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RKI-Daten zeigen auf hohem Niveau verharrendes Infektionsgeschehen

10:03
12.09.2021
Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 80,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner - und damit etwas niedriger als am Vortag (82,8). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7345 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 453 Ansteckungen gelegen. Allerdings wies das RKI-Dashboard am Sonntag für Baden-Württemberg nur einen neu hinzugekommenen Fall aus. In den Tagen zuvor waren es jeweils deutlich über 1000.

Ob es weitere Unstimmigkeiten gab, wurde vom RKI zunächst nicht mitgeteilt. Generell ist seit einigen Tagen annähernd ein Plateau beim Infektionsgeschehen zu beobachten: Am Sonntag vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 83,1 gelegen, sie hat sich also seither kaum verändert.

Auch bei den Covid-19-Patienten auf Intensivstation scheint der zunächst steile Anstieg inzwischen etwas abzuflachen. Am Samstag wurden vom Divi-Intensivregister 1439 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung gemeldet - ein Plus von 27 zum Vortag. Am vorherigen Samstag hatte es ein Plus von 41 gegeben, am Samstag vor zwei Wochen (28.8.) ein Plus von 51 Patienten.

Wie lange die vierte Corona-Welle auf einem Plateau verharren könnte, ist unklar. Ohne noch deutlich steigende Impfquote rechnen Experten mit einem heftigen Anstieg der Fallzahlen im Herbst und Winter.

Deutschlandweit wurden den RKI-Angaben vom Sonntag zufolge binnen 24 Stunden acht Todesfälle verzeichnet, auch dabei kann es aber Datenlücken geben. Vor einer Woche waren es 21. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 077 640 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,95 an (Vortag 1,89). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 823 500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92 606.

(dpa)

Über 2,8 Millionen Kontrollen der Corona-Testpflicht an Grenzen

06:34
12.09.2021
Die meisten Menschen scheinen sich an die am 1. August eingeführte Corona-Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland gehalten zu haben. 2 820 972 Personen wurden stichprobenartig auf Einhaltung kontrolliert - bis zum 7. September wurden dabei 3727 Verstöße festgestellt, wie die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf die Bundespolizei berichtete. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) räumte allerdings ein, dass von einer «großen Dunkelziffer und vielen unentdeckten Verstößen» auszugehen sei.

Seit 1. August gilt eine Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer. An Autobahnen, auf Bundesstraßen und in Zügen kontrolliert das die Bundespolizei stichprobenartig. Damit sollte eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien verhindert werden. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass sie entweder negativ getestet ist, gegen Corona geimpft oder genesen sind. Die Verordnung tritt mit Ablauf des Jahres 2021 außer Kraft. Eine solche Vorgabe hatte es zuvor schon für alle Flugpassagiere gegeben.

Mit 3051 festgestellten Verstößen wurde das Gros fehlender Nachweise an den Grenzen zu Österreich und Tschechien ermittelt, wie die Zeitung weiter berichtete. Bei Einreisen aus Österreich per Auto oder Zug wurde in 1539 Fällen weder Testergebnisse noch Impf- oder Genesenen-Bescheinigungen vorgelegt. Bei Ankünften aus Tschechien war das 1512 Mal der Fall. Insgesamt sei die Anzahl der festgestellten Verstöße rückläufig, zitierte die «Welt am Sonntag» einen Sprecher der Bundespolizei. Der GdP-Vorsitzende Andreas Roßkopf hält Kontrollen dennoch für sinnvoll, «denn sie wirken abschreckend».

(dpa)

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