Der unter Druck stehende Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) betont die Geschlossenheit der Union. "Vertun Sie sich nicht, wir sind Schwesterparteien", sagte er "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier" vom Dienstag über CDU und CSU. "Geschwister streiten auch mal, aber wenn es drauf ankommt, stehen sie zusammen." Am Abend tritt Laschet gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Stralsund auf.
Wenige Tage vor der Bundestagswahl liegt die Union in den Umfragen weiter auf Platz zwei hinter der SPD. In einigen Erhebungen schrumpfte der Abstand zuletzt aber etwas. So legte die Union im neuen Forsa-"Trendbarometer" der Sender RTL und ntv um einen Prozentpunkt auf 22 Prozent zu. Alle anderen Parteien blieben unverändert: Die SPD kam auf 25 Prozent, die Grünen auf 17 Prozent, FDP und AfD lagen bei jeweils elf Prozent und die Linke kam auf sechs Prozent.
Laschet stellte am Dienstag die Verbundenheit von CDU und CSU heraus. Einen so warmherzigen Empfang wie beim CSU-Parteitag in Nürnberg habe er selten erfahren, sagte er in dem Zeitungsinterview. "Überall sehe ich: Unsere starke Schwesterpartei aus Bayern will den Wahlerfolg ebenso wie wir."
Am Abend will Laschet mit Merkel in Stralsund um Stimmen werben. Die Kanzlerin hatte sich im Wahlkampf lange zurückgehalten und stieg erst angesichts des drohenden Machtverlusts für ihre Partei in die Auseinandersetzung ein.
Laschet wandte sich erneut gegen eine rechnerisch mögliche Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP nach der Wahl. "Die FDP wäre in einer Ampel ständig vom Rauswurf bedroht - denn die Linken stünden sofort parat", sagte er. Zudem bezweifelte er, dass die FDP viel mitzureden hätte. Die Union hingegen sei für die Liberalen "ein verlässlicher Partner", warb Laschet für ein mögliches Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP.