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Umfrage: Deutsche fürchten Steuererhöhungen nach Corona

09:55
09.09.2021
Die hohen Staatsschulden in der Corona-Pandemie und die Folgen für den eigenen Geldbeutel haben sich zur Sorge Nummer eins der Deutschen entwickelt. So weist es die am Donnerstag veröffentlichte Studie «Ängste der Deutschen» aus. Darin nannten 53 Prozent von 2400 Befragten große Furcht vor höheren Steuern oder Leistungskürzungen wegen Corona. Auf Platz zwei folgen Inflationsängste: 50 Prozent sehen steigende Lebenshaltungskosten. Ebenso viele nennen die Kosten für EU-Schulden - das ist Platz drei. Die Daten werden jedes Jahr für die R+V-Versicherung ermittelt.

Die öffentlichen Schulden waren in der Coronakrise nach Angaben des Statistischen Bundesamts allein 2020 um 14,4 Prozent oder 273,8 Milliarden Euro auf einen Rekordstand gewachsen. Die Inflationsrate erreichte im August mit 3,9 Prozent den höchsten Wert seit vielen Jahren.

In der jährlichen Umfrage werden Teilnehmer gebeten, vorgegebene Themen auf einer Skala von eins (gar keine Angst) bis sieben (sehr große Angst) zu bewerten. Daraus wird die Rangfolge ermittelt. Dabei liegt die Angst, der Staat könnte durch Geflüchtete überlastet sein, mit 45 Prozent auf Platz vier. 43 Prozent machen Schadstoffe in Nahrungsmitteln Kummer, ebenso viele die Pflege im Alter. Platz sieben nimmt die Sorge vor «Spannungen durch Zuzug von Ausländern» ein, genannt von 42 Prozent der Befragten.

Das Wahlkampf-Topthema Klimaschutz taucht in der Jahresumfrage erst auf Platz acht auf: 41 Prozent der Befragten nannten demnach große Angst vor häufigeren Naturkatastrophen und Wetterextremen. Allerdings fand die Umfrage nach Angaben von R+V vor der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands statt.

Deshalb seien Ende Juli online weitere 1000 Menschen befragt worden - mit einer drastischen Veränderung: In der ergänzenden Befragung äußerten 69 Prozent Angst vor Naturkatastrophen und Extremwetter, 61 Prozent zeigten sich besorgt, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit habe. Das seien Rekordwerte, erklärte R+V.

Der Versicherungskonzern veröffentlicht die jährliche Umfrage bereits zum 30. Mal. Befragt wurden den Angaben zufolge vom 25. Mai bis 4. Juli rund 2400 repräsentativ ausgewählte männliche und weibliche Personen ab 14 Jahren.

(dpa)

Spahn: Kommen bei Impfungen aktuell nur langsam voran

09:15
09.09.2021
Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiterhin nur mit gebremstem Tempo voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind inzwischen 51,3 Millionen Menschen oder 61,7 Prozent der Bevölkerung, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag bekannt gab. Die Impfquote erhöhte sich damit im Vergleich zum Vortag um 0,1 Punkte. Mindestens eine erste Impfung haben nun 55 Millionen Menschen oder 66,2 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter: «Wir kommen aktuell leider nur langsam voran.» Zwar seien nun 72,4 Prozent der Erwachsenen geschützt. «Aber noch sind zu viele ungeimpft, um die Pandemie zu überwinden.»

Inzwischen haben zwölf der 16 Bundesländer die Marke von 60 Prozent vollständig geimpften Einwohnern erreicht. Bundesweit an der Spitze bleibt Bremen mit nun 71,9 Prozent. Weiterhin unter der Marke von 60 Prozent liegen noch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Schlusslicht Sachsen mit 56,2 Prozent vollständig geimpften Einwohnern.

(dpa)

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