Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen hat sich für rasche Gipfeltreffen von Europäischer Union und Nato zur Lage in Afghanistan ausgesprochen. „Es wird auch wieder zu Bürgerkrieg kommen und Menschen werden davor fliehen“, sagte Röttgen am Montag beim Eintreffen zu Beratungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Es müsse genau geprüft werden, wie man mit dieser Situation umgehe, dies sei nicht auf die Schnelle zu beantworten. Deswegen müsse es in EU und Nato sehr schnell Gipfeltreffen geben.
„Wir können dieses Versagen des Westens nicht einfach jetzt in eine Phase von angeblichem 'Business as usual' übergehen lassen. Sondern wir müssen jetzt uns stemmen gegen die weiteren Folgen des Versagens“, sagte Röttgen.
Die militant-islamistischen Taliban hatten im Eiltempo die Kontrolle in Afghanistan erlangt, nachdem internationale Truppen abgezogen waren. Viele Menschen haben Angst, von den Taliban getötet zu werden. Deutschland und andere westliche Staaten haben Rettungseinsätze zum Schutz deutscher Staatsbürger und örtlicher Hilfskräfte, die mit dem Westen zusammengearbeitet haben, begonnen.
Röttgen sagte, die aktuelle Situation sei vermeidbar gewesen. Es gehe um ein „weitreichendes, lange nachwirkendes Komplettversagen des Westens mit einer schweren Belastung auch der außenpolitischen Glaubwürdigkeit in zukünftigen Krisen“. Man könne nur hoffen, dass alle, die nun gefährdet seien, weil sie Deutschland geholfen hätten, gerettet würden. „Man kann nur beten, dass alle gerettet werden.“