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Kapitel

Sonntag, 12. September

Braun: Bürgernahe Impfangebote auch noch nach Aktionswoche

18:34
12.09.2021
Die in der neuen Woche geplanten besonderen Corona-Impfangebote sollen auch danach fortgeführt werden. Das kündigte Kanzleramtsminister Helge Braun am Sonntagabend in der ZDF-Sendung «Berlin direkt» an. «Das endet nicht mit der Impfwoche, das wird in den nächsten Wochen fortgesetzt», sagte er. Die direkten und bürgernahen Impfangebote im Rahmen der Aktionswoche sollten dazu beitragen, eine vierte Welle der Pandemie im Winter noch zu verhindern. «Wenn wir nichts tun, dann kommt sie ziemlich sicher», sagte Braun. Das bedeute dann im Ergebnis, dass diejenigen, die geimpft seien, etwa mit ihren Operationen zurückstehen müssten, weil Ungeimpfte in den Krankenhäusern lägen.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll ab Montag eine bundesweite Impfaktionswoche mit dem Motto #HierWirdGeimpft neue Fortschritte bringen. Jeder Bürger kann sich dann an zahlreichen Stellen ohne Termin und kostenfrei gegen Corona impfen lassen. Neben den dauerhaften Impfmöglichkeiten etwa in den Impfzentren sollen zahlreiche temporäre Angebote, zum Beispiel in Bibliotheken oder Einkaufszentren, die Impfquote nach oben treiben.

(dpa)

503 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages im Südwesten

15:56
12.09.2021
Im Südwesten sind innerhalb eines Tages 503 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die Zahl stieg damit auf 547 250 seit Beginn der Pandemie, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag in seinem aktuellen Lagebericht mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 91,8 (Vortag: 92,3) und damit erneut. Am vergangenen Freitag hatte sie 93,4 betragen. Zwei neue Todesfälle und damit 10 535 Tote im Zusammenhang mit dem Virus wurden registriert.

Die Impfquote für die vollständig Geimpften beträgt derzeit 61,1 Prozent. Als mindestens einmal geimpft gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 63,6 Prozent der Menschen im Land. 

(dpa/lsw)

Merkel zum Start der Impfaktionswoche: «Lassen Sie sich impfen»

14:39
12.09.2021
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zum Start einer bundesweiten Impfaktionswoche aufgerufen, die Angebote für Corona-Impfungen zu nutzen. «Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller», sagte sie vor dem Start der Aktion an diesem Montag. Impfangebote werde es etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren, in der Straßenbahn, am Rand von Fußballfeldern und in Moscheen geben. Jeder könne sich dann ohne Termin und kostenfrei impfen lassen. «Ich bitte Sie daher: schützen Sie sich selbst und andere. Lassen Sie sich impfen», appelliert die Bundeskanzlerin. Die Impfaktionswoche dauert bis zum 19. September.

Leider steige die Zahl der Neuinfektionen wieder, warnte Merkel in einem am Sonntag veröffentlichten Video-Podcast. Die große Mehrheit der Patienten, die im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt würden, seien ungeimpft. Um gut durch Herbst und Winter zu kommen, «müssen wir daher noch mehr Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen». Vier Millionen Menschen in Deutschland seien an dem Virus erkrankt und über 90 000 Menschen daran gestorben. Die Kanzlerin sprach von «Zahlen, die für enormes Leid und tiefe Trauer stehen». Hinzu komme, dass viele Bürgerinnen und Bürger an den Spätfolgen der Erkrankung leiden würden.

Vor einem Jahr habe es noch keinen Ausweg aus der Pandemie gegeben, erinnerte Merkel. «Heute können wir genau diesen Ausweg anbieten: eine Impfung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen.» Sie nannte es großartig, dass inzwischen mehr als 55 Millionen Menschen in Deutschland dieses Angebot angenommen hätten und über 50 Millionen davon sogar vollständig geimpft seien. «Das ist ein Riesenerfolg», betonte sie.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt kritisierte, es reiche nicht aus, wenn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Woche zur Aktionswoche erkläre. «Es braucht jetzt eine breitflächige Informationskampagne, ab jetzt muss jede Woche zur Aktionswoche werden», teilte sie in Berlin mit. Auch beim Umstieg auf die neuen 3G-Regeln mit Erleichterungen für Genesene, Geimpfte und Getestete mache die Bundesregierung massive Fehler. Es sei etwa unverständlich, warum in Schulen ein regelmäßiger Test erforderlich sei, am Arbeitsplatz jedoch nicht. «Statt deutschlandweit einheitlichen Regelungen für einen geordneten Übergang zu schaffen, zieht die Bundesregierung vor der Wahl lieber den Kopf ein, lässt die Probleme liegen oder schiebt die Verantwortung erneut an die Länder ab.»

Göring-Eckardt nannte das Impfen eine Frage von Solidarität. Jeder habe das Recht, sich nicht impfen zu lassen. «Aber man hat nicht das Recht, dass alle Geimpften und der Rest der Gesellschaft und die Kinder darauf Rücksicht nehmen.» Deshalb müsse, sollten wieder Einschränkungen nötig werden, um eine Überlastung des Gesundheitssystem zu verhindern, unterschieden werden zwischen Geimpften und Genesenen und nur Getesteten.

(dpa)

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