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Sonntag, 19. September

Lufthansa beschließt Kapitalerhöhung zur Rückzahlung der Staatshilfen

18:29
19.09.2021
Die Lufthansa startet eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur Rückzahlung der deutschen Staatshilfen. Der Bruttoemissionserlös soll 2,14 Milliarden Euro betragen, wie das MDax-Unternehmen am Sonntagabend in Frankfurt mitteilte. Der Bezugspreis liege bei 3,58 Euro je neuer Aktie. Die neuen Papiere sollen den Aktionären voraussichtlich vom 22. September bis 5. Oktober im Bezugsverhältnis 1:1 angeboten werden.

Die Lufthansa will den Nettoerlös zur Rückzahlung der Stillen Einlage I des deutschen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 1,5 Milliarden Euro verwenden. Zudem sei beabsichtigt, die Stille Einlage II in Höhe von 1 Milliarde Euro bis Jahresende vollständig zurückzuzahlen und den nicht in Anspruch genommenen Teil der Stillen Einlage I ebenfalls bis dahin zu kündigen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte erst jüngst betont, er wolle die Rückzahlung der deutschen Staatshilfen noch mit der derzeitigen Bundesregierung regeln. «Wir würden gern noch mit den jetzigen Ansprechpartnern Klarheit schaffen», sagte der Chef von Deutschlands größtem Airline-Konzern vor knapp zwei Wochen.

Einen Kredit der Staatsbank KfW von einer Milliarde Euro hat die Lufthansa bereits zurückgezahlt. Für die Rückzahlung der stillen Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds hatte Spohr die jetzige Kapitalerhöhung bereits angekündigt.

Erst im zweiten Quartal hatte die Lufthansa weitere 1,5 Milliarden Euro aus der zweiten stillen Einlage des Bundes gezogen. Insgesamt hat sie damit Staatshilfen in Höhe von 4 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Das Geld stammt von Deutschland sowie den Nachbarstaaten Belgien, Österreich und Schweiz.

Die Rückzahlung aller Staatshilfen gilt auch als Voraussetzung für weitere Fusionen und Übernahmen unter Europas Fluggesellschaften. So lange die Unternehmen der Branche staatlich gestützt werden, sind ihnen Zusammenschlüsse untersagt. Schon vor der Corona-Krise sei klar gewesen, dass es zu einer weiteren Konsolidierung kommen werde, sagte Spohr. Die Krise habe in diesem Prozess quasi die Pause-Taste gedrückt. «In dem Moment, wo diese staatlichen Stabilisierungen zurückgezahlt werden, wird diese Pause-Taste wieder auf Play umswitchen», sagte der Manager. «Denn wir haben viel zu viele Airlines in Europa.»

Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen war Fluggesellschaften in aller Welt im vergangenen Jahr der Großteil ihres Geschäfts weggebrochen. Viele entgingen nur dank staatlicher Milliardenhilfen der Pleite.

(dpa)

Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bleibt auf hohem Niveau

15:27
19.09.2021
Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg bleibt mit 93,2 weiter auf hohem Niveau. Am Vortag hatte der Wert noch bei 94,0 gelegen. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung stieg am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) um 6 auf 208, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte.

Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, beträgt derzeit 1,83. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte.

Die Behörde verzeichnete im Vergleich zum Vortag 344 neue Ansteckungen und 3 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle im Südwesten auf 558 038 und die der Todesfälle auf 10 557.

Laut der derzeit geltenden Corona-Verordnung des Landes wird eine erste sogenannte Warnstufe erreicht, wenn mindestens 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann brauchen Ungeimpfte einen negativen PCR-Test, wenn sie an den meisten öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen wollen. Ein Antigentest reicht nicht mehr.

(dpa)

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