenix AG, Atriva Therapeutics GmbH, CORAT Therapeutics GmbH, InflaRX GmbH und der DRK Baden-Württemberg-Hesse GmbH unterstützt werden.

Es geht den Angaben zufolge um die Erforschung und Entwicklung sogenannter antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion hätten oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpften.

«Teilweise wurden die Arzneimittel bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht. Nun soll getestet werden, ob sie auch einen Effekt auf eine Covid-19-Erkrankung haben», hieß es in einer Mitteilung. «Selbst bei flächendeckender Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen werden nicht alle Menschen eine Impfung erhalten können. Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln», sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

(dpa)

Kinderärzte zu Schulregelungen: Quarantäne nur für's infizierte Kind

11:55
06.09.2021
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, befürwortet in der Corona-Pandemie eine gezieltere Quarantäneregelung an Schulen. Bedingung sei eine sorgfältige Kontrolle über Tests, sagte er am Montag bei einem Pressebriefing des Science Media Centers. In einigen Bundesländern werde schon jetzt geschaut, ob nur das infizierte Kind in Quarantäne geschickt werden und der Rest weiter zur Schule gehen könne. Wenn man diesen Weg sorgfältig und kontrolliert beschreite, sei das «insgesamt ein guter Weg».

«Das ist dann ganz wichtig, dass der Rest der Klasse gut getestet wird und hier die Kontrollfunktion nicht verloren geht», ergänzte er. Dann könne das eine Maßnahme sein, die zwei Dinge miteinander verbinde: «Nämlich einerseits, die Infektionskette frühzeitig zu stoppen. Frühzeitiger als man sie stoppen würde, wenn man auf die Symptomatik warten würde», sagte Dötsch. «Und zweitens den Schulunterricht für alle anderen, die nicht das Virus in sich tragen, weiter aufrechtzuerhalten.»

Es spiele für Quarantäneregelungen generell eine große Rolle, ob jemand eine hohe oder eine niedrige Viruslast habe, wie eng der Kontakt sei und wie stark die Schutzmaßnahmen, so Dötsch. Für das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig spielt auch die Treffgenauigkeit bei Quarantänemaßnahmen eine Rolle. Sie liege in der Schule zum Beispiel deutlich niedriger als in einem Haushalt, sagte Berit Lange, Leiterin der Klinischen Epidemiologie am HZI.

In manchen Bundesländern ist der neue Quarantäne-Ansatz an Schulen nicht unumstritten. In Berlin hatten die Amtsärzte geschlossen dafür votiert, um zum Beispiel Sitznachbarn eines infiziertes Kindes bei weiterhin negativem Test ohne Unterbrechung den Schulbesuch zu ermöglichen. Der Senat hatte diesen Vorstoß unterbunden, aber die Quarantänezeit für Kontaktpersonen verkürzt. Berliner Kinder und Jugendliche müssen in Zukunft nur noch 5 statt 14 Tage in Quarantäne, wenn sie Kontakt mit positiv getesteten Mitschülern hatten.

Am Montagnachmittag wollten die Gesundheitsminister über Quarantäne an Schulen beraten.

(dpa)

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