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Auch Landkreise fordern ein Ende der Inzidenz als Corona-Richtwert

09:00
05.08.2021
Der Inzidenzwert könnte bereits ab Mitte September keine wesentliche Rolle mehr in den Corona-Verordnungen spielen. Nach Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) setzen sich auch die Landkreise für ein Ende des Werts als wesentlicher Maßstab in der Corona-Politik ein. Stattdessen müsse stärker beachtet werden, wie sehr die Krankenhäuser durch Corona-Patienten belastet seien, sagte der Präsident des baden-württembergischen Landkreistags, der Tübinger Landrat Joachim Walter, am Donnerstag. Durch die hohe Zahl der zweifach geimpften Menschen habe der Inzidenzwert als Hauptindikator für Corona-Maßnahmen ausgedient.

Es gehe nun vor allem darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. «Die Corona-Maßnahmen sind daher von der Krankenhausauslastung abhängig zu machen», sagte Walter. Zuvor hatte Lucha bereits angekündigt, bei der Neubewertung der Inzidenz bundesweit voranzugehen und die Bedeutung der Zahl der Neuinfektionen herabzustufen. Als Richtwert für die Auslösung von Beschränkungen werde der Wert ab Mitte September wohl nicht mehr in den Corona-Verordnungen auftauchen, sagte er den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag).

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche an. Nach einem leichten Rückgang hatte sie zuletzt im Südwesten wieder leicht zugenommen. Sie lag am Mittwoch bei 14,8, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte.

(dpa)

Ministerin: Corona-Regeln an Belastung des Gesundheitssystems ausrichten

06:18
05.08.2021
Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens ist dafür, bei neuen bundesweiten Corona-Regelungen stärker die Belastung des Gesundheitssystems zu berücksichtigen. Die Maßstäbe des vergangenen Jahres und dieses Frühjahrs könnten «bei einer stark gestiegenen Impfquote gerade in den besonders gefährdeten Altersgruppen nicht mehr die Antwort für den kommenden Herbst sein», sagte die SPD-Politikerin der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag). Darauf habe auch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hingewiesen.

Zu einer bundesweiten Neubewertung gehöre, «dass wir neben der Inzidenz, die auch zukünftig eine wichtige Rolle bei der Bewertung insbesondere des regionalen Infektionsgeschehens spielen wird, verstärkt auch andere Parameter in den Blick nehmen müssen», sagte Behrens. Sie nannte die Quote der vollständig geimpften Menschen im Land, und auch die Belastung des Gesundheitssystems infolge von schwer erkrankten Covid-19-Patientinnen und -Patienten.

Behrens sagte: «Ich persönlich gehe davon aus, dass wir bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens, die mit einem gewissen Infektionsrisiko verbunden sind, möglicherweise nur noch für Personen offenhalten können, die geimpft, getestet oder genesen sind, sollten die Infektionszahlen im Herbst stark steigen.»

(dpa)

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