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Deutsches Schauspielhaus in Hamburg plant einzelne 2G-Vorstellungen

14:05
02.09.2021
Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg plant einzelne Vorstellungen nur für Geimpfte und Genesene von Mitte Oktober an. In Planung seien «Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!» von Elfriede Jelinek sowie «Kindeswohl» von Ian McEwan, beide in der Regie von Karin Beier, teilte das Haus am Donnerstag mit. Der Vorverkauf beginne am 17. September.

«Ich freue mich, vor allem als Regisseurin, aber natürlich auch als Intendantin, dass wir nun – dank 2G – wieder vor einem vollen Zuschauerraum spielen dürfen», sagte Beier. Es werde aber auch weiterhin 3G-Vorstellungen geben. «Allen Menschen soll ein Theatererlebnis möglich sein.»

Am Mittwoch hatten bereits die Hamburger Schmidt Theater mitgeteilt, ab 5. Oktober auf das 2G-Modell zu setzen. Auch das St. Pauli Theater plant nach Angaben einer Sprecherin um den Jahreswechsel den Umstieg auf 2G. Die meisten Kultureinrichtungen würden noch abwarten - auch weil sie bereits den Vorverkauf unter 3G-Bedingungen begonnen hätten, hatte ein Sprecher der Kulturbehörde am Mittwoch mitgeteilt.

Seit vergangenen Samstag gilt in Hamburg das sogenannte 2G-Optionsmodell: Veranstalter können danach selber entscheiden, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und damit weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind oder ob sie weiter auf das 3G-Modell setzen und auch Getestete einlassen. Auch ein Wechsel zwischen den Modellen ist möglich.

(dpa)

Dienstverbot für Polizist - an Demo gegen Corona-Politik beteiligt

13:40
02.09.2021
Gegen einen Polizeibeamten aus Siegen, der sich in Uniform an einer Berliner Demo gegen die Corona-Politik beteiligt haben soll, ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Nach dem Vorfall vom Samstag sei der Oberkommissar seiner Dienstgeschäfte enthoben worden, sagte ein Sprecher der Polizeibehörde Siegen am Donnerstag auf Anfrage. Zuvor hatte das Nachrichtenportal «t-online» berichtet, der Polizist aus Nordrhein-Westfalen habe sich an Protesten der Querdenker-Szene in Berlin beteiligt und dabei ein Sakko mit «Polizei»-Aufschrift und NRW-Landeswappen getragen.

Die Beamten der Berliner Polizei hatten den Oberkommissar dem Bericht zufolge festgenommen, dessen Personalien aufgenommen und ihn dann nach Rücksprache gehen lassen. In der Querdenker-Szene werde der Polizeibeamte aus Siegen bereits als «Held» gefeiert.

Der Siegener Polizeisprecher erläuterte, man prüfe, ob ein disziplinarrechtlicher Verstoß vorliege. Beamte seien zur Neutralität verpflichtet. Der Oberkommissar habe «erkennbar als Polizeibeamter» an der genehmigten Demo der Partei Die Basis teilgenommen, die sich gegen die Corona-Politik richtete. Ermittlungsführende Dienststelle sei Berlin - und um die gesamten Umstände bewerten zu können, sei man auf die dortigen Ergebnisse angewiesen. Da die Veranstaltung in Berlin stattfand, gelte das dortige Landes- und Versammlungsrecht - nicht NRW-Recht. Nach bisherigem Kenntnisstand gehen die Berliner Kollegen nicht von einem Straftatbestand aus, wie es in Siegen hieß.

Es kursiere zudem ein Foto, das den Beamten mit einem Schild mit der Aufschrift «Beim Faschismus mach ich nicht mit» zeigt. Der Siegener Polizeisprecher sagte: «Was er damit zum Ausdruck bringen wollte, ob es sein Schild ist oder man es ihm in die Hand gedrückt hat - das alles muss noch geklärt werden.» Zuvor sei der Polizist nicht negativ aufgefallen. Bis auf Weiteres bleibe ihm der aktive Dienst verboten.

(dpa)

AU-Beauftragter: EU gibt in Afrika hergestellte Impfdosen zurück

12:37
02.09.2021
Die Europäische Union (EU) wird in Afrika produzierte und nach Europa verschiffte Corona-Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson zurückgeben. Eine entsprechende Verpflichtung habe EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande einer Konferenz in Berlin gegeben, sagte am Donnerstag der Corona-Beauftragte der Afrikanischen Union (AU), Strive Masiyiwa. Von der Leyen habe die Lieferung von 200 Millionen zusätzlichen Impfdosen bis Jahresende zugesagt. Rund 70 Millionen davon kämen aus Deutschland. «Das sind gute Nachrichten, die da aus Europa kommen», erklärte Masiyiwa.

In Afrika sind bisher erst knapp drei Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, obwohl sich der Kontinent aktuell im Griff einer dritten Infektionswelle befindet. Um rund 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen, werden Schätzungen zufolge etwa 1,6 Milliarden Dosen benötigt. Der Export von in Südafrika hergestellten Impfdosen nach Europa gehe auf ein Arrangement zwischen Johnson&Johnson und dem südafrikanischen Vertragsproduzenten Aspen zurück. Das sei nun geändert worden, so Masiyiwa. Aspen produziere ab sofort unter Lizenz ein eigenes Produkt exklusiv für den afrikanischen Markt.

Die genaue Zahl der nach Europa gelieferten Dosen ist unbekannt. «Sie haben uns zurückgegeben was in den Lagerhäusern war; sie haben weniger als 20 Millionen genommen», sagte Masiyiwa bei einer Pressekonferenz der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 7,8 Millionen Covid-Infektionen dokumentiert, von denen knapp 200 000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Bewohnern aber höher liegen.

(dpa)

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