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Lehrerverband mahnt Umsicht in Schul-Quarantänedebatte an

06:25
06.09.2021
In der Debatte über Corona-Quarantänemaßnahmen an Schulen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Umsicht angemahnt. «Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken», sagte Heinz-Peter Meidinger im Podcast «Die Schulstunde» des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). «Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren.» Auch ob es eine Maskenpflicht gebe, spiele dabei eine Rolle. Geimpfte Kinder müsse man nicht in Quarantäne schicken.

Unterm Strich gehe es darum, genau hinzuschauen, wie die Situation vor Ort aussehe, sagte Meidinger und fügte an: Er verstehe, dass Quarantäne-Anordnungen Eltern vor enorme Probleme stellten. Das ändere aber nichts daran, dass teils die Notwendigkeit bestehe. Ausschließlich infizierte Schüler in Quarantäne zu schicken und dabei auf Kontaktverfolgung komplett zu verzichten, wäre «ein Signal für die schnelle Durchseuchung der Schulen».

Die Gesundheitsminister der Länder wollen an diesem Montag über Quarantäne bei Schülern sprechen. Dabei soll es um «möglichst einheitliche Regeln» gehen, wie der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte.

(dpa)

Ostbeauftragter warnt vor steigenden Corona-Zahlen im Osten

06:24
06.09.2021
Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, blickt mit Sorge auf den Corona-Herbst in den ostdeutschen Bundesländern. «Wenn die Schulferien in allen fünf neuen Ländern zu Ende sind, werden die Infektionszahlen mit großer Sicherheit deutlich steigen», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). «Einmal, weil das Virus gerade im Osten auf eine im Vergleich zum Westen hohe Zahl von Ungeimpften trifft. Aber auch deshalb, weil hier die Zahl derjenigen groß ist, die die Schutzmaßnahmen verweigern.»

Er rechne damit, dass die Inzidenzen im Osten in wenigen Wochen höher sein werden als jetzt im Westen. «Ich fürchte, es wird dann kein Halten geben und wir werden ähnlich dramatische Verhältnisse haben wie im vergangenen Herbst.» Wanderwitz fügte an: «Die Impfbereitschaft könnte sich dann wieder erhöhen, wenn sich die Lage deutlich verschlechtert und strengere Maßnahmen für Ungeimpfte kommen. Ein Faktor könnte auch das Ende der kostenlosen Tests sein.»

In Thüringen und Sachsen beginnt am Montag das neue Schuljahr, damit sind die Sommerferien in allen ostdeutschen Bundesländern vorbei.

(dpa)

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